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Das Greif sollte bleiben !

Foto (c) Marc Fröhling: Das Greif an der B 54, kurz vor der Stadtgrenze zu Werne.

Greif schließt

Politiker, trauert nicht ums Greif, denn ihr habt nicht um den Erhalt gekämpft
RN – 12.11.2022 11:55
Von Sylvia vom Hofe
Hut ab vor dem Wirt. Er macht keinem Vorwürfe, dass er das Greif dicht machen muss, sondern bedankt sich bei den Unterstützern. Im Rathaus fehlten die aber.
Dass sich Bürgerinnen und Bürger trotz all der Probleme nicht nur um sich selbst sorgen, sondern auch um ihre Lieblingskneipe, ist großartig. Es zeigt, wie wichtig Gemeinschaft ist: am Tresen, auf der Musikbühne und im Rathaus. Dort ist der Einsatz für die urige Kultkneipe Greif allerdings kaum über Worthülsen hinaus gekommen.
Im September druckste der Bürgermeister herum auf die Frage, ob die Stadt Interesse habe an einer Rettung des kulturellen Treffpunkts: Bislang habe der Rat weder Gelegenheit noch Veranlassung gehabt, sich mit der Sache zu beschäftigen.
Eine vertane Chance
Bürgerinnen und Bürger hatten zu diesem Zeitpunkt schon längst die Unterstützergruppe Greif-Guerillas gegründet und Ideen gesammelt. Wie die aussehen, war bislang kein Thema in denn Ausschüssen. Und das versprochene Gespräch des Bürgermeisters mit den Guerillas fand erst statt, als die Schließung schon beschlossen war. Sich kümmern sieht anders aus. Eine vertane Chance – nicht nur fürs Greif, sondern für die Politik.
Jetzt haben die engagierten Bürgerinnen und Bürger den Eindruck, dass es für Politik und Verwaltung keinen Unterschied macht, ob sie aktiv sind oder nicht. Klar, hat die hochverschuldete Stadt, kein Geld. Aber sie ist reich an Menschen mit Fantasie und Power. Ob es gelungen wäre, das Greif zu retten, steht auf einer anderen Karte. Der Versuch hätte aber das schaffen können, was bislang die Kneipe leistete: Gemeinschaft.
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Kult-Kneipe muss schließen
Greif-Guerillas enttäuscht von der Stadt: „Ein bitteres Signal“
RN – 10.11.2022 um 17:00
Von Kristina Gerstenmaier (Freie Mitarbeiterin)

Foto (c) Sylvia vom Hofe: Leonie Schulte ist die Sprecherin der Greif-Guerillas. Sie kämpf(t)en gemeinsam für einen Erhalt der Kultkneipe.

„Greif bleibt.“ So lautete das Motto der Greif-Guerillas, die für den Erhalt der Lüner Kultkneipe kämpften. Ihr Wahlspruch hat sich jetzt geändert: „Gute Nacht.“
Es sind zwei Ereignisse, die in den vergangenen Tagen aufeinandertrafen und die zusammen genommen jede Hoffnung haben sterben lassen, doch noch die beliebte Kultkneipe Greif zu retten. Zum einen hat der Greif-Betreiber am Mittwoch (9.11.) bekannt gegeben, mit dem 19. Dezember die Gaststätte an der B54 schließen zu wollen. Gründe seien das marode Gebäude, Personalmangel und auch massive Teuerungen. Zum anderen haben die Greif Guerillas als Kämpfer für den Erhalt des Ladens am Dienstag (8.11.) mit Lünens Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns darüber gesprochen, mit welcher Unterstützung durch die Stadt denn gerechnet werden könne – mit ernüchterndem Ergebnis.
„Woanders geht man aus, Lünen aber geht ein“, heißt es im Facebook-Auftritt der Guerillas im Anschluss. Mit dem Greif verliere Lünen einen Begegnungsort, ein Stück kulturelle Heimat. Das klingt endgültig.
Erhalt wäre möglich gewesen
Es sei klargeworden, sagt Guerilla-Sprecherin Leonie Schulte im Gespräch mit der Redaktion, „dass sich bei der Stadt niemand wirklich verantwortlich fühlt. Das Thema wird ausgesessen. Dort ist man sehr mit sich selbst beschäftigt und es fehlt im wahrsten Sinne die Energie. Das ist ein sehr bitteres Signal.“ Vom Rat wurde das Thema Greif dem Kulturausschuss und dem Ausschuss für Arbeitsmarkt, Wirtschaftsförderung und Innovation zugewiesen.
„Uns war von Anfang an klar, dass es kompliziert werden könnte“, schreibt Schulte auf Facebook. „Dass es Kraft und Kreativität erfordert, um auch unkonventionelle Lösungen zu finden. Genauso klar war uns aber auch, dass es möglich ist (oder wohl eher: dass es möglich gewesen wäre), das Greif zu erhalten — wenn man es denn wirklich gewollt hätte.“
Stadt fehle einfach der Wille
Ob Kleine-Frauns Zurückhaltung und Bob Michaels Entscheidung unmittelbar miteinander zusammenhängen, möchte Leonie Schulte nicht bestätigen. Sie betont: „Unsere Entscheidungen gehen über Bobs Entscheidungen hinaus. Und die Stadt ist nur eine von vielen Lösungen. Aber wir sind auch keine Investoren. Wir wollen nur Öffentlichkeit schaffen und die Leute an einen Tisch bringen.“
In Lünen fehle es aber an etwas Entscheidendem: An dem unbedingten Willen, die Kultur, das Nachtleben, das bisschen Subversive dieser Stadt zu retten.
„Der Vertrauensverlust ist immens“, kommentiert Leonie Schulte. Denn: „Eine Krise fühlt sich anders an“, sagt sie, „wenn ich mich als Kulturschaffender nicht von der Politik allein gelassen fühlen würde.“
Am 16. November tagt der Ausschuss für Kultur, Europa und Städtepartnerschaften, am 22. November der für Arbeitsmarkt, Wirtschaftsförderung und Innovation. Viel Hoffnung setzt Leonie Schulte da allerdings nicht mehr hinein. „Vom Kulturausschuss hat man mir schon gesagt, dass das Thema bei ihnen eigentlich falsch ist.“
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Kultkneipe Greif in Lünen schließt trotz Welle der Sympathie
Wirt: „Das war mein Lebenswerk“

