Unterschriftenaktion von Avaaz gegen das Blutvergießen in Libyen

Heute (28.02.) immer noch 65 000 Unterschriften gesucht!
:!:Warum es wichtig ist,den Aufruf von Avaaz jetzt zu unterschreiben.
Die Maßnahmen des Sicherheitsrates sind zu milde!

Uneingeschränktes Waffenembargo
Waffenembargo, Reiseverbot und Geldentzug: Die UN hat sich einstimmig auf Sanktionen gegen das Regime von Libyens Machthaber Gaddafi geeinigt. Und schalten noch ein Gericht ein. VON ANDREAS ZUMACH
….Eine zuvor diskutierte Flugverbotszone über Libyen wurde vom UN-Sicherheitsrat nicht beschlossen. Nach Angaben von Diplomaten habe auch keiner der 15 Mitgliedstaaten des Rats einen entsprechenden Vorschlag eingebracht.
Noch am Donnerstag hatte der bisherige Verteidigungs- und designierte Außenminister Frankreichs, Alain Juppé, öffentlich die Einrichtung einer Flugverbotszone gefordert, um weitere Bombardements Gaddafi-treuer Luftwaffenoffiziere gegen die Bevölkerung sowie das Einfliegen von Söldnern aus anderen afrikanischen Ländern zu verhindern. …
=> http://www.taz.de/1/politik/afrika/artikel/1/sicherheitsrat-verhaengt-sanktionen/

http://www.avaaz.org/de/libya_stop_the_crackdown_eu/?copy
Ein Aufruf an den UN-Sicherheitsrat und die EU für ein dringendes Handeln zur Beendigung der Gewalt gegen die Zivilbevölkerung in Libyen.
An 500 000 Unterschriften fehlen nur noch 75 000!

Chanson de la caravane Bamako-Dakar

Hier kann man es hören, das Lied, das während der Caravane (26.01. bis 05.02.) zum Weltsozialforum gesungen wurde:
http://www.parisseveille.info/spip.php?page=art-qsp&id_syndic_article=46606

Die Forderungen: Für globale Bewegungsfreiheit – Pour la liberté de circulation
Für das Recht zu bleiben und das Recht zu gehen – Pour le droit de rester et le droit de partir

http://www.afrique-europe-interact.net/index.php?article_id=384&clang=0
(Demonstration am Grenzposten Gogui am 28.01.)

Gesichter Ägyptens

Sehr schöne Fotoreportage von Pauline Garaude
hier auf französisch: => http://www.tv5.org/cms/chaine-francophone/info/Les-dossiers-de-la-redaction/Visages-de-la-campagne-egyptienne-fevrier-2011/p-14762-Visages-de-la-campagne-egyptienne-fevrier-2011.htm

hier auf deutsch bei Andreas:
=> afri-russ-archiv.blog.de/tags/ägypten/fullposts/

Diese Stadt hat Nazis satt – 21000 Demokraten verhindern Neonaziaufmarsch in Dresden, 500 in Leipzig

Ticker Neonazi-Blockade in DresdenNeonazis erfolgreich blockiertEs sollte der größte Aufmarsch der Neonazis in Dresden werden. Doch tausende Gegendemonstranten konnten das verhindern. Am Ende schafften es nur 50 bis zum Versammlungsort.

In Leipzig versucht die Bundespolizei, die Neonazis ohne Kontakt zu den inzwischen 500 Gegendemonstranten in ihre Heimatorte zu bringen. In Dresden sind die Rechten bereits abgereist. Die erfolgreichen Gegendemonstranten aus Dresden, Deutschland und teilweise auch den angrenzenden Ländern sind ebenfalls schon auf ihrem Heimweg oder feiern noch ausgiebig in der Stadt. Taz.de beendet hiermit seinen Liveticker aus Dresden und bedankt sich für die vielen tausend Leser.

19.02.2011 19.30 Uhr: Leipzig Hauptbahnhof

Die knapp 500 Rechtsextremen aus Dresden sitzen weiter auf dem Leipziger Hauptbahnhof fest. Die Polizei hat das Gleis mit dem Zug aus Dresden abgeriegelt, die Neonazis dürfen nicht in die Stadt. Derzeit werde geklärt, wie dieRechten zu ihren Heimatorten gelangen könnten, sagte ein Polizeisprecher am Samstagabend. Rechte aus Leipzig würden voraussichtlich in kleinen Gruppen aus dem Bahnhof geleitet. Der Versammlungsleiter der Rechtsextremen habe verlangt, dass Züge nach Berlin, Halle und Chemnitz bereitgestellt werden.

19.12 Uhr: Leipzig Hauptbahnhof

Die Zahl der Gegendemonstranten in Leipzig ist inzwischen auf 500 angestiegen. Die etwa 500 Neonazis, die zu einer spontanen Alternativ-Kundgebung nach Leipzg gefahren waren, sind dort am Bahnhof angekommen und stehen bislang friedlich den Gegendemonstranten gegenüber. Eine kurzfristige Demonstration wurde bisher nicht genehmigt « Wir sehen jetzt zu, wie wir die Leute da wieder wegbekommen », erklärte ein Polizeisprecher in Leipzig gegenüber der taz.

19.10 Uhr: Dresden
Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes beteiligten sich mehr als 21.000 Menschen an Mahnwachen und Protesten. Unter anderen saßen Politiker wie die Bundesgeschäftsführerin der Linken, Caren Lay, Sachsens Linke-Chef Rico Gebhardt, SPD-Landeschef Martin Dulig und der Grünen-Landtagsabgeordnete Johannes Lichdi bei einer Sitzblockade nahe des Hauptbahnhofs in der ersten Reihe. Die Kirchen richteten Mahnwachen ein und plädierten gegen Fremdenhass, Krieg, Gewalt und Rassismus. Auch Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) und Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) reihten sich ein.

Bis zum Nachmittag nahm die Polizei in der Landeshauptstadt zwei Dutzend Menschen in Gewahrsam, wegen Körperverletzung, Widerstandes gegen Polizeibeamte oder Vermummung, sagte ein Sprecher. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisierte die Gewalt gegen die Beamten. « Der Aufruf zu friedlichen Blockaden und zivilem Ungehorsam war ein Spiel mit dem Feuer », sagte der Bundesvorsitzende Bernhard Witthaut. Auch Polizeipräsident Merbitz verurteilte die « pure Gewalt » gegen Beamte. « Dafür habe ich kein Verständnis » (dpa)

19.04 Uhr: Leipzig Hauptbahnhof

Die Neonazis haben nach ihrer Schlappe in Dresden nicht klein beigegeben. Sie verlegten ihren Aufzug nach Rücksprache mit der Einsatzleitung der Polizei per Zug nach Leipzig. Dort trafen am Abend rund 500 Rechtsextreme ein. « Sie dürfen die Stadt jedoch nicht betreten », sagte Carsten Veil von der Bundespolizei.

Vor Ankunft des Zuges gab es mehrfach Sitzblockaden-Versuche von Gegendemonstranten, die die Polizei auflösen konnte. Als der Zug eintraf, riefen etwa 150 Gegner « Nazis raus ». Die Polizei trennte die Lager. Wie es weitergehen sollte, war zunächst unklar. (dpa)

19.00 Uhr:

In Dresden feiern tausende Nazigegner ihren Erfolg. Auch in diesem Jahr haben sie es wieder geschafft, einen Aufmarsch der Neonazis um die rechten Anführer Thomas Wulff, Holger Apfel und Udo Pastörs zu blockieren. Zum eigentlichen Versammlungsort hatten es gerade einmal 50 Neonazis geschafft. Inzwischen sind viele Gegendemonstranten zurück zu ihren Bussen oder Zügen gegangen, um nach Hause zu fahren. An der Marienbrücke demonstrierten noch einmal knapp 800 Nazigegner, um ihren Sieg zu feiern.

Wir von taz.de werden jetzt noch ein paar Statements zum Protesttag in Dresden sammeln und nach Leipzig schauen. Dort sind inzwischen 500 Neonazis mit dem Zug von Dresden aus angekommen. Allerdings dürfen sie nicht in die Stadt, erklärte die dortige Polizei.

18.50 Uhr: S-Bahnhof Plauen

Die S-Bahn, in die die Neonazis eingestiegen sind, ist nach Freital abgefahren. Man kann davon ausgehen, dass sie von dort mit den Bussen abfahren. Die Polizei gibt den S-Bahnhof Plauen wieder frei.

