Puck und der Sommernachtstraum im Harz

Sigrid meine Freundin ist glücklich : sie kann wieder vor Publikum spielen. Stücktragend.

Hier ihre Einschätzung:
fb – 17.08.2021
Ihr Lieben, gerade geht ja für mich ein Traum in Erfüllung: Ich darf den Puck in « Ein Sommernachtstraum » spielen. Möglich gemacht haben das die wunderbaren Menschen von THE METAFICTION CABARET, die aus dem Shakespeare-Stück ein queeres Musical gezaubert haben mit Artistik und rasanten Songs und mir die Rolle anvertraut haben. Das Theaterfestival Natur hat uns die Bühne im Harz gegeben, um dort unter dem Motto « Que(e)r durch den Wald » zu spielen. Aber das soll es natürlich nicht gewesen sein. Wir wollen weitermachen. Wer hat Spielorte für uns, die Vielfalt vertragen können und Platz für ein 12-köpfiges Ensemble haben? Schickt mir Eure Ideen! Und: Wir wollen die Songs auf CD pressen, damit zumindest erst mal die Musik schnell in die Welt geht. Ich freue mich über jede*n, der mit einer kleinen Summe hilft, dass wir das realisieren können. https://www.startnext.com/en/einsommernachtstraum
Ich danke Euch sehr für Eure Unterstützung!!!!

Hier die Kritik:

Altes Spiel der Götter: LIEBE und WETTER!

Sachsen-Anhalt.TV – 

Endlich. Premiere! THEATERNATUR 2021 – QUE(E)R DURCH DEN WALD hat begonnen.
Mit einem fulminanten Auftakt, so treffend wie aufregend: Ein Sommernachtstraum – als wunderbar queeres Musical nach William Shakespeare.

The Metafiction Cabaret aus Berlin mit Dramaturgin Lena Fritschle haben ihn geschaffen, den Sommernachtstraum der Waldbühne in Benneckenstein – eine der großen Eigenproduktionen eigens für das Festival THEATERNATUR. Hier wurde alles richtig gemacht – obwohl das begeisterte Publikum nicht nur in die vielen Facetten der Liebe, sondern auch in Wasser eintauchen durfte. Rettung nahte von Kobold Puck! Was könnte für eine Waldbühne treffender sein als Shakespeares Ein Sommernachtstraum. Auch wenn die Temperaturen im Harz ganz allgemein, in diesem Jahr im Speziellen, wenig an Sommer erinnern, schafften es The Metafiction Cabaret und Lena Fritschle mit ihrem queeren Musical das Gefühl von Sommer, die Magie fremder Wesen, das Spiel der Gottheiten und die Verwirrung der Menschen, vor allem in Liebesdingen, auf die Bühne, in den Wald und zu den Besucherinnen zu bringen.Benneckenstein wurde zu Athen, die Waldbühne zum magischen Wald bei der Stadt. Gekonnt inszeniertes Spiel der Gottheiten: LiebeZunächst verstohlen fast tritt Puck, Kobold und Dienerin der Gottheiten und ganz fabelhaft verkörpert von Sigrid Grajek, aus dem Wald an der Bühne ins Geschehen, beobachtet die in Liebesdingen unsicheren Menschen und beginnt genüsslich und erwartungsvoll ein Spiel zur Unterhaltung und Besänftigung der Gottheiten. Bis zum Schluss des Spektakels wird das Wesen das Geschehen gewaltig mitbestimmen. Puck trägt das Stück, mäandert zwischen den Welten. Mit Entertainment, Gesang, Humor, Zirkus und ein bisschen Weisheit. Immer verschmitzt, mit beobachtendem Blick auf die Welten und Handelnden und immer interessiert zu agieren.

Puck ist es auch, der/die das zweite unberechenbare Spiel der Gottheiten lenkte … Großartig genommenes Spiel der Gottheiten: Wetter