RN – 09.11.2022 20:12 Uhr
Von Sylvia vom Hofe, Stv. Redaktionsleiterin

Foto (c) RN/Werner Arndt; Marc Fröhling (Archiv) : Bob Michaels, der Chef vom Greif in Lünen-Wethmar, hat eine Entscheidung getroffen, die ihm schwer fällt. Er schließt die Kultkneipe.

Die Tage des Greif sind gezählt. Als Wirt Bob Michaels den Termin mitteilt, hat er „Pipi in den Augen“, wie er es nennt. Schließlich gehe es um sein Lebenswerk.
„Diese Welle der Sympathie …“ Die Stimme bricht ab. Am anderen Ende des Telefons ist es verdächtig still. Er habe einen dicken Klos im Hals, sagt Bob Michaels schließlich und räuspert sich. „Und Pipi in den Augen“, ergänzt er. Das, was er dann sagt an diesem Mittwochabend (9.11.), erklärt seine Gemütsverfassung.
Seitdem bekannt geworden war, dass der Hauseigentümer das Greif verkaufen will, um an der Stelle des rund 100 Jahre alten Gasthauses Wohnungen bauen zu lassen, ist ein Aufschrei durch Lünen gegangen: “Das Greif muss bleiben.“ Eine regelrechte Bewegung hat sich gegründet, die für den Erhalt der beliebten Kultkneipe kämpft. „Diese Welle der Sympathie“, Bob Michaels hat noch einmal angesetzt, „ist einfach überwältigend“. Dennoch: Die Entscheidung steht jetzt für ihn fest: „Am 19. Dezember ist Schluss nach zwölf Jahren.“ Wieder diese Pause. Dieses Räuspern.
„Eigentümer ist nicht Buhmann“
„Das muss man verstehen“, sagt er, „schließlich geht es um mein Lebenswerk“. Bob Michaels weiß, dass nicht nur bei ihm Emotionen im Spiel, sind, wenn es um den gemütlichen Landgasthof an der B 54, kurz vor der Stadtgrenze zu Werne, geht. Menschen jeden Alters haben ihre Greif-Geschichte: Paare, die sich dort gefunden haben, Familien, die regelmäßig zum Burger-Essen kommen, Musik-Fans, die von den Rock-Konzerten der Vorjahre schwärmen, Freunde, die Brettspiele machen, Leute, die an der großen Whisky-Bar fachsimpeln, und solche, die auf den noch neuen Biergarten schwören.
Trotz der großen Gefühle- auch seiner eigenen – appelliert Michaels, sachlich zu bleiben. „Jedem Eigentümer steht es frei, sein Haus zu verkaufen.“ Was er auf keinen Fall will, ist es, dass „der Eigentümer jetzt als Buhmann dasteht“. Es gebe mehrere Gründe, warum es mit dem Greif nicht weitergeht, obwohl die Gäste oft Schlange stehen.
Energetische Sanierung
Allen voran: die fehlende energetische Sanierung des betagten Backsteinbaus. Die Heizkosten müssen in der Vergangenheit schon hoch gewesen sein. Jetzt Mitten in der Energiekrise dürften sie horrend sein. Bob Michaels will sich dazu gar nicht näher äußern. Denn die Dämmung sei nicht die einzige notwendige Investition. „Die Küchenabluftanlage muss auch erneuert werden.“ Erhebliche Kosten, die noch zusätzlich zum verlangten Kaufpreis von 440.000 Euro hinzu gekommen wären. „Der Kauf kam für mich nicht in Frage“, sagt Michaels.
Er verweist auf sein Alter: fast 55 Jahre. Da überlege man sich lange laufende Kredite. Erst recht nach den zwei Corona-Jahren, die ihm mit ihren Einschränkungen das Letzte abverlangt hätten. Und nach der allgemeinen Teuerung. „Das Bier kostet inzwischen 3,20 Euro“, sagt er. Es sei nicht lange her, dass er für 0,3 Liter noch 2,90 Euro berechnet hatte. Bald werden es wohl 4 Euro sein. Diese Steigerungen kann ich einfach nicht mehr weitergeben.“ Und dann sei da noch die Sache mit dem Personal.
Vor Corona hatte Bob Michaels ein 14-köpfiges Team. Jetzt seien es noch fünf. Der Markt sei leergefegt. Und trotz attraktiver Angebote sei kein Personal zu finden. „Wir sind hier am Limit.“ Dennoch: Alle verbliebenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machten mit. „Bis zum Schluss.“ Pause.
Gerüchten widersprochen
Und was ist danach? Jetzt schmunzelt der Wirt. „Das ist mein kleines Geheimnis.“ Er hält es so wie im August, als bekannt wurde, dass das Greif zum Verkauf steht. „Ich sage erst dann etwas, wenn ich etwas zu sagen habe.“ Halbgares kommt für den Küchenchef nicht in Frage. Dass Gerüchte gerade nur so ins Kraut schießen, weiß er allerdings. Auf einige geht er ein.
„Nein, ich gehe nicht nach Singapur. Und auch nicht ins Sauerland.“ Ohnehin: „Ich übernehme keinen anderen Betrieb.“ Und er ziehe auch nicht mit dem Greif irgendwo anders ein. „Das Greif kann man nicht transferieren.“ Der Charme des Rock‘n-Roll-Landgasthofs sei eben eng mit dem alten Gemäuer und seiner Lage verbunden. Will er also mit 55 Jahren schon ein Rentnerdasein beginnen? Bob Michaels lacht. Nein, das auch nicht. „Aber vielleicht entwickelt sich ja etwas.“ Eines sei aber sicher: „Ich bleibe in Lünen.“ Dort habe er nicht nur treue Kundinnen und Knden gefunden, sondern auch viele Freundschaften geschlossen.
Weihnachtsfeiern finden statt
Nachzubohren hat keinen Zweck. Nicht nur, weil Bob Michaels meint, was er sagt, sondern auch, weil er keine Zeit mehr hat. Um 18 Uhr öffnen sich die Türen. Die Gäste kommen wieder und wollen bekocht, bewirtet und gut unterhalten sein – wie immer. Nachdem das Online-Reservierungssystem zuletzt offline war, will er es wieder öffnen. Auch um den Zustrom zu kanalisieren. Dass die Kundinnen und Kunden immer sehr zufrieden waren mit dem Greif, solle sich nämlich nicht auf den letzten Metern ändern, sagt er. Darum ist es ihm auch wichtig, dass alle gebuchten Weihnachtsfeiern stattfinden können – bis zum 19. Dezember.
