Jetzt geht’s in den Süden

Dienstag, 29.07., Yong-In
Mir fällt auf, dass ich mich hier in Korea etwas entwurzelt fühle ohne die vielen Zusammenhänge,in denen ich sonst stecke. Oder in die ich meine, mich einmischen zu müssen. Ich sehe: es geht auch ohne. Mir geht’s gut, alle sind total lieb und versuchen unseren Aufenthalt hier so schön wie möglich zu machen. Vor allem gibt es immer wieder etwas zu essen. Dreimal am Tag warm,und wenn wir auswärts sind, immer irgendein Restaurant. Heute morgen ausnahmsweise kein Reis, sondern Salat und Milchbrötchen, und harte Eier. . In Damyang wird das sicher anders – die Familie meines Schwagers ist nicht so wohlhabend wie meine Schwägerin Seung-Ja hier, und ich kann mich noch gut an Picknicks erinnern, die wir da auf Ausflügen eingepackt bekamen. Aber auch liebevoll vorbereitet, z.B. Kimbab, die koreanische Form der Sushi, und kleingeschnittenes Obst.

Leider gab’s wieder kein internet. (Langsam fehlt es mir doch, werd ich ungeduldig – sind das Entzugserscheinungen?) Was ich eigentlich möchte: in skype lesen und ein bisschen schreiben. .. das Maliblog hatte ich ja schon vorher auf Urlaub gestellt.

31.07., Donnerstagabend
Heute war Ortswechsel zum Haus meines Schwagers nach Damyang (300 km südlich), wo die Familie seit ihrer Rückkehr aus Japan 1944 gewohnt hat. . Heiß ist es hier (32 – 35°). Doch man kann es aushalten, man merkt die Hitze gar nicht dauernd, denn man wechselt häufig von einem klimatisierten Raum in einen anderen: Auto, Raststätte, Haus wie heute, oder vorher Wohnung, Aufzug, Supermarkt, Bus etc.

DSCF3220sDSCF3222sGestern Morgen hatte ich noch einen netten Ausflug mit Max im Bus gemacht, zu einem nahe gelegenen (20 min) Stadtteil Ori, wo es einige Geschäfte mehr, ein gemütliches Café und auch ein PC-Bang gibt. Aber das saß zeitlich nicht drin, weil wir zum Mittagessen schon wieder zu Hause erwartet wurden.

Gelesen hab ich in den koreanischen Erzählungen. Eine, die 1972 veröffentlicht wurde, handelte von einem Tagelöhner am Rande von Seoul, der Geld mit Blutspenden verdient, als er gar keine Arbeit mehr findet, aber davon kaputtgeht und völlig ausrastet. Fragen, die man wohl nachschlagen muss: Wie hoch ist heute hier die Arbeitslosigkeit, wie viele Koreaner leben noch in Armut? (Unter 1,25 $ am Tag – den Prozentsatz weiß ich für mein eigenes Land auch nicht.) Gibt es noch Landflucht? Wie hoch ist die Rate der Schulabschlüsse? Dass es eine hohe Akademikerarbeitslosigkeit gibt, haben wir gehört.

Yoo Mi holt uns ab, zu 5 fahren wir los auf 5spuriger Autobahn Nr. 1 bis wir in Richtung GwangJu abbiegen. Unterwegs müssen wir schon wieder essen, der Onkel ist da eisern.

Eingang neues Haus der Familie Kim, Gaeksa-3gil 11-1

DSCF3264sKim Chi-Vorräte im HofDas neue Haus ist schön. Leider hat es kein Dach in der alten Bauweise mehr. Ein Werkstattvorbau existiert noch, wird aber selten benutzt. KeunOmoni sitzt manchmal dort an der Nähmaschine.
Im Hof stehen, wie damals auch, siebzehn (17) Riesentontöpfe, nun ja, große und kleinere, mit Kim Chi.
Der Khakibaum, an den wir uns erinnern, musste dem Neubau weichen. Der hintere Ausgang führt noch zum Fluss! Langes Erzählen.

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