Nicht lange nach Vorstellungsbeginn testeten die Gottheiten nicht nur die Liebenden, sondern auch Aufführung und Publikum: Regen in Strömen. Die stark mit Artistik arbeitende Inszenierung musste aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden, um die Artistinnen und Schauspielerinnen nicht zu gefährden. Equipment musste vom Bühnenaufbau genommen, die Bühne getrocknet und wieder eingerichtet werden. Auch hier spielte Puck, alias Sigrid Grajek, gekonnt mit dem Publikum – wie erwähnt: Entertainment pur mit unglaublichem Können und Humor – scharfem und slapstickhaftem. Shakespeare hätte seine Freude gehabt. Und das Publikum hatte sie auch. Niemand ging, alle harrten dem Fortgang des Spektakels. Liebe und Leidenschaft: Verwirrung gewollt und zeitgemäß.
Und plötzlich weiß man nicht mehr, wer mit wem, warum und wie überhaupt jetzt. Das Spiel der Gottheiten um Liebe, Lust, Geschlecht und Geschlechterrollen ist in vollem Gange und nimmt die Zuschauerinnen mit in die Welt von Demetrius (Nikolaus Sternfeld), Hermia (Susann Merz), Helena (Magdalena Thalmann) und Lysander (Željko Marović). Und die Auseinandersetzung von Titania – pharaonengleich launig verkörpert von Marc C. Behrens – und Oberon – dunkel und geheimnisvoll gespielt von Johann Malchow, die einander zürnen. Zettel (Richard Wutzke) und Stift (Kai Günther), eigentlich Handwerker im shakespearschen Treiben, hier mit Spiel und Livemusik begleitend, treiben quirlig das Spiel entweder rockig an oder unterstützen es sphärisch. Umspielt wird das bunte Hin und Her von den nicht minder schrillen Elfen und großartigen Artistinnen Phil-ip, Maria Juana Jiminez und Oscar Mauricio. Sie füllen den gesamten Bühnenraum bis in schwindelnde Höhen mit Farben, Formen, Bewegung, Extravaganz.

Ein magisches Spectaculum – bunt, frisch, frech, queer

Die im Wortsinne bezaubernden und sehr besonderen Kostüme gestalteten Designer Matthias Maus, der eigens aus Berlin angereist der Aufführung folgte, und Svenja Kosmalski. Sie sind außergewöhnlich, sie sind bunt, sie sind frisch, ohne gewollt modern zu sein. Sie zeigen Haut – auch ordentlich bei diesen Temperaturen – ohne zwanghaft schockieren zu wollen. Sie erinnern ganz leise manchmal an die Kostüme im Film „Das fünfte Element“. Auch sie tragen maßgeblich zur außerordentlich gelungenen Inszenierung bei. Das eher reduzierte Bühnenbild (Annamaria Cattaneo) überlässt Spielenden und Artist*innen die Aufmerksamkeit, entfaltet jedoch bei Dunkelheit und entsprechender Beleuchtung (Ingo Jooß) seine ganze Kraft. Der stilisierte Baum öffnet bei Bedarf geheimnisvolle Räume, die die Wald|Bühne kongenial ergänzen. Beste Unterhaltung mit deutlich shakespeareschem Humor Ja, diese Inszenierung ist voller (Lebens)Freude, Sinnlichkeit und unbändiger Ausgelassenheit. Wer Shakespeares unvergleichlichen Humor sucht, findet ihn ganz sicher
hier. Wer unterhalten werden will, wird es hier. Wer entführt werden will in magische Welten – bitte hierher. Und wer ganz nebenbei die besten Aphorismen für das weitere Leben hören will – auch der ist hier richtig. Denn auch die textliche Adaptation ist gekonnt wie treffend und zeitgemäß.
Bis 22. August noch öffnet THEATERNATUR, das Festival der Darstellenden Künste in Benneckenstein und Umgebung seine Pforten.<
© 2021 http://www.theaternatur.de/

Und zum Schluss ein Appetit-Häppchen aus der Aufführung: Puck und die Elfen energetisieren den Zaubertrunk

 

Une réflexion au sujet de « Puck und der Sommernachtstraum im Harz »

  1. Noch mehr Stücke, die jetzt auch wieder live ungestreamt zu erleben sind (wann kann man hier finden)
    BERLIN. Die 1920er – Eine Stadt im Taumel
    Eine Collage
    100 Jahre 1920er: Charleston-Kleid, Kokain, Absinth, Monokel, Frack, Champagner, Federboa, Tanz auf dem Vulkan, mondäne Unterhaltung und Nächte bis zum Morgengrauen, als ob jede die letzte wäre…
    Soweit die Nostalgie und die Bilder, die gewöhnlich im Zusammenhang mit den sogenannten »Goldenen Zwanzigern« in den Köpfen entstehen. Das alles betrifft im Grunde allerdings nur die Zeit zwischen 1924 und 1929. Sigrid Grajek hingegen geht es um die Jahre von 1918 bis 1933, also jene zwischen den beiden Weltkriegen, wo sich unter der schillernd-schönen »Berlin im Licht«-Oberfläche eine dunkel-bittere Seite offenbart.
    Obwohl man von der „Weimarer Republik“ spricht, war Berlin das pulsierende Zentrum. Die unterschiedlichen Lebensrealitäten dieser fünfzehn Jahre wurden in einer Vielzahl von Liedern und Texten mit oft unerschütterlichem Humor dokumentiert. Sigrid Grajek fügt ihre Auswahl daraus zusammen und kreiert einen musikalisch-literarischen Spiegel der Epoche.
    Eine Collage von & mit Sigrid Grajek,
    Am Piano: Stefanie Rediske / Regina Knobel
    => Tolle Rezension im tagesspiegel

    Und natürlich das Uralt👍programm Claire Waldoff: Ich will aber gerade vom Leben singen…
    Nächste Aufführung: 20.11.2021

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