Bevor er sich an den Herd stellt, hat Bob Michaels noch ein Anliegen, „sozusagen als Ex-Gastronom“. Er lacht in den Hörer über den eigenen Scherz. Das kann „die Pipi in den Augen“ aber nicht kaschieren. Es geht nicht nur um ihn und das Greif, als er sagt: „Behandelt die Kultur nicht so stiefmütterlich.“ Der Lüner Bürgermeister habe ihn persönlich angerufen und ihm erklärt, dass die hochverschuldete Stadt ihm nicht zur Seite springen könne. Was Michaels weh tut: Bundesweit zeige sich gerade, dass gerade kleine Clubs mit kleinen Bühnen wie im Greif, oft die einzigen Treffs zum Austausch, in der Krise auf der Strecke blieben. „Mit ihnen geht etwas. Unwiederbringlich.“
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Greif-Guerillas Lünen kämpfen um Kult-Kneipe: „Einen Erfolg gibt es schon
13.09.2022 06:00
Von Sylvia vom Hofe
Die Greif-Guerillas kämpfen für den Erhalt der Kult-Kneipe Greif. Das Echo sei „riesig“, sagt die Initiatorin. Dass ihr Kampf erfolgreich sein kann, zeigt ein Blick über die Stadtgrenze.
Ihre T-Shirts sind schwarz. In großen weißen Lettern ist links „Greif Guerillas“ zu lesen, direkt über dem Herzen. Die Platzierung ist kein Zufall. Schließlich ist der Erhalt der Lüner Gaststätte Greif für sie auch eine Herzensangelegenheit. Und damit sind die Mitglieder der vor fast zwei Wochen gegründeten Initiative nicht alleine: „Wir sind glücklich mit den Reaktionen, die wir täglich bekommen“, sagt Initiatorin Leonie Schulte. Froh sind die Journalistin und ihr enger Kreis von Mistreitern – alles glühende Greif-Fans wie sie selbst – aber auch über erste Erfolge.
Überparteiliches, breites Bündnis entstanden
Die fünf Frauen und Männer sitzen zusammen in Leonie Schultes Wohnzimmer: etwa zweieinhalb Kilometer von dem Haus entfernt, um das es geht: die aktuell für 440.000 Euro zum Verkauf stehende Gaststätte Greif an der Münsterstraße kurz vor der Stadtgrenze zu Werne. „Heimat, Homebase, Treffpunkt, Kult- und Kulturstätte“ in einem, wie die Guerillas auf ihrer Homepage schreiben. Tausende haben das inzwischen gelesen, Hunderte haben auf den verschiedenen Kanälen in den sozialen Medien ihre Zustimmung ausgedrückt. Wichtiger ist Schulte und den anderen aber noch etwas anderes.
„Inzwischen haben sich auch Vertreter verschiedener Parteien bei uns gemeldet.“ Sie spricht von einem „überparteilichen breiten Bündnis“: eher etwas Seltenes in Lünen. Nicht nur unterschiedliche Fraktionen ziehen an einem Strang, sondern auch unterschiedliche Generationen.
Die fünf Männer und Frauen erzählen von Spieleabenden im Greif und von durchgetanzten Nächten, von Familienfeiern, Elternstammtischen und Kindergeburtstagen, Junggesellenabschieden und Konzertabenden, wie es sie weit und breit kein zweites Mal gibt. Das Greif sei etwas Großstädtisches, aber ländlich gelegen: etwas, das keiner missen wolle.
Treffpunkt für Ehemalige des Altlüner Gymnasiums
„Ich kenne Leute aus Nordkirchen und aus anderen Orten des Münsterlandes, die extra hierhin kommen“, sagt Verena Semrau. „Und auch aus Dortmund und aus anderen Teilen des Ruhrgebiets“, ergänzen die Freunde. Und vor allem aus Lünen. „Seit mehr als 30 Jahren treffen sich Ehemalige des Gymnasiums Altlünen immer am 23. Dezember im Greif“, sagt Björn Wiggers aus dem Vorstand des vor fünf Jahren gegründeten Vereins Edga (Ehemalige des Gymnasiums Altlünen) . Selbst ein Mitschüler, der inzwischen in Boston lebt, komme regelmäßig zu den längst legendären Partys.
Die „Riesenresonanz“, die sie erhalten, mache Mut, sagen alle. Das sei schon jetzt ein Erfolg. Leonie Schulte spricht von „Selbstwirksamkeitserleben“: davon, dass Menschen erführen, welchen Unterschied es macht, ob man sich engagiert oder nicht. „Gerade in der aktuellen von Krisen geprägten Zeit braucht es endlich gute Nachrichten“. So eine, wie sie die Menschen in der Nachbarstadt Selm sie bereits zweimal erhielten.
Stadt Selm hatte sich für Gasthaus Suer stark gemacht
„Aufatmen in Selm: Rettung in letzter Minute für das Gasthaus Suer“, war kurz vor Weihnachten 2020 zu lesen. Nachdem die Betreiber und Eigentümer der einzigen verbliebenen Gaststätte in der Selmer Altstadt keinen Nachfolger gefunden hatten, wollten sie schließen. Aus der Kneipe mit Saal hätten Büros oder Wohnungen werden können.
Die Entwicklungsgesellschaft Selm, ein städtisches Tochterunternehmen, war eingesprungen. Sie fand zum Frühjahr 2020 einen Gastronom und verpachtete an ihn. Tresen und Saal waren damit gerettet. Im Ortsteil Bork hatte die Stadt die letzte Kneipe im Zentrum sogar gekauft: Betrieben wird sie im Nebenberuf von dem Lehrer Erdal Macit, einem Mitglied der gleichzeitig gegründeten Interessengemeinschaft Borker Bürger (IGBB), die sich für den Erhalt stark gemacht hatten. [Haus Dörlemann, Ed]
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Greif in Lünen: Geplanter Verkauf sorgt für Emotionen und ein Missverständnis
RN – 31.08.2022 15:30
Von Sylvia vom Hofe

