Erzählen ist Leben, Schweigen ist Tod

Das ist das Fazit der Erzählung « Scheherazade« . Jede Nacht wurde Rafik Schami gegen 23 Uhr von seiner Mutter geweckt, als Kind in Damaskus, um sich diese Geschichte im Radio anhören zu können – und so wurde er zum Erzähler.

Heute sprach er in der Redezeit im WDR5 über sein neues Buch « Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte. Oder wie ich zum Erzähler wurde ». Und natürlich über die von ihm gespannt verfolgte Situation in seiner Heimat Syrien, die er schmerzlich vermisst.
Unterstützung der syrischen Bevölkerung gegen Assad: keinesfalls militärisch, stattdesssen sollte man Syrer einladen und über ihren Kampf berichten lassen, wie neulich in Brüssel geschehen, um ihnen Aufmerksamkeit und Aufwertung zuteil werden zu lassen.

Lest hier die Einführung zur Sendung und hört diese unten!

Rafik Schami, deutsch-syrischer Schriftsteller von Rang, wurde 1946 in Damaskus geboren. Er stammt aus einer christlich-aramäischen Bäcker-Familie und besuchte ein jesuitisches Klosterinternat im Libanon. In Damaskus studierte er Physik, Mathematik und Chemie mit dem Ziel, Lehrer zu werden – und Schriftsteller. Was ihm in seiner Heimat nicht möglich war, übt er seit den 80er Jahren in Deutschland aus, wohin er Anfang der 1970er Jahre floh: ein Leben als freier Schriftsteller. Einen gutbezahlten Job als Chemiker gab er dafür auf. Rafik Schami prägte nicht nur den Begriff der Gastarbeiterliteratur. Er ist heute der erfolgreichste syrische Autor weltweit und gehört zur Liga der beliebtesten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart. 2005 verzeichnete der dtv-Verlag den Verkauf seines einmillionsten Taschenbuch-Exemplars. Zu den Geheimnissen seines Erfolges zählt sein Talent zum freien Fabulieren, das er immer wieder auf zahlreichen Lesungen beweist. Aber auch seine ganz eigene Art des Erzählens: exotisch und persönlich, autobiografisch und magisch, realistisch und phantastisch zugleich. In der Redezeit spricht er über sein neues, autobiografisches Buch « Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmmarkt verkaufte » (2011) und über die Lage in Syrien, seiner seit 40 Jahren schmerzlich vermissten Heimat.

Hier geht’s zum Gespräch mit Rafik Schami, moderiert von Jürgen Wiebicke:
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Ein Tag im Innern Dortmunds – NAZIS RAUS AUS DEN KÖPFEN

Gestern habe ich einfach mal mitgeschrieben, was an der Schützenstraße Ecke Kirchenstraße passierte – da wo laut DERWESTEN.DE: die friedlichen (Demonstranten) schafften es sogar ganz ohne Gewalt den Streckenverlauf der Rechten zu ändern – ein Tag, den ich nicht vergessen werde.
Nur, warum ist es so schwer, die Aufmärsche solcher Idioten in unserem Land zu verhindern? Viel mehr Menschen noch sollten sich diesem Spuk widersetzen.

Dortmund, 3. September 2011

7:00 an der Schützenstraße.
Zwei große Mannschaftsbusse der Polizei und viele Einsatzwagen rollen an. Aus allen Gegenden Deutschlands, wird sich später zeigen, zu Tausenden: Essen, Leipzig, NRW, Schleswig-Holstein, Ostholstein, Sachsen, Wiesbaden, Hamburg…So viel Aufwand! Die Einfahrt zur Schützenstr. erhält einen Kontrollposten, der wohl den meisten Verkehr umleitet.

7:30 auf der Schützenstr.
An jeder Querstraße stehen Wage mit Polizisten, bauen Straßengitter auf, kaufen Brötchen. Ich auch. Im Dutzend billiger? Nein, 10 für 2€ und zwei gratis, weil sie heute kleiner sind.
Kleinere Geschäfte tragen Schilder: Am 03.09. geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Abzweig Mallinckrodtstraße – Blücherstraße: Kann ich hier noch rein? – Ja sicher, viel Spaß beim Frühstück.

Eine Joggerin kommt mir entgegen: Sind wir hier jetzt eingesperrt?
Neues Gitter, im Aufbau, am Übergang zur Grünen Straße (= Rand des Sperrbezirks).
Komme ich hier gleich wieder rein? – Sie ja.
Die Einsatzwagen scheinen noch nicht wirklich im Einsatz – sie nehmen Aufstellung. Der erste Hubschrauber auch.

Durch KLICK auf die Karte vergrößern!
Das Kreuz markiert den Ort des Geschehens.
dssq Aktionskarte 03.09.11

9:30 auf der Schützenstraße zwischen dem Café Europa und der Pauluskirche
Erste Sitzblockade (die wird auch dort bleiben), ca. 60 Leute, darunter unsere 9 Mitschläfer. Setzen sich hin und wrden sofort umringt – gekesselt kann man nicht wirklich sagen, aber wir, 5 Minuten später, dürfen uns (erstmal) nicht dazu setzen, ein Beamter zeigt uns auf der Karte die Grenze des Sperrbezirks – wenn nicht freiwillig, würde man uns dorthin begleiten. Lire la suite

Jetzt erst recht: Auf nach Dortmund am Samstag!

Am Samstag konnten in Lünen vor ALDI/Kaufland ca. 70 Neonazis unwidersprochen für die Nazidemo vom 3.September in Dortmund werben. Dies war angemeldet, aber keiner wusste davon.
Hier den RN-Bericht über rechte Reklame in Lünen lesen

Jetzt sollten wir erst recht gegen die geplante Demo am Samstag in Dortmund sein, auch wenn die Nazis nicht sehen können – aufgrund massiven Polizei »schutzes » – , wie viele Menschen gegen sie aufstehen! Sie werden es auf jeden Fall nachlesen können!

Hier der

Aufruf des von Dortmund nazifrei! Bündnis demokratisches Dortmund

:

Es reicht! Wir stellen uns den Nazis am 03. September 2011 gemeinsam in den Weg!
Schon wieder wollen Nazis unsere Stadt Dortmund als Aufmarschplatz missbrauchen.
Dabei verhöhnen sie mit ihren rassistischen Parolen den Antikriegstag, um die Opfer von Krieg und Faschismus zu verspotten.
Als Demokratinnen und Demokraten sehen wir uns in der Pflicht, dies entschlossen zu verhindern und den Nazi-Horden den Weg zu blockieren.
Dabei verzichten wir ausdrücklich auf gewaltsame Aktionen jeder Art gegen Menschen und Sachen. Wir wollen friedlich für Demokratie und gesellschaftliche Vielfalt eintreten.
Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf sich uns anzuschließen!

Redner der Kundgebung ab 9h, eine Stellungnahme zur gegenwärtigen Diskussion über Sitzblockaden und zivilen Ungehorsam u.v.a. findet Ihr
HIER.

FÜR DORTMUND. GEGEN NAZIS sagt die Stadt und lädt ein zum
Friedensfest
ab 17 h. ABER DAS REICHT NICHT!