18.48 Uhr: S-Bahnhof Plauen

Die Neonazis sind am Bahnsteig der S-Bahn Plauen, etwa 100 Gegendemonstranten rufen ihnen hinterher, « Diese Stadt hat Nazis statt ». Am Mittag mussten sich diesen Spruch auch die Neonazis am Dresdner Hauptbahnhof anhören.

18.42 Uhr: S-Bahnhof Plauen

Der Demonstrationszug der Nazis ist auf etwa 800 Rechtsextreme angewachsen und ist jetzt eine Strecke von rund 500 Metern bis zum Bahnhof Plauen marschiert. Auf dem Weg trennte nur eine Polizeieskorte die Nazis von Gegendemonstranten am Wegesrand. Obwohl die beiden Lager nur etwa einen Meter von einander entfernt waren, verlief der Marsch ohne größere Zwischenfälle. Jetzt werden die Nazis vermutlich nach Freital gefahren.

18.40 Uhr: Budapester Straße/Schweizer Straße

Nach der filmreifen Entführung eines Demonstranten hat die Gruppe den Ermittlungsausschuss informiert. Nun trennen sich hier die Wege einiger Dutzend Berliner Demonstranten, die von hier zu ihren Bussen gehen. Die anderen machen sich weiter auf den Weg in Richtung Hauptbahnhof.

18.36 Uhr: Altplauen

Neonazis ziehen die Straße herunter, an den Rändern gibt es lautstarken Protest. Vom S-Bahnhof Plauen sollen die Neonazis mit der Bahn nach Freital fahren, wo ihre Busse auf sie warten. Aus dem Zug der Neonazis heraus werden Gegenstände auf die Gegendemonstranten geworfen.

18.34 Uhr: Hauptbahnhof

Eine Gruppe von Berliner, Brandenburger und Mecklenburger Demonstranten hat sich jetzt formiert und zieht durch eine Einkaufspassage in Richtung Marienbrücke. Sie ist mit etwa 800 Leuten vermutlich der größte « Finger » heute. Sie skandieren lautstarke Parolen wie: « Antikapitalista » oder « Nieder mit der Nazipest ». Dresdner Bürger stehen überrascht am Straßenrand.

18.32 Uhr: Budapester Straße/Schweizer Straße

Die letzten etwa 200 Blockierer des Naziaufmarschs sind nun in der Budapester Straße und ziehen in Ruhe zum Wiener Platz am Hauptbahnhof, um dort ihren Erfolg zu feiern. Plötzlich stürmen zwei Polizisten in die Menge und zerren eine Person aus der Gruppe. In Windeseile wird er in einen Polizeibus gestopft, mehrere Busse fahren weg. Es ist eine Situation wie in einem James-Bond-Film, es sieht nach Kidnapping aus. Niemand weiß, was die Person getan haben soll. Der Demonstrationszug bleibt sofort stehen, es herrscht Ratlosigkeit. Spontan entzünden Demonstranten Leuchtraketen.

18.28 Uhr: Coschützer Straße/Plauenscher Ring

Hier geschieht nun etwas Merkwürdiges, ein Zug von etwa 300 verbliebenen Neonazis setzt sich in Beweung, unter der Leitung von Thomas Wulff.

18.24 Uhr: Coschützer Straße

Ein Teil der Neonazis hat sich zu einem Marsch formiert, die größere Gruppe aber sitzt in den Bussen. Die Marschgruppe steht an der Coschützer Straße, Thomas Wulff verhandelt mit der Polizei.

18.21 Uhr: Plauenscher Ring/Coschützer Straße

Die Polizei hat begonnen, die friedlichen Demonstranten bestimmt von der Straße zu schieben. In den nächsten Minuten werden die Neonazis unter massivem Polizeischutz voraussichtlich zur S-Bahn Plauen marschieren. Das NPD-Bundesvorstandsmitglied Thomas Wulff lächelt selbstgefällig und geht als erster voran. Die Nazis freuen sich, doch noch in Marschformation durch Dresden gehen zu können.

18.17 Uhr: Hauptbahnhof nördlicher Ausgang

Nun herrscht fröhliche Aufbruchstimmung, noch etwa 400 Menschen sind hier. Auf dem Lautsprecherwagen ruft eine Sprecherin: « Es ist vollbracht, die Nazis sind vertrieben! Jetzt können wir beruhigt nach Hause gehen! » Applaus und Jubel branden auf. Die auftretende Ska-Band kündigt im Anschluss ihren letzten Song an, nebenan wummert das Rave-Alternativprogramm. Noch immer tanzen einige unermüdlich, als ob sie noch keine achtstündige Blockade in den Beinen hätten.

18.15 Uhr: Plauenscher Ring

Die Busse der Neonazis sind noch nicht losgefahren. Es scheint noch immer unklar zu sein, wie die Nazigruppen aus der Straße heraus gebracht werden sollen. Fast sieht es danach aus, als wenn die 150 unbeirrbaren Neonazis noch marschieren wollen. Die Polizei steht aber mit Beamten und Einsatzfahrzeugen so auf der Straße, dass es nicht möglich sein dürfte. Etlich der vor allem männlichen Neonazis inszenieren sich in Siegerpose und brüllen: « Antifa hahaha, kommt doch rüber ».

18.09 Uhr: Chemnitzer Straße

Die Nazi-Blockade löst sich hier auf. Die letzten rund zweihundert Gegendemonstranten ziehen nun in Richtung Norden ab. Damit scheint der Tag sein vorläufiges Ende zu nehmen. Unter ihnen ist auch Hans-Christian Ströbele mit seinem eigens aus Berlin mitgebrachten « Dienstfahrrad ». Der grüne Bundestagsabgeordnete lacht: « Das war ja ein absoluter Erfolg, genau wie im letzten Jahr. Erstens konnten die Nazis nicht marschieren, zweitens waren es auch weitaus weniger als gedacht. »

18.03 Uhr: Plauenscher Ring/Coschützer Straße

Die gereizten Neonazis skandieren: « Gegen Demokraten helfen nur Granaten ». Ein Großteil der Gruppe scheint aus Berlin zu kommen. Noch ist unklar, ob sie mit schon wartenden Nahverkehrsbussen zu ihren eigenen Reisebussen gebracht werden sollen. Die Gegendemonstranten erwidern das Nazi-Gebrüll: « Haut endlich ab! ».

Aus der obersten Etage eines Eckhauses ertönt laute Musik, bekannte Lieder, die sich gegen die rechte Szene wenden oder einfach nur schnelle Beats. Damit werden die übrig gebliebenen Neonazis beschallt und übertönt.

18 Uhr: Chemnitzer Straße/Bienertstraße:

Am Blockadepunkt der Nazigegner herrscht so langsam Aufbruchstimmung. Die Blockierer würden geren abziehen, doch das geht nicht: Nördlich der Kreuzung in der Chemnitzer Straße steht die Polizei und blockiert die mehrspurige Straße, so dass der Lautsprecherwagen nicht durchkommt. Einige hundert Demonstranten sind es noch, die hier ausharren müssen. In ganz Dresden sind tausende Nazi-Gegner auf dem Weg zu ihren Bussen, sie feiern einen Tag des Erfolgs.

17.58 Uhr: Plauenscher Ring/Coschützer Straße

Eine Gruppe von etwa 150 Nazis strömt von den Bussen wieder zurück, sie möchten sich nicht mit damit abfinden, jetzt wieder nach Hause fahren zu müssen. Sie erscheinen äußerst aggressiv. Nur noch eine Reihe Autos und eine Reihe Polizisten trennen sie von den Gegendemonstranten.

17.52 Uhr: Chemnitzer Straße/Bienertstraße

Während die Rechtsextremen sich langsam auflösen, ist bei den Blockierern die Stimmung prächtig. Auf der Chemnitzer Straße zünden Gegendemonstranten Kerzen an, aus Lautsprecherwagen tönt Musik. Mehrere hundert Demonstranten halten sich tanzend warm. Es sieht aus, als würde sich die Demonstration hier demnächst auflösen.