Bob Michaels, Wirt des zum Verkauf stehenden „Greif“ in Lünen-Wethmar, macht zusammen mit seinem Team bis zum 27. September Pause.

Foto (c) Daniel Magalski: Bob Michaels, Wirt des zum Verkauf stehenden GREIF in Lünen-Wethmar, macht zusammen mit seinem Team bis zum 27. September Pause.

Der geplante Verkauf der Lüner Kultkneipe Das Greif schlägt hohe Wellen – auch im Netz. Dass der beliebte Treffpunkt bis zum 27. September geschlossen sein wird, hat aber andere Gründe.
Der Stoßseufzer von Babsi klingt laut und erleichtert, obwohl er nur geschrieben ist – auf der Facebook-Seite des Rock ‚n‘ Roll-Gasthofs Greif. „Gott sei Dank“, ist dort zu lesen, direkt unter der Ankündigung der Betriebsferien. „Ich war schon echt in Sorge. Lünen ohne (…) das wundervolle Greif, welches in seiner Einzigartigkeit echt nicht zu übertreffen ist, wäre wirklich ein tiefer Einschnitt für Lünen.“ Babsi hat sich zu früh gefreut.
Betriebsferien dauern bis zum 27. September
Die Betriebsferien und der durch den Eigentümer geplante Verkauf der Immobilie mitsamt des mehr als 1500 Quadratmeter großen Grundstücks haben nichts miteinander zu tun. Das Team rund um den Wirt Bob Michaels hat die Auszeit bis zum 27. September schon lange geplant. Nach knapp vier Wochen Ferien wird das Greif am letzten Dienstag im September wird öffnen. Ob es dann bereits Neues bezüglich des Verkaufs gibt, ist offen.
Der von den ebenfalls in Wethmar lebenden Eigentümern beauftragte Dortmunder Immobilienmakler sagt, dass es bereits jetzt Interessenten gebe – sowohl solche, die sich für eine Weiterführung der Gastronomie einsetzten, also auch solche, die das mehr als 100 Jahre alte Gebäude lieber abreißen wollen, um dort ein Mehrfamilienhaus zu errichten. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.
Wirt Bob Michaels: „Machen wirklich nur eine Pause“
Bob Michaels, der das Greif seit 2011 betreibt und seitdem zur gefragten Kultkneipe entwickelt hat, gibt sich einsilbig angesichts der Verkaufspläne des Eigentümers: „Zum jetzigen Zeitpunkt möchte ich mich hierzu nicht äußern.“
Nach Veröffentlichung des Berichts über die Anzeigen im digitalen Immobilien-Portal Immonet schrieb er lediglich auf der Facebook-Seite des Greif: „Nachdem der aktuelle Bericht in den Ruhr Nachrichten ziemlich hohe Wellen schlägt und unser Telefon glüht: Euer Landgasthof-Team macht wirklich nur eine Pause.“
Userin Babsi und andere verstanden das als Hinweis, dass es gar keine Verkaufsabsichten und damit auch keine Zukunftssorgen gebe und freute sich schon. Ein Missverständnis.
Reaktion im Netz: „Ohne Greif keine Kultur mehr“
Andere haben die Situation realistischer erfasst. Sie malen sich bereits düster aus, was wäre, wenn das Greif, das auch Konzerte und Live-Events veranstaltet, verschwinden würde: „Ohne Greif keine Kultur mehr in Lünen.“ „Das wäre bitter.“ „Wie schade.“
Dass Kneipen aus dem Ortsbild verschwinden und Platz machen für Wohnbebauung, ist immer wieder zu beobachten – auch in Wethmar. Haus Bössing ist abgerissen, Haus Lüggert ebenfalls, das einstige Steakhaus Fölger wird umgebaut, und der Westfalenkrug ist nur noch Hotel.
Mit der Kultkneipe Greif würde die letzte echte Kneipe mit Tresen und Saal im Ortsteil verschwinden. Dann bliebe in Wethmar nur noch Vereinsgastronomie, allen voran bei TuS Westfalia Wethmar.

