Wie ist Somalia zu helfen?

Foto (c) Reuters: Somalische Frauen auf der Flucht vor dem Hunger: Grenzstadt Dhobley, Somalia. 
Des Somaliennes fuyant la faim: ville frontière Dhobley, Somalie

Die Hungerkrise ist heute Schwerpunktthema der taz. Der Aufmacher auf Seite 1: UN-Luftnummer gegen Hunger

Am besten davon finde ich den Kommentar von Dominic Johnson:

Wie Somalia wirklich zu helfen ist

Allgemeiner:

Wegelagerer der Hungerhilfe

und

750 000 Tonnen in 6 Monaten

Vorgestern: UN sucht eine Milliarde Dollar

Und vor 1 1/2 Monaten:

UN warnen vor Dürrefolgen

Man hat es gewusst! (Schon vor 2 oder 3 Jahren gab es einen Spiegelartikel zur Spekulation an den Agrarmärkten. Und sonstwo sicher auch.) Und nichts dagegen getan!

Mit Wut im Bauch,

aramata

Foto (c) AFP: Somalische Flüchtlinge im Lager Dolo Ado, 5. Juli 2011 in Äthiopien
Des réfugiés somaliens au camp de Dolo Ado, le 5 juillet 2011 en Ethiopie

Argentinien (2) – NUNCA MÁS. NIE WIEDER. NO OLVIDAR A LOS DESAPARECIDOS – JUSTICIA CON MEMORIA AHORA Y SIEMPRE.

Einer meiner Streifzüge im April führte mich auch zum Park der Erinnerung etwas außerhalb von Buenos Aires, der mit den vielen Monumenten, Hinweisen und Erinnerungen an die Opfer der Militärdiktatur einen tiefen Eindruck auf mich machte, zumal mich Walter begleitete und mir die vielen Schilder vorlas, ein Kioskbesitzer an der naheliegenden Universität – auch er hatte verschwundene Angehörige. Diese Erinnerung ist sehr präsent, wenn ich die aktuellen Nachrichten zu den Prozessen lese – impunidad, die Straffreiheit wird auch dort angeprangert und deren Aufhebung ist immer eine wesentliche Forderung der Überlebenden gewesen.
Beeindruckend auch, dass immer noch jeden Donnerstag auf der Plaza de Mayo vor dem Präsidentenpalast die Madres de la Plaza de Mayo ihre Runden drehen – und auch seit dem Ende der Diktatur 1983 viele politische Forderungen unterstützt haben und durchsetzen konnten. Als ich dort war, feierten sie gerade den 34. Jahrestag ihrer Assoziation.
Und Mitglieder der Gruppe H.I.J.O.S. (« Söhne »), in der Kinder der Verschwundenen organisiert sind, verkauften T-Shirts – eins für mich, das ich zufällig gestern trug, als der « Vesubioprozess » (siehe Artikel unten) endete.

« Kein einziger Deutscher hätte damals sterben müssen, wenn unsere Diplomaten und Politiker tatsächlich den Willen gehabt hätten, diesen ‘Verschwundenen’ zu helfen, » resümiert der Dokumentarfilmer Frieder Wagner seine Recherchen zum Verhalten des Auswärtigen Amtes gegenüber der argentinischen Militärdiktatur.
HIER LESEN: Der Unwille zu helfen, Kommentar von Bernd Pickert in der taz vom 16.07.2011

Endlich Gerechtigkeit!
(c) taz 15.07.2011
VON GERHARD DILGE

34 Jahre nach der Ermordung Elisabeth Käsemanns in Argentinien hat ein Gericht in Buenos Aires der Toten Gerechtigkeit widerfahren lassen: Am Donnerstagabend wurden sieben Schergen der damals 30-jährige Studentin verurteilt. Für die westdeutsche Öffentlichkeit wurde die Tochter des Tübinger Theologieprofessors Ernst Käsemann nach ihrer Ermordung am 24. Mai 1977 das wohl bekannteste Gesicht jener 30.000 Menschen, die während des argentinischen Militärregimes zwischen 1976 und 1983 umgebracht wurden.

« Lebenslänglich » bekamen nun zwei Offiziere: der 84-jährige General Héctor Gamen und der 81-jährige Oberst Hugo Pascarelli. Fünf Wärter des Folterlagers El Vesubio in dem Hauptstadtvorort Matanzas müssen Haftstrafen von 18 bis 22,5 Jahren verbüßen. Die sieben Angeklagten wurden wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in 156 Fällen verurteilt. …..