17.48 Uhr: Plauenscher Ring/Coschützer Straße

Die Polizei berät gerade mit dem Neonazi Thomas Wulff, wie die hier stehende Gruppe Rechter wegkommen könnte. Es hat sich bestätigt, dass tatsächlich die Neonazis, die höher im Plauenscher Ring stehen, mit den Bussen wegfahren sollen. Allerdings sind nicht alle bereit, in die Busse zu steigen. Direkt vor den Bussen stehen Polizei und Neonazis. Die Stimmung der Gegendemonstranten steigt.

17.40 Uhr: Coschützer Straße/Gitterstraße

Hier steht jetzt eine große Gruppe Gegendemonstranten den Neonazis direkt gegenüber, die Polizei ist bemüht, die Gruppen auseinanderzuhalten. Die Polizei lässt über Lautsprecher verkünden, man solle doch bitte Distanz halten und fügt leicht süffisant hinzu, man sei ja in Hörweite und könne sagen, was man wolle. Am Plauenscher Ring, wo die Busse der Neonazis stehen, ist es noch unklar, wie es weitegeht.

17.36 Uhr: Plauenscher Ring

Die Polizei fordert den Rückzug der Nazis in ihre Busse. Nicht jeder Rechtsextreme möchte dem folgen, viele weigern sich und machen ihrem Ärger mit lauten Beschimpfungen Luft.

17.35 Uhr: Blockade Fritz-Löffler-Straße/Reichenbachstraße

Die 200-300 Demonstranten, die hier eingekesselt gewesen waren, haben mittlerweile die Polizeisperre durchbrochen, bis auf etwa 30 Demonstranten aus dem bürgerlichen Spektrum sind alle aus dem Kessel heraus. Sie skandieren: « Eins, zwei, drei, lasst die Leute frei » – damit auch sie freikommen.

17.28 Uhr: Plauenscher Ring

Alles deutet auf einen deutlichen Blockade-Erfolg hin. Die Nazis sind effektiv blockiert. Auch in der Coschützer Straße geht es nicht voran, stattdessen bewegt sich die Mehrheit der Rechtsextremen Richtung Plauenscher Ring zu ihren Bussen. Ob es überhaupt noch eine angemeldete Versammlung gibt, wissen teils auch die Polizeikräfte vor Ort nicht. Ein Polizeibeamter sagt: « Die Situation ist äußerst chaotisch, niemand weiß, wie es hier jetzt weitergehen soll. »

17.29 Uhr: Coschützer Straße

Die Lage hat sich hier entspamnnt. Es stehen mehrerer Busse, mit den die Neonazis angereist sind. Unklar ist, ob die Rechten einsteigen werden. Größere Gruppen an Nazis streiten sich noch immer lautstark mit der Polizei, rempeln und schubsen die Beamten. Die Polizei hat mittlerweile mehr Kräfte hierhin angefordert.

17.28 Uhr: Weiskopf-Platz

Die Situation ist sehr chaotisch. Offenbar sollen die Nazis doch keine Polizeiabsperrungen durchbrochen, sondern sich lediglich zum Plauenscher Ring, also in Richtung ihrer Busse, zurückgezogen haben. Ein Teil steigt in die Busse ein, ein Teil macht wieder kehrt und scheint doch wieder marschieren zu wollen.

17.20 Uhr: Weiskopf-Platz

Fast alle 1.000 Neonazis auf dem Weiskopf-Platz haben die Polizeisperren durchbrochen und sind in den Plauenscher Ring vorgedrungen. Die Polizei scheint völlig überrascht gewesen zu sein.

17.18 Uhr: Nöthnitzer Straße/Coschützer Straße

Die Nazis sind frustriert und aggressiv: Nachdem sie länger an der Kreuzung ausgeharrt hatten, treten sie nun den Rückzug an und bewegen sich in Richtung Coschützer Straße. Offenbar gehen sie auch auf Journalisten los, Polizisten verhindern bisher aber, dass Schlimmeres passiert. Die Straßen hier sind eng, die Polizei kann kaum taktieren. Die Straße weiter runter stehen Gegendemonstranten und blockieren die Straße.

17.17 Uhr: Weiskopf-Platz

Neonazis versuchen in die Nöthnitzer Straße durchzubrechen. Das gelingt ihnen aber nicht. Die Stimmung ist enorm aggressiv, die Polizei scheint nicht zu wissen, was sie tun soll. Immer noch sind die Straßen rund um den Platz besetzt, Gegendemonstranten strömen weiter in Richtung des Platzes. Ein Großteil der Neonazis ist im Schick der Autonomen Nationalisten gekleidet und so vermummt, dass man ihre Gesichten nicht erkennen kann. Die NPD-Kader vor Ort scheinen nicht moderierend einzugreifen.

17.15 Uhr: Hauptbahnhof

Die letzten Nazis sind mit dem Zug nach Zwickau abgefahren. Im Hauptbahnhof kehrt wieder normales Leben ein. Die Polizei baut die Absperrgitter ab. Vor dem Hauptbahnhof wird noch weiter getanzt. Die längste Schlange steht vor dem gelben Wagen der Volksküche. Sie schenkt aus großen Kesseln Kartoffel-Linsen-Suppe aus. Für zwei Stunden hätten sie noch Reserven, um die hungrigen Bäuche zu füllen, erklärt Koch Wolle.

17.11 Uhr: Weiskopf-Platz

Eine Gruppe von etwa 50 Nazis verliert die Nerven und greift die Polizei an. Es kommt zu einem Handgemenge, die Polizisten reißen den Nazis ihre Vermummungen ab.

17.09 Uhr: Chemnitzer Straße

Tausende von Gegendemonstranten stehen etwa 1.000 Nazis gegenüber. Weiterhin trennen sie nur zwei Polizeireihen, die jeweils aus Autos und Polizisten besteht. Unter den Blockierern sind Gewerkschafter und Autonome. Sie rufen: « Alerta, Alerta, Antifascista ». In ihrem Rücken fahren inzwischen knapp 50 Mannschaftswagen der Polizei auf.

17.05 Uhr: Weiskopf-Platz

Die Polizei konnte mittlerweile weitere Kräfte hinzuholen. Neonazis, die versuchten hatten, aus dem Kessel auszubrechen, sind wieder auf dem Platz. Dort bilden sie teilweise einen Schwarzen Block. Es wird erwartet, dass die beiden rechten Gruppen bald die Coschützer heruntermarschieren werden. Dort gibt es aber schon erste Blockaden.

16.56 Uhr: Weiskopf-Platz

Dort sind die Neonazis jetzt von Gegendemonstranten eingekesselt, berichtet ein Einsatzleiter der Polizei via Funk seinem Vorgesetzen. Aus allen Straßen drängen sie auf den Platz. An der Klingenberger/Zwickauer Straße hatten Neonazis beinahe die Polizeiabsperrungen durchbrochen, noch kam es allerding nicht zu direkten Zusammenstößen. Die Polizei ist jedoch ratlos, im Zweifel hätte sie hier nicht genug Kräfte, um Rechte und Gegendemonstranten zu trennen, meint der taz-Reporter vor Ort.

16.53 Uhr: Dresden Hauptbahnhof/Leipzig

Aus dem Frust könnte eine Flucht werden: Gerüchten zufolge sollen die etwa 200-300 Neonazis, die erfolglos einen halben Tag am Dresdner Hauptbahnhof in der Kälte standen, umdisponiert haben: Angeblich planen die Rechtsextremen nun eine Alternativkundgebung in Leipzig. Ein Sprecher der Polizeidirektion Leipzig sagte gegenüber der taz: « Uns sind die Gerüchte bekannt, wir bereiten uns deshalb darauf vor, hier in Leipzig gegbenenfalls auf die Situation reagieren zu können. » Eine Anmeldung zu einer Versammlung läge noch nicht vor.

16.51 Uhr: Polizeieinsatzleitung

« Wir haben das hier echt nicht mehr im Griff, wir haben große Probleme », sagt ein Einsatzleiter am Telefon zu seinen Kollegen. Der Grund: Die gewaltbereiten Neonazis, unter denen auch Udo Pastörs, der NPD-Fraktionsvorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern ist, können nicht weitermarschieren, da an allen anderen Straßen großer Gegenprotest ist.