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Puck und der Sommernachtstraum im Harz

Sigrid meine Freundin ist glücklich : sie kann wieder vor Publikum spielen. Stücktragend.

Hier ihre Einschätzung:
fb – 17.08.2021
Ihr Lieben, gerade geht ja für mich ein Traum in Erfüllung: Ich darf den Puck in « Ein Sommernachtstraum » spielen. Möglich gemacht haben das die wunderbaren Menschen von THE METAFICTION CABARET, die aus dem Shakespeare-Stück ein queeres Musical gezaubert haben mit Artistik und rasanten Songs und mir die Rolle anvertraut haben. Das Theaterfestival Natur hat uns die Bühne im Harz gegeben, um dort unter dem Motto « Que(e)r durch den Wald » zu spielen. Aber das soll es natürlich nicht gewesen sein. Wir wollen weitermachen. Wer hat Spielorte für uns, die Vielfalt vertragen können und Platz für ein 12-köpfiges Ensemble haben? Schickt mir Eure Ideen! Und: Wir wollen die Songs auf CD pressen, damit zumindest erst mal die Musik schnell in die Welt geht. Ich freue mich über jede*n, der mit einer kleinen Summe hilft, dass wir das realisieren können. https://www.startnext.com/en/einsommernachtstraum
Ich danke Euch sehr für Eure Unterstützung!!!!

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Hanau 1 Jahr danach: Wie konnte es (schon wieder) dazu kommen?

Foto (c) Karoline Bofinger/taz: Graffiti mit den Namen der neun Opfer

“190220 – Ein Jahr nach Hanau” – Neuer Spotify Original Podcast

spotify – 12 February 2021

Am 19. Februar jährt sich der rassistisch motivierte Anschlag in Hanau zum ersten Mal. Wenige Tage vor dem Jahrestag startet am 12. Februar der neue Spotify Original Podcast “190220 – Ein Jahr nach Hanau”.

In dem Dokumentationsformat blicken Journalistin Sham Jaff und Reporterin Alena Jabarine in insgesamt sechs Episoden auf persönliche Schicksale von Opfern und deren Angehörigen, auf ein Jahr voller Aktivismus und auf die Rolle der beteiligten Behörden. Lire la suite

Vieillir en France, au féminin : un webdocumentaire

Wie Frauen in Frankreich altern – und insbesondere, wie die Eingewanderten altern.. in Frankreich sind es ca. 800.000, in Europa 7 Millionen.
Ein Webdokument von http://femmesimmigrees.org

Caroline Trouillet

 

Trop peu entendues par les politiques publiques, les femmes immigrées vieillissant en France prennent la parole dans un web documentaire réalisé par les associations Grdr et Africultures, Femmes immigrées âgées, bien vieillir en France : Femmes immigrées âgées, bien vieillir en France
.

Dans un parc du 19ème arrondissement, Bayou Kroufa, la cinquantaine passée, égraine ses souvenirs. Entre ses mains quelques photos de famille jaunies par le temps. La fibre militante, elle évoque, 37 ans après son départ d’Algérie, ses engagements associatifs et féministes. Puis sa prochaine retraite en France, dérivant sur la projection de sa mort, ici, ou là-bas. Quelques rues plus loin, dans son appartement, Diaratou Gundiamou se tient le dos. Depuis un accident de travail, elle peine à se déplacer. Pourtant, des ressources, il lui en faut pour prendre soin de sa mère, arrivée du Mali il y a 10 ans. Son rire toujours faufilé entre…

Voir l’article original 433 mots de plus

#StopRacismStartTalking

Essay von

Mo Asumang

Ich möchte keine Dereks mehr sehen
taz – 19.07.2020

Wir müssen mit denen reden, die man hassen sollte. Es ist die einzige Möglichkeit, das Leiden hinter sich zu lassen und nach vorne zu blicken.

Ich mach was, weil ich viel erlebt hab, vor allem mit Hass. Mein Kopf hing mal in den Händen eines Rassisten. Der hat mich an der Gurgel nach oben gezogen. Das war in einer Straßenbahn, in Kassel, da war ich 20. Hab ’nen kleinen Job gemacht und Gäste befragt. Aber der, der war voller Hass und hat mich gewürgt, von einer Haltestelle zur nächsten. Als Taxifahrerin in Berlin, es war zur Wendezeit, hat einer meinen Kopf auf ein Taxidach geknallt, bum, bum, bis ich mich nach sechs Schlägen seinen heftigen Pranken entziehen konnte und floh.
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J’ai la rage : Die riesengroße Wut eines Krankenhauspsychologen aus dem Elsass angesichts des Kaputtsparens – ist es bei uns nicht genau so?

