Mo Asumang war wieder in Lünen

Wie Moderatorin Mo Asumang in die Offensive gegen Nazis geht
Essen (WAZ.de) – 05.02.2016
Als Moderatorin Mo Asumang von Neo-Nazis bedroht wird, geht sie in die Offensive, begibt sich auf die Spur von Rechtsextremen – und schreibt ein Buch.

Mo Asumang drehte einen Film und schrieb ein Buch

Foto (c) WAZ/Jonas Güttler: Mo Asumang

„Die Kugel ist für dich, Mo Asumang“ – als die TV-Moderatorin diesen Hetzsong einer Neonazi-Band vorgespielt bekommt, zieht es ihr den Boden unter den Füßen weg. Das Einzige, was ihr hilft: Sie begibt sich auf die Spur von Rechtsextremen in Deutschland.
Asumang (52) setzt sich Ideologen wie dem Rassismus-Dogmatiker Jürgen Rieger oder rechtsradikalen Ufo-Spinnern wie Axel Stoll aus, sie mischt sich unter 3000 demonstrierende Neonazis auf dem Berliner Alexanderplatz, sie bandelt als Moni_in_Berlin auf dem rechten Dating-Portal „Odin“ mit Kurzgeschorenen an. Einen von ihnen trifft sie gar jenseits der virtuellen Welt, am Berliner Bahnhof Lichtenberg – und macht die Erfahrung, dass Klischees kein rechtes Privileg sind: „Jörg“ trägt zwar Fastglatze und ein Bulldoggen-T-Shirt in Reichskriegsflaggen-Farben, sagt aber auch Sätze wie „Ich hätte kein Problem, ne Partnerschaft mit ‘ner Farbigen einzugehen. Die Hautfarbe allein sagt ja nichts über Menschen aus.“ Und: „Im Reich, da gab’s ja auch Schwarze…“
Mo Asumang recherchiert, dass der Arierglaube der Nazis ein wirres Konstrukt war, weil der Begriff aus der Sprachwissenschaft Menschen bezeichnet, die im Iran und im nördlichen Indien leben. Und neben einem Dokumentarfilm, der auch für den Grimme-Preis nominiert ist, entstand aus Mo Asumangs Recherchen ein Buch, das mit seinem Reportage-Stil tiefe Einblicke in die rechtsextreme Szene und ihre Mentalitäten bietet, Klischees bestätigt, aber auch aufbricht.
© 2016 Waz.de

Hier kann man den Film « Die Arier » von Mo Asumang ansehen:
=> http://www.bpb.de/mediathek/198266/die-arier

Einen Monat später kam sie auch nach Lünen, eingeladen vom Kommunalen Integrationszentrum Kreis Unna: Filmvorführung morgens im Cineworld und Lesung abends in der Lippe-Buchhandlung.
Plakat-Die-Arier 09.03.16Kooperationspartner waren: Lippe Berufskolleg Lünen, Cineworld Nennmann & Thies Kinobetriebe, Multikulturelles Forum Lünen, Integrationsbüro und Gleichstellungsstelle Lünen sowie der Lüner Aktionskreis gegen Rechts, die Bürgermeister Harzer Stiftung und Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage.

Und wenn die Autorin nach Meinung von Betroffenen auch Klischees bedienen mag und manche Szenen an Satire grenzen, so geben ihre Recherchen doch einen guten Einblick in die Szene. Man sollte hier keine wissenschaftliche Studie erwarten.
Streckenweise liest sich ihr Buch wie ein Tagebuch, sehr persönlich – ihre Gedanken und wie sie ihre Angst besiegt, das kommt im Film nicht so raus, aber im Buch macht es Mut. Und Hoffnung, etwas ändern zu können – « face to face ». Eine andere Art, mit Rassismus umzugehen. Für den einzelnen, die einzelne.

Leider konnte ich nicht in Lünen sein am 9.März – schade, ich hätte sie gern nochmal getroffen, nach ihrem Besuch in der GSG mit ihrem ersten Film « Roots Germania » und ihrer ansteckenden Begeisterung, im März 2011.

Mo Asumang in der Aula der Geschwister-Scholl-Gesamtschule Lünen am 14.03.2011

=> Nachlesen: GEMEINSAM SIND WIR STÄRKER
Mo Asumang_mah 016F_14.03.11 ZOOM durch Klick aufs Bild
Mo Asumang an der GSG am 14.03.11MoAsumang 024

Es gibt auch eine facebook-Seite: https://www.facebook.com/mo.asumangenglish?ref=ts&fref=ts
und eine für den Arier-Film: https://www.facebook.com/Die-ARIER_Film-von-Mo-Asumang-771296139548140/?fref=ts

°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°

Und so geht es weiter.. haben wir denn nichts gelernt?? Auch nicht aus dem NSU?

Der Terror der anderen

Die Zeit – 23. Februar 2016
Unbescholtene Bürger aus der Mitte der Gesellschaft seien verantwortlich für Gewalt gegen Asylunterkünfte, heißt es. Das stimmt nicht, zeigen Recherchen von ZEIT ONLINE.
Von Kai Biermann, Philip Faigle, Astrid Geisler, Karsten Polke-Majewski, Hannes Soltau, Julian Stahnke, Tilman Steffen und Sascha Venohr
Ein Team von Zeit-Online-Redakeuren hat in den vergangenen Wochen die fast 300 Brandanschäge auf Flüchtlingsunterkünfte des Jahres 2015 überprüft und Tatverdächtige (aus 93 Fällen) unter die Lupe genommen.
=> LESEN – wenn’s auch lang ist, aber der Artikel ist es wert!

Und:
Boris Pistorius: « Wir müssen zeigen, dass wir aus dem NSU gelernt haben »
Der Generalbundesanwalt sollte gegen rechte Gewalttäter ermitteln, sagt Niedersachsens Innenminister Pistorius im Interview. Er erhofft sich davon ein Signal.
Von Kai Biermann und Astrid Geisler
Die Zeit – 23. Februar 2016
ZEIT ONLINE: Herr Pistorius, die Politik hat ein großes Versprechen abgegeben: Die gewalttätigen Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte sollen mit « der ganzen Härte des Rechtsstaats » verfolgt werden. Passiert das wirklich?
Boris Pistorius: Ich kann mit dieser Formulierung alleine, ehrlich gesagt, nicht viel anfangen. Der Rechtsstaat ist nicht teilbar, er muss doch seine rechtsstaatlich entstandenen Gesetze ohnehin immer anwenden. … Weiterlesen

Publicités

Chimamanda Adichie: THE DANGER OF A SINGLE STORY

Darüber sprachen wir im Vorbereitungsseminar auf die GSG-MLH-Reise nach Namibia, 2012.
Im Blog des PartnershipProject taucht sie nicht auf – darum hier und jetzt, zum Aufbewahren.

How to tell a Story – Chimamanda Adichie

Published on august 13th, 2013
Our lives, our cultures, are composed of many overlapping stories. Novelist Chimamanda Adichie tells the story of how she found her authentic cultural voice — and warns that if we hear only a single story about another person or country, we risk a critical misunderstanding.

Lire la suite