16.48 Uhr: Weiskopf-Platz

Hunderte Linke, zum Teil vermummt, stürmen völlig ohne Polizeibegleitung die Chemnitzer Straße entlang und auf den Weiskopf-Patz zu. Zwischen den Nazis und den Linken stehen höchstens vier Reihen an Polizisten. Die Linken haben sich auf die Seitenstraßen verteilt und scheinen die Nazis einzukesseln versuchen.

16.46 Uhr: Weiskopf-Platz

Äußerst aggressive Neonazi-Gruppen wollen unbedingt marschieren. Die 1.000 Rechten brüllen Parolen gegen die Antifa und den Staat. Die Polizei ist definitiv nicht in der Lage, die Neonazis zu bändigen. Sie versuchen durch die Polizeisperren, die aus Polizisten und Einsatzfahrzeugen bestehen, in die Nebenstraßen zu kommen.

16.42 Uhr: Blockade Reichenbachstraße/Fritz-Löffler-Straße

Die bürgerliche Blockade wurde komplett eingekesselt. Die Polizei sagt durch, dass die Teilnehmer mit der Behinderung einer genehmigten Demonstration eine Straftat begangen hätten. Die Personalien sämtlicher etwa 300 Blockierer sollen jetzt aufgenommen werden.

16.40 Uhr: Weiskopf-Platz

Thomas Wulff schwingt sich zum Versammlungs – und Wortführer der Nazis auf und ruft seine Kameraden zur Disziplin. Wörtlich sagt er: « Wenn die Polizei das nicht schafft, machen wir von unserem Selbstverteidigungsrecht Gebrauch, dann zeigen wir mal, wie man eine Straße aufrollt. Das steht hier jetzt auf der Kippe. »

16.36 Uhr: Weiskopf-Platz

Viele hundert Gegendemonstranten kommen auf der Chemnitzer Straße aus der Innenstadt gelaufen. Die Polizei hat mit großer Mühe eine Doppelkette gebildet und versucht nun, die beiden Lager auf etwa 100 Meter auseinander zu halten. Die Polizei hat nicht viele Kräfte. Man kann ausschließen, dass die Nazis noch in Richtung Innenstadt laufen dürfen.

16.35 Uhr: Chemnitzer/Bienertstraße

Linke Demonstranten laufen hier gerade im Laufschritt auf die Nazi-Kundgebung zu und skandieren « Allerta Antifacista ». Offenbar sind dort nicht ausreichend Polizeibeamte vor Ort, um eine drohende Eskalation zu verhindern.

16.30 Uhr: F.C.-Weiskopf-Platz

Die NPD-Chefs Holger Apfel aus Sachsen und Udo Pastörs aus Mecklenburg-Vorpommerns sowie andere Landtagsabgeordnete der NPD diskutieren gerade mit den Einsatzleitern der Polizei. Sie wollen sich nicht mit einer stationären Kundgebung auf einem unbedeutenden Platz am Rande der Stadt zufrieden geben. Noch immer keine Gegendemonstranten. Das Bündnis « Dresden Nazifrei » twittert inzwischen, 2.000 Nazigegner seien auf dem Weg Richtung Stadtteil Plauen.

16.22 Uhr: Nürnberger Straße/Bernhardstraße

Aus Einkaufswagen sind Barrikaden gebaut, Müllcontainer liegen auf der Straße. Die Autonomen nehmen an, dass hier die Nazi doch noch zum Nürnberger Platz durchziehen könnten, weshalb sie versuchen, die Straße zu blockieren.

16:17 Uhr: F.C.-Weiskopf-Platz

Auf dem Weiskopf-Platz gibt es inzwischen zwei rechte Demonstrationszüge. Einer auf dem Platz und einer auf der angrenzenden Straße. Die Polizei überlegt, ob sie die Nazis überhaupt noch marschieren lässt, denn ein Marsch wird inzwischen für zu riskant gehalten. Vereinzelt beschimpfen Passanten die Nazis. Gegendemonstranten sind nicht in Sicht.

16.12 Uhr: Hauptbahnhof

Der Spuk am Südausgang des Hauptbahnhofs ist vorbei. Die Polizei hat die Versammlung der Nazis für beendet erklärt und die Demonstranten zurück in den Bahnhof gedrängt. Ob sie abziehen oder weiterfahren, ist unklar. Einzelne Gegendemonstranten rufen « Auf Wiedersehen, Auf Wiedersehen ». Die Neonazis rufen « frei, sozial, national », die Blockierer antworten mit « dumm, brutal, national » und: « Ihr könnt nach Hause fahren ».

16.10 Uhr: Nürnberger Straße

Der Bundestagsabgeordnete der Grünen, Hans-Christian Ströbele, fragt sich, wo eigentlich die ganzen Neonazis sind. Er zeigt sich bisher zufrieden mit der Bilanz der Demonstrationen. « Die Bevölkerung von Dresden hat mit massiver Unterstützung von überall her ihre Straßen und Plätze bisher erfolgreich verteidigt. » Die Krawalle allerdings seien « absolut überflüssig und falsch. »

16.07 Uhr: Budapester Straße

Auf nördlicher Höhe der Budapster Straße lenkt bzw. drängt die Polizei nun rund 100 Blockierer in Richtung Norden zur Bahnbrücke ab. Auf der Brücke scheint es aber schon eine Versammlung von Blockierern zu geben. Es wehen die Fahnen der Grünen und des DGB.

16.05 Uhr: Nürnberger Platz

Während die einen schon marschieren dürfen, müssen die anderen auf dem Nürnberger Platz von der Polizei eingekesselt ihre Kundgebung abhalten. Noch immer sind hier nicht mehr als 50 Neonazis. Ein Redner hat die Veranstaltung eröffnet. Der Lautsprecherwagen stammt von einem Tattoo- und Piercing-Laden aus der Szene, die Stimmung ist trotzdem nicht gut. Immer wieder beschweren sich Rechte, dass ihre Busse angeblich nicht durchgelassen werden.

16.01 Uhr: Budapester Straße

Unruhe auf der Budapester Straße. Nachdem die Polizei die Autonomen aus der Nürnberger Straße in die Budapester Straße getrieben haben, ist die Situation dort sehr unübersichtlich. Die Autonomen haben sich verstreut, Polizeitrupps jagen ihnen wild hinterher, meist jedoch erfolglos. Die Blockade an der Budapester Straße/Schweizer Straße hat sich mittlerweile aufgelöst.

16 Uhr: F.C.-Weiskopf-Platz

Hier im Ortsteil Plauen setzt sich der Nazi-Demonstrationszug in Bewegung, aber nicht direkt in Richtung Innenstadt. « Nationaler Sozialismus, Jetzt! » skandieren die etwa 1.000 Neonazis.

15.55 Uhr: Blockade Nürnberger Straße/Hohe Straße

Völlig unbehelligt von der Polizei entzünden hier zahlreiche schwarz vermummte Jugendliche große Mülltonnen und Papiercontainer. Es scheint ihnen Spaß zu machen: Minutenlang posieren sie vor den brennenden Barrikaden und lassen Fotos von sich machen. Einige Pressefotografen sind da, der Rest ist für das Fotoalbum. Die Vermummten werfen vereinzelt Flaschen und Steine in Richtung der hunderte Meter entfernten Polizei.

Diese reagiert erst eine Viertelstunde später. Sie stößt mit einigen Hundertschaften in die Menge vor und vertreibt sie von der Straße. Es folgen weitere Stein- und Flaschenwürfe, mindestens eine Person wird festgenommen. Die Polizei treibt die Autonomen die Budapester Straße hoch in Richtung der friedlichen Sitzblockade.

Passanten, die die Szenen beobachten, rufen: « Haut ab, ihr Idioten, verpisst euch! » Sie fürchten, dass die Autonomen den friedlichen Protest kaputtmachen.

15.50 Uhr: Blockade Franklinstraße/Strehlener Straße

Eine Barracke am Straßenrand brennt. Die bürgerliche Blockade macht für die Feuerwehrautos vorübergehend Platz und besetzt dann wieder die Straße. Den Autonomen rufen die Menschen zu: « Ihr habt unsere Solidarität eingefordert, jetzt fordern wir eure Solidarität. Lasst die Brennerei, ihr gefährdet unsere friedliche Sitzblockade. »

15:46 Uhr: Plauenscher Ring/Coschützer Straße

Hier geht der Nazi-Aufmarsch nun offenbar los, etwa 20 Busse mit Neonazis haben dort gehalten, geschätzte 500 Rechte setzen sich als brüllender Zug in Bewegung, er besteht zu 98 Prozent aus jungen Männern.