J’ai la rage

Libération – 24 mars 2020 à 18:12
Par Claude Baniam (pseudonyme), psychologue à l’hôpital de Mulhouse —
Un psychologue de l’hôpital de Mulhouse crie sa révolte contre ceux qui ont détruit le système de santé au nom des restrictions budgétaires. Une fois la pandémie passée, ceux-là mêmes rendront des comptes.

Foto (c) Sebastien Bozon/AFP: Une victime du Covid-19 évacuée de l’hôpital de Mulhouse, le 17 mars 2020
Tribune. Je suis en colère et j’ai la rage, quand ils défilent dans les médias, montrent leur trogne à la télévision, font entendre leur voix parfaitement maîtrisée à la radio, livrent leur discours dans les journaux. Toujours pour nous parler d’une situation dont ils sont un facteur aggravant, toujours pour pérorer sur la citoyenneté, sur le risque de récession, sur les responsabilités des habitants, des adversaires politiques, des étrangers… Jamais pour nous présenter leurs excuses, implorer notre pardon, alors même qu’ils sont en partie responsables de ce que nous vivons.

Je suis en colère et j’ai la rage, car en tant que psychologue dans l’hôpital le plus touché, celui de Mulhouse, je vois toute la journée des dizaines de personnes arriver en urgence dans nos locaux, et je sais que pour une bonne partie d’entre elles, elles n’en ressortiront pas vivantes, souriantes, insouciantes, comme ce pouvait être le cas il y a encore deux semaines.

Je suis en colère et j’ai la rage, car je sais que ces personnes, ces êtres vivants, ces frères et sœurs, pères et mères, fils et filles, grands-pères et grands-mères, mourront seules dans un service dépassé, malgré les courageux efforts des soignants ; seules, sans le regard ou la main de ceux et celles qui les aiment, et qu’ils aiment.

Je suis en colère et j’ai la rage, devant cette situation folle qui veut que nous laissions nos aînés, nos anciens, ceux et celles qui ont permis que notre présent ne soit pas un enfer, ceux et celles qui détiennent un savoir et une sagesse que nul autre n’a ; que nous les laissions donc mourir par grappes dans des maisons qui n’ont de retraite que le nom, faute de pouvoir sauver tout le monde, disent-ils.
Le deuil impossible des familles

Je suis en colère et j’ai la rage, en pensant à toutes ces familles qui vivront avec la terrible douleur d’un deuil impossible, d’un adieu impossible, d’une justice impossible. Ces familles auxquelles on ne donne pas accès à leur proche, ces familles qui appellent sans cesse les services pour avoir des nouvelles, et auxquelles aucun soignant ne peut répondre, trop occupé à tenter une intervention de la dernière chance. Ces familles qui sont ou pourraient être la nôtre…

Je suis en colère et j’ai la rage, quand je vois mes collègues soignants se battre, tous les jours, toutes les minutes, pour tenter d’apporter de l’aide à toutes les personnes qui se retrouvent en détresse respiratoire, y perdre une énergie folle, mais y retourner, tous les jours, toutes les minutes. Je suis en colère et j’ai la rage, devant les conditions de travail de mes collègues brancardiers, ASH, secrétaires, aides-soignants, infirmiers, médecins, psychologues, assistants sociaux, kinés, ergothérapeutes, cadres, psychomotriciens, éducateurs, logisticiens, professionnels de la sécurité… car nous manquons de tout, et pourtant, il faut aller au charbon.

Je suis en colère et j’ai la rage, car, lorsque je me rends à mon travail, et lorsque j’en pars, je croise en quelques minutes trois ou quatre véhicules d’urgence, transportant une personne pleine de l’espoir d’être sauvée… Comment ne pas avoir confiance dans nos hôpitaux ? Ils sont à la pointe, ils sont parfaitement en état de fonctionner, de protéger, de guérir… et pourtant, combien de ces ambulances mènent leur passager vers leur dernier lieu ? Combien de ces patients refranchiront la porte sains et saufs ?

Je suis en colère et j’ai la rage, car cela fait des années que nous crions notre inquiétude, notre incompréhension, notre dégoût, notre mécontentement, devant les politiques de santé menées par les différents gouvernements, qui ont pensé que l’hôpital était une entreprise comme une autre, que la santé pouvait être un bien spéculatif, que l’économie devait l’emporter sur le soin, que nos vies avaient une valeur marchande.

Je suis en colère et j’ai la rage quand je constate que nos services d’urgences demandent de l’aide depuis si longtemps, quand je pense que les personnes qui arrivent avec le Samu posent leur regard (souvent le dernier sur l’extérieur) sur ces banderoles disant «URGENCES EN GRÈVE», qu’elles se trouvent face à des médecins traitants à la retraite du fait du départ des urgentistes, ces spécialistes de l’urgence qui seraient tant nécessaires en ces jours sombres…
De l’exploitation des étudiants infirmiers

Je suis en colère et j’ai la rage devant la manière dont on exploite nos étudiants en soins infirmiers ou aides-soignants, qui se retrouvent à faire des travaux d’une dureté que je ne souhaiterais pas à mon pire ennemi, qui, a à peine 20 ans, doivent mettre les corps de nos morts dans des sacs mortuaires, sans préparation, sans soutien, sans qu’ils et elles aient pu se dire volontaires. Pourquoi demander ? Cela fait partie de leur formation, voyons ! Et ils devraient s’estimer heureux, ils reçoivent une gratification de quelques centaines d’euros, vu qu’ils interviennent en tant que stagiaires.

