Argentinien (2) – NUNCA MÁS. NIE WIEDER. NO OLVIDAR A LOS DESAPARECIDOS – JUSTICIA CON MEMORIA AHORA Y SIEMPRE.

Einer meiner Streifzüge im April führte mich auch zum Park der Erinnerung etwas außerhalb von Buenos Aires, der mit den vielen Monumenten, Hinweisen und Erinnerungen an die Opfer der Militärdiktatur einen tiefen Eindruck auf mich machte, zumal mich Walter begleitete und mir die vielen Schilder vorlas, ein Kioskbesitzer an der naheliegenden Universität – auch er hatte verschwundene Angehörige. Diese Erinnerung ist sehr präsent, wenn ich die aktuellen Nachrichten zu den Prozessen lese – impunidad, die Straffreiheit wird auch dort angeprangert und deren Aufhebung ist immer eine wesentliche Forderung der Überlebenden gewesen.
Beeindruckend auch, dass immer noch jeden Donnerstag auf der Plaza de Mayo vor dem Präsidentenpalast die Madres de la Plaza de Mayo ihre Runden drehen – und auch seit dem Ende der Diktatur 1983 viele politische Forderungen unterstützt haben und durchsetzen konnten. Als ich dort war, feierten sie gerade den 34. Jahrestag ihrer Assoziation.
Und Mitglieder der Gruppe H.I.J.O.S. (« Söhne »), in der Kinder der Verschwundenen organisiert sind, verkauften T-Shirts – eins für mich, das ich zufällig gestern trug, als der « Vesubioprozess » (siehe Artikel unten) endete.

« Kein einziger Deutscher hätte damals sterben müssen, wenn unsere Diplomaten und Politiker tatsächlich den Willen gehabt hätten, diesen ‘Verschwundenen’ zu helfen, » resümiert der Dokumentarfilmer Frieder Wagner seine Recherchen zum Verhalten des Auswärtigen Amtes gegenüber der argentinischen Militärdiktatur.
HIER LESEN: Der Unwille zu helfen, Kommentar von Bernd Pickert in der taz vom 16.07.2011

Endlich Gerechtigkeit!
(c) taz 15.07.2011
VON GERHARD DILGE

34 Jahre nach der Ermordung Elisabeth Käsemanns in Argentinien hat ein Gericht in Buenos Aires der Toten Gerechtigkeit widerfahren lassen: Am Donnerstagabend wurden sieben Schergen der damals 30-jährige Studentin verurteilt. Für die westdeutsche Öffentlichkeit wurde die Tochter des Tübinger Theologieprofessors Ernst Käsemann nach ihrer Ermordung am 24. Mai 1977 das wohl bekannteste Gesicht jener 30.000 Menschen, die während des argentinischen Militärregimes zwischen 1976 und 1983 umgebracht wurden.

« Lebenslänglich » bekamen nun zwei Offiziere: der 84-jährige General Héctor Gamen und der 81-jährige Oberst Hugo Pascarelli. Fünf Wärter des Folterlagers El Vesubio in dem Hauptstadtvorort Matanzas müssen Haftstrafen von 18 bis 22,5 Jahren verbüßen. Die sieben Angeklagten wurden wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in 156 Fällen verurteilt. …..

Foto(c) AFP Warten auf die Justiz: Menschenrechtsaktivisten und die Verwandten der Opfer beobachten den Prozess öffentlich.
In der « Hölle » ermordet
So enthusiastisch das einstimmige Urteil der drei Richter auch gefeiert wurde – der Vesubio-Prozess ist nur einer unter vielen, seitdem 2005 der Oberste Gerichtshof die Aufhebung der Amnestiegesetze durch Präsident Néstor Kirchner bestätigt hat. In Südamerika betreibt Argentinien die Aufarbeitung der Diktaturvergangenheit mit Abstand am konsequentesten: Seit 2005 wurden 1.755 Personen wegen politischer Verbrechen angeklagt, 191 von ihnen zu Haftstrafen verurteilt und nur 15 freigesprochen. Elisabeth Käsemann ist eher Eingeweihten ein Begriff – immerhin sollen mindestens 1.500 linke Oppositionelle in El Vesubio gefoltert worden sein.

In Westdeutschland verkörperte Käsemann die Lateinamerika-Begeisterung vieler junger Linker. Ab 1968 arbeitete sie in bolivianischen und argentinischen Armenvierteln. « Ich bin dabei, mich mit dem Schicksal dieses Kontinents zu identifizieren », schrieb sie ihren Eltern, « vielleicht wird das zu Entscheidungen führen, die Ihr nicht versteht oder die Euch viel Kummer bereiten könnten. »
HIER den ganzen Artikel lesen

Klick auf die Bilder zeigt Vergrösserungen
El Monumento a las Víctimas del Terrorismo de Estado militärdiktatur Namenswand

« Die Namensliste dieses Monuments zeigt die Opfer des Staatsterrorismus, eingesperrt, verschwunden und ermordet, und derer, die im Kampf für die Ideale Gerechtigkeit und Gleichheit starben »

Denken ist eine revolutionäre Tatpensar es un hecho revolucionario

Dass du zwei Tage schweigst unter der Folter. Elisabeth Käsemann, Klaus Zieschank, die Diktatur in Argentinien und die Leichen im Keller des Auswärtigen Amtes Ein hervorragendes Buch, das dokumentiert, wie das Auswärtige Amt damals der Militärjunta beim Foltern und Morden half.

Klicks auf diese Bilder zeigen Vergrösserungen
Las madres de la plaza de mayo, 30/04/2011 contra el olvido

34 años de las madres de la plaza de mayo

Publicités

Laisser un commentaire

Entrez vos coordonnées ci-dessous ou cliquez sur une icône pour vous connecter:

Logo WordPress.com

Vous commentez à l'aide de votre compte WordPress.com. Déconnexion / Changer )

Image Twitter

Vous commentez à l'aide de votre compte Twitter. Déconnexion / Changer )

Photo Facebook

Vous commentez à l'aide de votre compte Facebook. Déconnexion / Changer )

Photo Google+

Vous commentez à l'aide de votre compte Google+. Déconnexion / Changer )

Connexion à %s