15:43 Uhr: Blockade Nürnberger Straße/Budapester Straße

Auf der Straßenkreuzung liegen Baustellenzäune und noch ein paar verbrannte Bretter, Überreste einer Barrikade. Von hier aus strömen jetzt die Blockierer Richtung Nürnberger Platz.

15.42 Uhr: Hauptbahnhof

Während die einen Neonazis noch auf dem Plauenscher Ring warten sinkt auch die Stimmung bei den Rechten am Südausgang des Hauptbahnhofs. Wie am Nürnberger Platz stehen sie seit zwölf Uhr und können wegen der Gegenproteste nicht marschieren. Keine Parolen werden gerufen, keine Transparente geschwenkt, nur vereinzelt wird hier und da mal eine Fahne in die Luft gehalten.

15.40 Uhr: Plauenscher Ring

Hier auf dem Plauenscher Ring/Ecke Coschützer Straße hat ein Taz-Reporter 20 Busse vollbesetzt mit Neonazis entdeckt. Sie warten in Richtung Innenstadt darauf, dass sie zum Nürnberger Platz dürfen. Die Busse mit den geschätzten 1.000 Rechtsextremen werden von etwa 60 Polizeifahrzeugen bewacht.

15.36: Blockade Franklinstraße/Strehlener Straße

Die Lage hier hat sich wieder beruhigt, der Jenaer Bürgermeister spricht zu den Demonstranten: « Es ist sehr unglücklich, dass es zu Gewalt kommt, trotzdem halten wir an dem Zeichen, das wir setzen wollen, fest: Wir setzen den Nazis Demokratie entgegen. » Allein aus Thüringen seien 60 Busse mit Gegendemonstranten angereist. OB Albrecht Schröter hofft, dass auch in Dresden glückt, was in Jena seit 2007 gelingt: Die Nazi-Aufmärsche zu stoppen.

15.32 Uhr: Blockade Fritz-Löffler-Straße/Reichenbachstraße

Die Blockade steht noch immer, über die Fritz-LöfflerStraße gesellen sich weiterhin viele neue Gegendemonstranten hinzu.

15:31 Uhr: Blockade Budapester Straße/Schweizer Straße

Wer hier wen blockiert, ist unklar: Die Nazi-Gegner nennen es eine Straßenblockade, doch tatsächlich werden sie auch selbst blockiert. Mehrere hundert, meist junge Menschen sitzen in Wärmedecken gehüllt auf der Straßenkreuzung und harren hier aus. Umstellt sind sie auf beiden Seiten von zahlreichen Polizeieinheiten.

15.30 Uhr: S-Bahnhof Plauen

Entgegen der Polizeiaussagen von vor zehn Minuten wartet die Polizei am S-Bahnhof Plauen nicht mehr auf die Neonazis und nimmt die Absperrungen weg. Hier werden die Rechten heute wohl nicht mehr ankommen.

15.25 Uhr: Nürnberger Platz

Noch immer stehen hier nicht mehr als 50 rechte Demonstranten. Sie sind seit etwa 12 Uhr von der Polizei hinter Absperrgittern eingekesselt und dürfen den Platz nicht mehr verlassen. Die Neonazis sind total sauer, dürfen nicht einmal pinkeln gehen. Die Begründung der Polizei: Es seien zurzeit zu viele linksorientierte Personen in der Nähe unterwegs, deswegen könne man die rechten Demonstranten zum eigenen Schutz nicht hinauslassen. Ein Polizist versicherte, dass die Polizei alles dafür tue, die bestehenden Blockaden zu räumen, damit die Nazi-Demo noch stattfinden könne.

15.22 Uhr: S-Bahnhof Plauen

Ein Taz-Reporter steht am S-Bahnhof Plauen. Die 1.500 Neonazis, die dort angeblich von der Polizei festgehalten werden, kann er nicht finden. Allerdings ist der Bahnhof weiträumig abgesperrt. Ein Polizist sagt: « Die kommen noch. »

15.20 Uhr: Nürnberger Platz

Arne Schimmer von der NPD-Fraktion in Sachsen behauptet, dass 40 Busse unterwegs seien, doch die Busse der Rechten würden nicht in die Stadt reingelassen werden. Außerdem behauptet er weiter, einzelne Gruppen wären mit ihren Bussen in die Stadt gekommen und würden nun versuchen zum Versammlungsort der Rechten zu kommen. Er geht davon aus, auch wenn es spät werden würde, dass sie vom Nürnberger Platz noch zum Bahnhof marschieren werden.

15.15 Uhr: Kaitzer Straße

Hier herrscht weiter Feststimmung, unter den Demonstranten finden sich nun einzelne Plena zusammen, die Blockade-Trainings veranstalten wollen. Andere sitzen auf dem Boden, lesen Zeitung oder amüsieren sich. Allgemein ist die Stimmung hier gut, bislang glaubt niemand daran, dass die Rechtsextremen in Kürze hier in der Nähe aufmarschieren könnten.

15.10 Uhr: Gutzkowstraße/Reichenbachstraße

Die Lage hat sich in der Gutzkowstraße beruhigt. Die Polizei hat einzelne Demonstranten festgenommen und die Autonomen mit Wasserwerfern auseinandergetrieben. Die Blockade von 400 bürgerlichen Demonstranten bleibt aber bestehen. Die Autonomen sind verstreut weitergezogen. In der Reichenbergstraße qualmen noch die Reste der brennenden Barrikaden. Ein 78-jähriger Berliner Blockierer sagt: « Das Steine schmeißen ist doch kontraproduktiv, das bringt hier alles in Verruch » Wichtiger sei es, den Nazis den Weg zu versperren. Er selbst habe den Nationalsozialismus noch erlebt, sowas dürfe nicht wieder passieren. Deshalb sei er auch schon halb vier aufgestanden, um nach Dresden zu fahren.

15.08 Uhr: Nürnberger Platz

Die Neonazis hatten großspurig 6.000 Kameraden zur Demo angemeldet. Bislang stehen nur 50 von ihnen auf dem zentralen Versammlungsort auf dem Nürnberger Platz. Gerüchten zufolge sollen 1.500 von ihnen am S-Bahnhof Plauen von der Polizei festgehalten werden. Ein Taz-Reporter ist unterwegs.

15.03 Uhr: Blockade Fritz-Löffler-Straße/Reichenbachstraße

Gerüchte, dass die Blockade hier geräumt werden soll bzw. schon geräumt wurde stimmen nicht. Noch immer stehen hunderte Demonstranten auf der Kreuzung. Die Wasserwerfer warten in gebührendem Abstand. Die Gegendemonstranten klatschen, johlen, und verpusten jede Menge Seifenblasen. Weiterhin strömen die Menschen zur Blockade, um sie zu vergrößern.

14.57 Uhr: Kaitzer Straße

Einige hundert Meter westlich der Neonazis, die am Hauptbahnhof von einem massiven Polizeiaufgebot umrundet sind, blockieren rund 500 Gegendemonstranten die Kaitzer Straße. Von hier können sie direkt auf Schienenzufahrt des Hauptbahnhofs blicken und und die Neonazis sehen. Die Stimmung ist prächtig, zehn weißgekleidete Trommler sorgen auf schwarzen Plastiktonnen für Beats, alle tanzen. Auch zwei Wasserwerfer mit Blaulicht stehen in Position, falls die Blockierer sich den Nazis nähenm sollten.

14.50 Uhr: Aktuelle Blockadenübersicht

Über Twitter wurden gerade die aktuellen Blockaden getwittert: Budapester/Schweizer Straße, Friedrich-List-Platz, Strehlener/Franklinstraße, Fritz-Löffler-Straße/Reichenbachstraße, Gutzkowstraße

14.42 Uhr: Gutzkowstraße/Reichenbachstraße

Chaos rund um die Gutzkowstraße. Etwa 200 bis 300 Demonstranten haben zwischenzeitlich die Polizeikette durchbrochen und sind in die Schnorrstraße vorgedrungen, um in Richtung Nürnberger Platz zu kommen bzw. den Neonazis entgegenzulaufen, die aus Richtung Westen kommen sollen. Mittlerweile haben die Polizisten ihre Kette wieder geschlossen. Weiterhin werden massiv Wasserwerfer eingesetzt. Eine Barrikade brennt.