Je suis en colère et j’ai la rage, car la situation actuelle est le fruit de ces politiques, de ces fermetures de lits comme ils aiment le dire, oubliant que sur ces lits, il y avait des humains qui en avaient besoin, de ces putains de lits ! De ces suppressions de postes, parce qu’un infirmier, c’est cher, ça prend de la place sur le budget prévisionnel ; de ces externalisations de tous les métiers du soin, puisqu’un ASH en moins dans les chiffres du nombre de fonctionnaires, c’est toujours un fonctionnaire en moins dont ils peuvent s’enorgueillir.

Je suis en colère et j’ai la rage, car celles et ceux qui sont au boulot tous les jours, malgré la peur ancrée au ventre, peur d’être infecté, peur de transmettre le virus aux proches, peur de le refiler aux autres patients, peur de voir un collègue sur le lit de la chambre 10 ; celles-ci et ceux-là se sont fait cracher dessus pendant des années dans les discours politiques, se sont retrouvés privés de leur dignité lorsqu’on leur demandait d’enchaîner à deux professionnels tous les soins d’un service en quelques minutes, bousculés dans leur éthique et leur déontologie professionnelle par les demandes contradictoires et folles de l’administration. Et aujourd’hui, ce sont ces personnes qui prennent leur voiture, leur vélo, leurs pieds, tous les jours pour travailler malgré le risque continu d’être frappées par le virus, alors que ceux qui les ont malmenés sont tranquillement installés chez eux ou dans leur appartement de fonction.

Je suis en colère et j’ai la rage, parce qu’aujourd’hui, mon hôpital fait face à une crise sans précédent, tandis que celles et ceux qui l’ont vidé de ses forces sont loin. Parce que mon hôpital a été pris pour un putain de tremplin pour des directeurs aussi éphémères qu’incompétents qui ne visaient que la direction d’un CHU et qui sont passés par Mulhouse histoire de prouver qu’ils savaient mener une politique d’austérité bête et méchante… Parce que mon hôpital a été la cible d’injonctions insensées au nom d’une obscure certification, pour laquelle il semblait bien plus important de montrer une traçabilité sans faille plutôt qu’une qualité de soin humain.

Parce qu’en gros, mon hôpital ne fut rien de plus qu’un cobaye pour des administrateurs dont seule l’autovalorisation égoïste avait de l’importance. Parce qu’au-delà de mon hôpital, ce sont les personnes qui y sont accueillies qui ont été considérées comme des valeurs négligeables, des chiffres parmi d’autres, des variables sur la ligne recettes/dépenses. Parce que dans l’esprit bêtement comptable de la direction générale de l’organisation des soins, patients et soignants sont tous dans le même panier d’un lean management des plus écœurants…
Les premiers de cordée et leur respirateur

Je suis en colère et j’ai la rage, quand je me souviens des premiers de cordée censés tenir notre pays, censés être le fer de lance de notre pays, censés nous amener, nous, petites gens, vers des sommets ; et que ce sont ces petites gens, ces caissières de supermarché, ces éboueurs dans nos rues, ces ASH dans nos hôpitaux, ces agriculteurs dans les champs, ces manutentionnaires amazone, ces routiers dans leurs camions, ces secrétaires à l’accueil des institutions, et bien d’autres, qui permettent aux habitants de continuer de vivre, de se nourrir, de s’informer, d’éviter d’autres épidémies… Pendant que les premiers de cordée lorgnent leur respirateur artificiel personnel, le prospectus de la clinique hi-tech dernier cri qui les sauvera au cas où, regardent les fluctuations de la Bourse comme d’autres comptent les cadavres dans leur service.

Je suis en colère et j’ai la rage envers ces hommes et ces femmes politiques qui n’ont eu de cesse de détruire notre système social et de santé, qui n’ont eu de cesse de nous expliquer qu’il fallait faire un effort collectif pour atteindre le sacro-saint équilibre budgétaire (à quel prix ?) ; que «les métiers du soin, c’est du sacrifice, de la vocation»… Ces politiques qui aujourd’hui osent nous dire que ce n’est pas le temps des récriminations et des accusations, mais celui de l’union sacrée et de l’apaisement… Sérieux ? Vous croyez vraiment que nous allons oublier qui nous a mis dans cette situation ? Que nous allons oublier qui a vidé les stocks de masques, de tests, de lunettes de sécurité, de solutions hydroalcooliques, de surchaussures, de blouses, de gants, de charlottes, de respirateurs (de putain de respirateurs tellement primordiaux aujourd’hui) ? Que nous allons oublier qui nous a dit de ne pas nous inquiéter, que ce n’était qu’une grippe, que ça ne passerait jamais en France, qu’il ne servait à rien de se protéger, que même pour les professionnels, les masques, c’était too much ?