Foto(c) AFP Warten auf die Justiz: Menschenrechtsaktivisten und die Verwandten der Opfer beobachten den Prozess öffentlich.
In der « Hölle » ermordet
So enthusiastisch das einstimmige Urteil der drei Richter auch gefeiert wurde – der Vesubio-Prozess ist nur einer unter vielen, seitdem 2005 der Oberste Gerichtshof die Aufhebung der Amnestiegesetze durch Präsident Néstor Kirchner bestätigt hat. In Südamerika betreibt Argentinien die Aufarbeitung der Diktaturvergangenheit mit Abstand am konsequentesten: Seit 2005 wurden 1.755 Personen wegen politischer Verbrechen angeklagt, 191 von ihnen zu Haftstrafen verurteilt und nur 15 freigesprochen. Elisabeth Käsemann ist eher Eingeweihten ein Begriff – immerhin sollen mindestens 1.500 linke Oppositionelle in El Vesubio gefoltert worden sein.

In Westdeutschland verkörperte Käsemann die Lateinamerika-Begeisterung vieler junger Linker. Ab 1968 arbeitete sie in bolivianischen und argentinischen Armenvierteln. « Ich bin dabei, mich mit dem Schicksal dieses Kontinents zu identifizieren », schrieb sie ihren Eltern, « vielleicht wird das zu Entscheidungen führen, die Ihr nicht versteht oder die Euch viel Kummer bereiten könnten. »
HIER den ganzen Artikel lesen

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El Monumento a las Víctimas del Terrorismo de Estado militärdiktatur Namenswand

« Die Namensliste dieses Monuments zeigt die Opfer des Staatsterrorismus, eingesperrt, verschwunden und ermordet, und derer, die im Kampf für die Ideale Gerechtigkeit und Gleichheit starben »

Denken ist eine revolutionäre Tatpensar es un hecho revolucionario

Dass du zwei Tage schweigst unter der Folter. Elisabeth Käsemann, Klaus Zieschank, die Diktatur in Argentinien und die Leichen im Keller des Auswärtigen Amtes Ein hervorragendes Buch, das dokumentiert, wie das Auswärtige Amt damals der Militärjunta beim Foltern und Morden half.

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Las madres de la plaza de mayo, 30/04/2011 contra el olvido

34 años de las madres de la plaza de mayo

Am Dienstag (12.07.) war es so weit

Sie kämpfen mit Rosen gegen die Atomkraft
von Daniel Magalski aus Lünen (c) Lüner Anzeiger 13.07.2011|


Schüler warfen Rosen in die Lippe.

Lünen: Lippekaskade | Eine ungewöhnliche Protest-Aktion gegen Atomkraftwerke in der Türkei starteten gestern Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule.

Sie schrieben Briefe u. a. an den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan und drückten darin ihre Sorgen wegen des geplanten Baus von Atomkraftwerken in den türkischen Städten Mersin und Sinop aus. Mit « Gasmasken » liefen die Mädchen und Jungen und Lehrer dann zur Treppenkaskade in der Stadt und warfen – symbolisch – Rosen mit Botschaften an den Präsidenten in die Lippe.

Nachtrag: Es stand auch in türkischen Zeitungen – also haben die Briefe ihr Ziel erreicht. Zumindest ein Etappenziel.

Stéphane Hessel im Gespräch

« Vor allem soll man nicht gleichgültig sein »

Claudia Dammann im Gespräch mit Stéphane Hessel, Autor, ehemaliger Widerstandskämpfer und Diplomat


« Widerstand ist kreativ » – das sagt Stéphane Hessel, der mit 93 Jahren einen internationalen Bestseller veröffentlicht hat. Sein Buch « Empört Euch! » ist eine Streitschrift gegen den Finanzkapitalismus und für die Menschenrechte. Im Tischgespräch erzählt Stéphane Hessel über sein beeindruckendes Leben: Er hat in der Résistance gegen die Nazis gekämpft und mehrere Konzentrations-Lager überlebt. Nach dem Krieg arbeitete der Deutsch-Franzose als Diplomat im Auftrag Frankreichs an der UN-Menschenrechts-Erklärung mit. Hessel spricht zudem über die ungewöhnliche Beziehung seiner Eltern, die die Vorlage für Truffauts berühmten Film « Jules und Jim » waren. Der charismatische « Ambassadeur de France » begeistert auch junge Leute durch seine Bereitschaft, sich trotz seines hohen Alters in Politik und Gesellschaft einzumischen. Stéphane Hessel will mit seinem Optimismus anstecken. Sein neues Buch heißt entsprechend: « Engagiert Euch! ». Inzwischen ist Hessel zum geistigen Mentor von Tausenden von « empörten Bürgern » geworden, die in Madrid, Athen und anderen europäischen Städten auf die Strasse gehen.

Das Gespräch mit Claudia Dammann im WDR 5:

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