14.40 Uhr: Aus den Nachrichtenagenturen

In Dresden ist es Samstag bei Veranstaltungen von Rechtsextremisten und Gegendemonstranten zu den befürchteten Krawallen gekommen. Augenzeugen zufolge lieferten sich linke Demonstranten und die Polizei heftige Auseinandersetzungen. Dabei wurden die Beamten mit Steinen und Flaschen beworfen, als sie eine besetzte Kreuzung räumen wollten. Beobachter sprachen von einer Straßenschlacht.

Bereits zuvor war es im Stadtgebiet immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen linken Protestlern und der Polizei

gekommen. Dabei kamen Wasserwerfer und Pfefferspray zum Einsatz. In Dresden demonstrierten derweil mehrere Tausend Demonstranten aus dem gesamten Bundesgebiet gegen geplante Veranstaltungen von Rechtsextremisten. (dapd)

14.36 Uhr: Gutzkowstraße/Reichenbachstraße

Die Situation eskaliert weiter. Fünfzig bis sechzig schwarz Vermummte lassen einen Steinhagel in Richtung Polizei niedergehen, Böller explodieren. Die Wasserwerfer reagieren prompt, schießen mit voller Härte in die Reihen der Autonomen. Hinter den Wasserwerfern verbarrikadieren sich die Polizisten.

14.33 Uhr: Gutzkowstraße/Reichenbachstraße

Hier greift die Polizei jetzt doch mit Wasserwerfern ein, wollen die Blockade gewaltsam auflösen und die brennenden Barriakden löschen. Autonome greifen die Polizei an. Sie bauen Barrikaden aus Containern, setzen Feuerlöscher, Leuchtwerfer und Böller ein.

14.28 Uhr: Hauptbahnhof

Nicht nur die Gegendemonstranten, auch die Polizisten warten auf die Neonazis, die noch nicht da sind. Der Fahrer eines Polizeibusses vertreibt sich seine Langeweile mit SMS schreiben. Eine Nachricht scheint ihn zu freuen. Er sitzt lächelnd in seinem Fahrzeug und antwortet sofort.

14.17 Uhr: Plauenscher Grund

Ein Polizeisprecher hat der taz gegenüber bestätigt, dass hunderte Neonazis jetzt wahrscheinlich versuchen, aus Freital über den Plauenschen Grund zum Hauptbahnhof in Dresden zu kommen. Ein Taz-Reporter fährt ihnen jetzt entgegen.

14.14 Uhr: Gutzkowstraße/Reichenbachstraße

Die Blockade mit etwa 1.500 Leute ist friedlich. Ein wenig abseits steht der Schwarze Block mit 200-300 Autonome, zwei relativ große Feuer aus Europaletten brennen. Die Polizei greift nicht ein, obwohl um die Ecke ein Wasserwerfer steht. In der Gutzkower Straße selbst ist keine Polizei. Aus einem Studentenwohnheim lehnen sich die Studenten aus dem Fenster, einige kooperieren, füllen die Flaschen der Demonstranten mit Wasser, andere fragen, was das soll in dieser Straße, die etwas abseits des Geschehens liegt.

14.11 Uhr: Südvorstadt/Zellescher Weg

Überall in der Südvorstadt zwischen dem Campus und dem Hauptbahnhof, Zellescher Weg und der Uni-Bibliothek sind Barrikaden errichtet. Die Polizei räumt Fahrradständer weg, damit sie durchkommt. Die meisten Barrikaden brennen inzwischen.

Taz-Mitarbeiter in Dresden: Jörn Alexander, Michael Bartsch, Astrid Geisler, Martin Kaul, Konrad Litschko, Andreas Speit Taz-Mitarbeiter in Berlin: Carl Ziegner, Ariane Lemme, Félice Gritti

Kein Platz in Europa?? – Tunesiens Migranten in Lampedusa

Lina Ben Mhenni schrieb – Publié par lina ben Mhenni dimanche, février 13, 2011
Illegal immigration : let’s Stop this Catastrophe
According to Le monde more than 5000 illegal immigrants coming from Tunisia’s coasts reached the Lampedusa island (Italy) during the week .
For more than a week now , I ‘ve heard of the rise of the rates of clandestine immigration in a dramatic way Some persons and groups on Facebook mentioned the death of some people who left the country on small boats . These asylum and bread seekers drowned in the sea. The majority of these people left from Zarzis ( Tunisian South).

A video on Facebook shows a young man: Mohamed Ali Drine talking about the situation of young people in Zarzis. He speaks to the whom he calls traitors telling them tha tZarzis has about 12000 and taht no one cares about the problems of people there. He reminds them that the latter took part in the revolution and that Zarzis had two martyrs during the revolution. He blames the media of dismissing such issues from their news. He says that even families are leaving illegally because of poverty and unemployment. He adds that for more than 2 weeks people from zarzis ( including families) and other regions in Tunisia are risking their lives whereas media keeps silent.

In another video we can see some young men who escaped death while they tried to immigrate illegally. One of them denies the rumors saying that they were paid by militias to braak stability and make trouble in the country. He explains that they were just trying to reach italy to find jobs there. Another tells the details of their trial to leave the country illegally.

The situation is more than critical and authorities should deal with the affair seriously. I met some young men in Djerba and asked them about their opinion concerning this illegal immigration and the majority said that they are leaving too…!!! They also explained that this immigration is well-organized and that there are even tranfers from Djerba to Zarzis for people who are living the country.

When I asked them about their motives to leave a country that just accomplished its revolution, the answer was the same for all of them : Ben Ali left but the system is still the same, nothing changed , we need jobs , we need dignity …We need to be heard !

Die ZEIT schrieb am 17.02.11: Was heißt hier Flut?
Hysterie fehl am Platz – Der Skandal ist wieder mal die Abschottung Europas
Hier lesen => ZEIT_17.02.11_Was heißt hier Flut

Warum die nachhaltige Fluggesellschaft POINT-AFRIQUE alle flüge in die Sahelzone aufgeben musste – Pourquoi POINT-AFRIQUE a dû renoncer à ses Vols sur Atar, Gao, Mopti et Agadez

La lettre de POINT-AFRIQUE Deutsche Übersetzung weiter unten
Préambule

En décembre 2007. Point-Afrique affichait 6,6 millions d’euros de fonds propres. La coopérative en pleine santé c’était : 87 employés en France, 72 000 passagers, jusqu’à 13 vols par semaine sur les régions saharo-sahéliennes.

25 janvier 2011 : Il ne reste plus que 1,5 million d’euros de fonds propres, dont une partie immobilisée en investissements divers, 9 employés au total.

En quatre ans, 5,1 millions d’euros ont été engloutis dans notre obstination à maintenir des routes aériennes. La seule année 2010 laisse apparaître au bilan une perte de plus d’1,9 million !!! et du 1er octobre 2010 à aujourd’hui 750 000 € supplémentaires sont partis.

Voici pour les chiffres. Tout bon gestionnaire crierait au scandale. et pourtant je ne regrette rien. Cependant, il nous a fallu prendre des mesures radicales pour éviter d’ici peu le dépôt de bilan (arrêt des vols – réduction d’effectifs). L’hémorragie est maintenant arrêtée, avec le dernier vol sur Mopti le 23 janvier.

Point-Afrique n’est pas mort et refuse de se mettre en veilleuse en abandonnant à leur sort les centaines de personnes qui au Sud ont perdu leur gagne pain et sont sans le moindre revenu et sans guère d’espoir de retrouver une activité. Les ignorer en attendant des jours meilleurs serait un acte de lâcheté. Alors nous allons mettre toutes les énergies qui nous restent dans une nouvelle stratégie conforme à notre combat……..Pour mémoire : L’objectif du Point-Afrique n’a jamais été l’entreprise. Celle-ci n’a été qu’un outil et non une fin en soi. Ce fut notre différence, et ce fut une belle réussite.
A très bientôt,

Maurice Freund,
Président de Point-Afrique

A suivre: http://www.point-afrique.com/newsletters/nl042/Newsletter042.html

Der Newsletter von Point-Afrique
geschrieben von Maurice Freund, dem Gründer der Firma

Präambel

Im Dezember 2007. Point-Afrique verfügte über 6.600.000 € Eigenkapital. Die Genossenschaft zählte bei guter Gesundheit 87 Mitarbeiter in Frankreich, 72.000 Passagiere, bis zu 13 Flüge pro Woche in die Sahara-Sahel-Regionen.

25. Januar 2011: Es sind nicht mehr als 1.500.000 € Eigenkapital übriggeblieben, davon ein Teil in verschiedenen Investitionen immobilisiert, insgesamt 9 Mitarbeiter.

In vier Jahren wurden 5,1 Millionen € durch unserer Entschlossenheit, Strecken aufrechtzuerhalten verschluckt. Allein 2010 zeigt die Bilanz einen Verlust von mehr als 1,9 Millionen!!! und vom 1.Oktober 2010 bis heute sind weitere 750.000 € abgeflossen.

Soviel zu den Zahlen. Jeder gute Betriebswirt würde das einen Skandal nennen. Und doch bereue ich nichts. Allerdings mussten wir drastische Maßnahmen ergreifen, um die drohende Beantragung des Insolvenzverfahrens zu vermeiden (Einstellen aller Flüge – Downsizing). Das Ausbluten hat jetzt aufgehört, mit dem letzten Flug nach Mopti am 23. Januar.

Point-Afrique ist nicht tot und weigert sich, die Standlichter einzuschalten und damit Hunderte von Menschen ihrem Schicksal zu überlassen, die jetzt im Süden ihre Existenz verloren haben, die ohne das geringste Einkommen sind und kaum Hoffnung auf eine andere Tätigkeit haben. Sie zu ignorieren, um auf bessere Zeiten zu warten, wäre ein Akt der Feigheit. Darum werden wir alle unsere verbleibenden Energien in eine neue Strategie setzen im Einklang mit unserem Kampf …….. Zur Erinnerung: Das Ziel von Point-Afrique war nie der Erfolg des Unternehmens. Das ist nur ein Werkzeug und nicht ein Ziel an sich gewesen. Dies war unser Unterschied, und es ist uns gut gelungen.

03.02.2011 SANDMONKEY: authentische Zusammenfassung der Ereignisse in Kairo

lisagoldman.net/2011/02/03/egypt-right-now-by-sandmonkey/

I don’t know how to start writing this. I have been battling fatigue for not sleeping properly for the past 10 days, moving from one’s friend house to another friend’s house, almost never spending a night in my home, facing a very well funded and well organized ruthless regime that views me as nothing but an annoying bug that its time to squash will come. The situation here is bleak to say the least.

It didn’t start out that way. On Tuesday Jan 25 it all started peacefully, and against all odds, we succeeded to gather hundreds of thousands and get them into Tahrir Square, despite being attacked by Anti-Riot Police who are using sticks, tear gas and rubber bullets against us. We managed to break all of their barricades and situated ourselves in Tahrir. The government responded by shutting down all cell communication in Tahrir square, a move which purpose was understood later when after midnight they went in with all of their might and attacked the protesters and evacuated the Square. The next day we were back at it again, and the day after. Then came Friday and we braved their communication blackout, their thugs, their tear gas and their bullets and we retook the square.

We have been fighting to keep it ever since.

That night the government announced a military curfew, which kept getting shorter by the day, until it became from 8 am to 3 pm. People couldn’t go to work, gas was running out quickly and so were essential goods and money, since the banks were not allowed to operate and people were not able to collect their salary. The internet continued to be blocked, which affected all businesses in Egypt and will cause an economic meltdown the moment they allow the banks to operate again. We were being collectively punished for daring to say that we deserve democracy and rights, and to keep it up, they withdrew the police, and then sent them out dressed as civilians to terrorize our neighborhoods. I was shot at twice that day, one of which with a semi-automatic by a dude in a car that we the people took joy in pummeling. The government announced that all prisons were breached, and that the prisoners somehow managed to get weapons and do nothing but randomly attack people. One day we had organized thugs in uniforms firing at us and the next day they disappeared and were replaced by organized thugs without uniforms firing at us. Somehow the people never made the connection.

Despite it all, we braved it. We believed we are doing what’s right and were encouraged by all those around us who couldn’t believe what was happening to their country. What he did galvanized the people, and on Tuesday, despite shutting down all major roads leading into Cairo, we managed to get over 2 million protesters in Cairo alone and 3 million all over Egypt to come out and demand Mubarak’s departure. Those are people who stood up to the regime’s ruthlessness and anger and declared that they were free, and were refusing to live in the Mubarak dictatorship for one more day. That night, he showed up on TV, and gave a very emotional speech about how he intends to step down at the end of his term and how he wants to die in Egypt, the country he loved and served. To me, and to everyone else at the protests this wasn’t nearly enough, for we wanted him gone now. Others started asking that we give him a chance, and that change takes time and other such poppycock. Hell, some people and family members cried when they saw his speech. People felt sorry for him for failing to be our dictator for the rest of his life and inheriting us to his Son. It was an amalgam of Stockholm syndrome coupled with slave mentality in a malevolent combination that we never saw before. And the Regime capitalized on it today.

Today, they brought back the internet, and started having people calling on TV and writing on facebook on how they support Mubarak and his call for stability and peacefull change in 8 months. They hung on to the words of the newly appointed government would never harm the protesters, whom they believe to be good patriotic youth who have a few bad apples amongst them. We started getting calls asking people to stop protesting because “we got what we wanted” and “we need the country to start working again”. People were complaining that they miss their lives. That they miss going out at night, and ordering Home Delivery. That they need us to stop so they can resume whatever existence they had before all of this. All was forgiven, the past week never happened and it’s time for Unity under Mubarak’s rule right now.

To all of those people I say: NEVER! I am sorry that your lives and businesses are disrupted, but this wasn’t caused by the Protesters. The Protesters aren’t the ones who shut down the internet that has paralyzed your businesses and banks: The government did. The Protesters weren’t the ones who initiated the military curfew that limited your movement and allowed goods to disappear off market shelves and gas to disappear: The government did. The Protesters weren’t the ones who ordered the police to withdraw and claimed the prisons were breached and unleashed thugs that terrorized your neighborhoods: The government did. The same government that you wish to give a second chance to, as if 30 years of dictatorship and utter failure in every sector of government wasn’t enough for you. The Slaves were ready to forgive their master, and blame his cruelty on those who dared to defy him in order to ensure a better Egypt for all of its citizens and their children.

After all, he gave us his word, and it’s not like he ever broke his promises for reform before or anything.

Then Mubarak made his move and showed them what useful idiots they all were.

You watched on TV as “Pro-Mubarak Protesters” – thugs who were paid money by NDP members by admission of High NDP officials- started attacking the peaceful unarmed protesters in Tahrir square. They attacked them with sticks, threw stones at them, brought in men riding horses and camels- in what must be the most surreal scene ever shown on TV- and carrying whips to beat up the protesters. And then the Bullets started getting fired and Molotov cocktails started getting thrown at the Anti-Mubarak Protesters as the Army standing idly by, allowing it all to happen and not doing anything about it. Dozens were killed, hundreds injured, and there was no help sent by ambulances. The Police never showed up to stop those attacking because the ones who were captured by the Anti-mubarak people had police ID’s on them. They were the police and they were there to shoot and kill people and even tried to set the Egyptian Museum on Fire. The Aim was clear: Use the clashes as pretext to ban such demonstrations under pretexts of concern for public safety and order, and to prevent disunity amongst the people of Egypt. But their plans ultimately failed, by those resilient brave souls who wouldn’t give up the ground they freed of Egypt, no matter how many live bullets or firebombs were hurled at them. They know, like we all do, that this regime no longer cares to put on a moderate mask. That they have shown their true nature. That Mubarak will never step down, and that he would rather burn Egypt to the ground than even contemplate that possibility.

In the meantime, State-owned and affiliated TV channels were showing coverage of Peaceful Mubarak Protests all over Egypt and showing recorded footage of Tahrir Square protest from the night before and claiming it’s the situation there at the moment. Hundreds of calls by public figures and actors started calling the channels saying that they are with Mubarak, and that he is our Father and we should support him on the road to democracy. A veiled girl with a blurred face went on Mehwer TV claiming to have received funding by Americans to go to the US and took courses on how to bring down the Egyptian government through protests which were taught by Jews. She claimed that AlJazeera is lying, and that the only people in Tahrir square now were Muslim Brotherhood and Hamas. State TV started issuing statements on how the people arrested Israelis all over Cairo engaged in creating mayhem and causing chaos. For those of you who are counting this is an American-Israeli-Qatari-Muslim Brotherhood-Iranian-Hamas conspiracy. Imagine that. And MANY PEOPLE BOUGHT IT. I recall telling a friend of mine that the only good thing about what happened today was that it made clear to us who were the idiots amongst our friends. Now we know.

Now, just in case this isn’t clear: This protest is not one made or sustained by the Muslim Brotherhood, it’s one that had people from all social classes and religious background in Egypt. The Muslim Brotherhood only showed up on Tuesday, and even then they were not the majority of people there by a long shot. We tolerated them there since we won’t say no to fellow Egyptians who wanted to stand with us, but neither the Muslims Brotherhood not any of the Opposition leaders have the ability to turn out one tenth of the numbers of Protesters that were in Tahrir on Tuesday. This is a revolution without leaders. Three Million individuals choosing hope instead of fear and braving death on hourly basis to keep their dream of freedom alive. Imagine that.

The End is near. I have no illusions about this regime or its leader, and how he will pluck us and hunt us down one by one till we are over and done with and 8 months from now will pay people to stage fake protests urging him not to leave power, and he will stay “because he has to acquiesce to the voice of the people”. This is a losing battle and they have all the weapons, but we will continue fighting until we can’t. I am heading to Tahrir right now with supplies for the hundreds injured, knowing that today the attacks will intensify, because they can’t allow us to stay there come Friday, which is supposed to be the game changer. We are bringing everybody out, and we will refuse to be anything else than peaceful. If you are in Egypt, I am calling on all of you to head down to Tahrir today and Friday. It is imperative to show them that the battle for the soul of Egypt isn’t over and done with. I am calling you to bring your friends, to bring medical supplies, to go and see what

Mubarak’s gurantees look like in real life. Egypt needs you. Be Heroes.

Danach wurde er von Mubaraks Leuten verhaftet. 2 Tage ohne Nachrichten.

Die Ereignisse danach (by Fatalin: fatalin.wordpress.com )
Last update from my telephone conversation with Sandmonkey:

He and his friends were driving the car to Tahrir square to deliver medical supplies to people, when Mubarak’s people approached them. They managed to escape and stopped by the police point to seek help. Instead, police officer took the keys of his car and ordered people to attack them. They were in the car, while around 100 people were destroying it.

He managed to escape the car from the other door, but was taken to the police station. There they confiscated his phone and money, and ripped his car apart. They were given no explanation, pressed no charges. After spending two hours in police micro-bus they were released, apparently, because “people made such a big fuss out of this arrest”.

Sandmonkey is home and safe. He’s bruised and slightly injured with pieces of glass. His friends also injured.

Darunter: Karikatur!

Nachrichten von der Karawane BAMAKO -DAKAR

die tageszeitung von heute

* 05.02.2011

Der Zug der Armen

2.000 Kilometer zieht eine Karawane von Abgeschobenen, Flüchtlingen, Bauern und Landlosen durch Westafrika zum Weltsozialforum. Die taz ist dabei

VON CHRISTIAN JAKOB

Bamako, 24. Januar

Das Experiment beginnt auf einer staubigen Brache. Normalerweise gehört die Fläche in dem ärmlichen Außenbezirk von Malis Hauptstadt Bamako trainierenden Fußballern. Doch heute hat hier die Malische Vereinigung der Abgeschobenen (AME) einen Versammlungsort aufgebaut: Planen als Sonnenschutz, Bänke, aus Boxen tönt Reggae-Musik, in einer Hütte wird gekocht.
….
Bamako/Nioro, 26. Januar

Fünf Busse stehen am Morgen auf dem Platz bereit. Auf dem Boden türmen sich Schaumstoffmatten, Transparente, Taschen voller Flugblätter. Mit Rucksäcken bepackte Teilnehmer der Karawane treffen ein, Händler bieten ihnen Zahnbürsten, Sandalen und Telefonkarten an. Ein Bus stammt aus Deutschland: Ein Schild, das das hessische Dillenburg als Ziel ankündigt, hat noch niemand entfernt. Nach zwei Stunden ist alles verstaut.

Die Fahrt ins mauretanische Grenzgebiet führt vorbei an Affenbrotbäumen, Ziegenherden und vertrockneten Maispflanzen. In Nioro hat die AME-Ortsgruppe einen großen Empfang in einem leeren Schulgebäude organisiert. Auf winzigen Grills im Garten wird Tee in Metallkannen gekocht und in kleinen Gläsern gereicht.

Nioro, 27. Januar

Am Morgen beginnt ein symbolischer Trauermarsch, eine 15 Meter lange Liste wird durch die kleine Stadt getragen. Sie trägt die Namen von über 14.000 Menschen, die an Europas Außengrenzen starben. « Wir wollen an die Opfer der Festung Europa erinnern », sagt ein Sprecher der Sans-Papiers, der sich « Minister für Legalisierung » nennt.

Die Aktivisten legen die Liste vor der Präfektur auf der Straße nieder. Roter Staub weht darauf, Kinder knien hin und wischen ihn weg. Tuareg in blauen Gewändern stehen an der Seite und schauen zu, der Papierlosen-Minister bittet um eine Schweigeminute. Eine ältere Frau drängelt sich nach vorn, greift nach dem Mikrofon. Ihre Kinder sind im Exil, aber sie weiß nicht, wo, und hat Angst um sie. Aus praktisch jeder Familie in Nioro gehen Söhne auf der Suche nach Arbeit ins Ausland. « Wenn ihr hier seid, um die Migranten zu verteidigen, dann grüße ich euch », sagt die Frau.
« Mit unseren Forderungen rennen wir hier eigentlich offene Türen ein », sagt Hagen Kopp aus Hanau. Vor Jahren hat er das Netzwerk « Kein Mensch ist illegal » mitgegründet. « Die Frage ist nur, wie wir es schaffen, dass daraus ein gemeinsamer politischer Prozess wird. » Die Karawane mit ihren Flugblättern, Stelzenläufern und Fotografen komme ihm vor « wie ein Ufo » in der Wüste. Doch solange sich Europas Grenzen immer weiter nach außen verschieben, müsse eine antirassistische Bewegung dem « Grenzregime an seine Hotspots folgen », meint Kopp.

Gogui, 28. Januar

Gogui ist so ein Hotspot. Wer aus dem Bus tritt, den trifft der Wüstenwind wie ein Schwall heißes Wasser, der Sandsturm lässt nach wenigen Minuten die Augen brennen. An diesem winzigen Grenzort setzt die mauretanische Polizei die Flüchtlinge aus, die spanische Einheiten der EU-Grenzschutzagentur Frontex vor den Kanarischen Inseln abfangen. Das Gleiche tun die Algerier weiter östlich an ihrer Grenze zu Mali. Manchmal nimmt das Rote Kreuz sie in Empfang, manchmal auch nicht. Immer wieder sterben völlig dehydrierte Flüchtlinge.

In Gogui hat die EU ein Schild aufgestellt: « Stoppt die irreguläre Migration – sie gefährdet die malische Gesellschaft. » Vor dem einzigen einigermaßen intakten Haus hocken zwei Grenzpolizisten. Trotz der brüllenden Hitze tragen sie schwarze Wollmützen, vor ihrem Mund Schlafmasken, zum Schutz gegen den Sand. Außer ein paar Kindern sind sie fast die einzigen Zuschauer des sich langsam formierenden Demozugs der Karawane. Die will in Gogui « gegen all die Verbrechen an Flüchtlingen in der Wüste » protestieren. Ein französisches Anarchistenpärchen sprüht « Grenzen töten » an die Rückwand des Grenzhäuschens.

Die Polizisten führen ein Filmteam zu zwei völlig verfallenen Hütten, etwas abseits der Straße. Sie gleichen Ziegenställen, drinnen liegen ein paar vergessene Kleidungsstücke, weit und breit ist kein Wasseranschluss in Sicht. « Hier können sich die Flüchtlinge ausruhen, bevor sie weiterziehen », erklärt der Polizist.

weiterlesen:

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=sw&dig=2011%2F02%2F05%2Fa0169&cHash=bfab81d211