Que nous allons oublier l’indifférence et le mépris pour ce qui se passait chez nos sœurs et nos frères chinois, chez nos sœurs et nos frères iraniens, chez nos sœurs et nos frères italiens, et ce qui se passera sous peu chez nos sœurs et nos frères du continent africain et chez nos sœurs et nos frères latino-américains ? Nous n’oublierons pas ! Tenez-le-vous pour dit…

Je suis en colère et j’ai la rage, car je vis depuis une semaine avec cette satanée boule dans la gorge, cette envie de me prostrer, de pleurer toutes les larmes de mon corps, quand j’écoute la détresse et la souffrance de mes collègues, quand ils et elles me parlent du fait de ne pas pouvoir embrasser leurs enfants parce que personne ne peut être sûr de ne pas ramener le virus, lorsque s’expriment les moments de craquage dans la voiture avant et après la journée de travail, quand je pense aux ravages à venir, psychiquement parlant, lorsque tout ça sera derrière nous, et qu’il y aura le temps de penser…

Je suis en colère et j’ai la rage, mais surtout un désespoir profond, une tristesse infinie…

Je suis en colère et j’ai la rage, et je ne peux pas les laisser sortir pour le moment. Elles se tapissent au fond de mon âme, me consumant à petit feu. Mais sous peu, une fois que ce sera calme, je les laisserai jaillir, cette colère et cette rage, comme tous ceux et toutes celles qui les ont enfouies. Et croyez-moi, ce moment viendra. Elles flamberont, et nous exigerons justice, nous demanderons des comptes à tous ceux qui nous ont conduits dans ce mur terrible. Sans violence. A quoi bon ? Non, avec une humanité et une sagesse dont ils sont dépourvus. Entendez-vous cette petite musique ? Celle qui se murmure tout bas mais qui monte en puissance ? Ce refrain des Fugees : «Ready or not, here I come ! You can hide ! Gonna find you and take it slowly !» Nous arrivons…
Claude Baniam (pseudonyme) psychologue à l’hôpital de Mulhouse

Nicht weiß schreiben!

Anlässlich des Erscheinens des jüngsten Buches von Charlotte Wiedemann « Der lange Abschied von der weißen Dominanz » habe ich diese Kolumne ausgegraben.
Ein Gespräch über das Thema mit der Autorin und Bonaventure Soh Bejeng Ndikung und eine Buchbesprechung siehe weiter unten.

Weiße Dramaturgien

Der Fall Relotius ist der Vorhof des Verbrechens. Wenn sich der europäische Blick auf andere Kulturen richtet, werden gern Legenden erzählt.
taz – 18.01.2019
Von Charlotte Wiedemann (Kolumne Schlagloch)
Wie rasch es still geworden ist um die Fälschungsaffäre beim Spiegel. Mir scheint, wichtige Fragen sind noch nicht einmal aufgeworfen. Welche Bedürfnisse erfüllten die gefälschten Storys von Claas Relotius? Warum werden extrem personalisierte Erzählungen vom Weltgeschehen mit Preisen überhäuft? Wo grenzt die Fälschung an die gewohnheitsmäßigen Legenden, wenn sich der weiße Blick auf andere Kulturen richtet?

Foto (c) dpa: Über Mali wird fast immer nur aus der Perspektive der Bundeswehr berichtet

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«FEMINIST FUTURES FESTIVAL» in Essen

Feminist Futures Festival
Internationales Festival «FEMINIST FUTURES»
12.-15.9.2019 Zeche Zollverein, Essen
wideblick.blogspot.com / rosalux.org – 18.06.2019
Weltweit gewinnen feministische Bewegungen an Stärke und schlagen einen immer radikaleren Kurs ein: Lautstark und vielfältig stellen sie sich dem neoliberalen Ausverkauf des Gesundheitssystems und schlechten Arbeitsbedingungen entgegen. Sie kämpfen gegen sexuelle Gewalt, rassistische Ausgrenzungen und die Zerstörung der natürlichen Umwelt. Sie treten für soziale Gerechtigkeit als Grundlage für Selbstbestimmung über ihren Körper und ihr Leben ein. Damit gehören sie zu den wichtigsten Gegner*innen eines globalen Rechtspopulismus und bauen an einer besseren Zukunft für alle!

Es ist also alles in Bewegung: Feminist*innen mit verschiedenen Erfahrungen und Hintergründen kommen wieder oder das erste Mal zusammen. Es entstehen Handlungsweisen, die auf etwas Gemeinsames orientieren ohne Unterschiede zu verschweigen. Somit kann eine Einheit in der Differenz möglich werden. Sie verbinden feministische und queer-feministische Anliegen mit konsequenter Kapitalismuskritik und Klassenpolitik. Auch wir wollen in dieser Richtung weiter kommen. Um die Bewegungen zu stärken und weiterzuentwickeln, brauchen wir Orte für Debatten, um voneinander zu lernen.

Einen solchen Ort möchten die Rosa-Luxemburg-Stiftung, das Netzwerk Care Revolution und das Konzeptwerk Neue Ökonomie mit einem internationalen Festival im September bieten. Die Vorbereitung gestalten viele lokale und überregionale Unterstützer*innen aktiv und vielfältig mit. Es soll Podien und Workshops für theoretische ebenso wie praxisnahe Fragen geben. Es gibt Zeit für Trainings und Gesprächsrunden. Wir wollen an ältere feministische Praxen der ‚Selbsterfahrung‘ anschließen und über feministische Gesundheit genauso lernen, wie über Transformatives Organizing. Auch unterschiedliche Formen künstlerischer und kultureller Beiträge werden zentraler Bestandteil des Programms sein. Wir wollen gemeinsam Filme schauen und darüber diskutieren, es wird Bühnen geben für Musik, wie für gesprochenes Wort, Theater und Performances und: wir wollen zusammen tanzen!

Das wollt Ihr nicht verpassen! … Nähere Infos folgen ganz bald unter: www.feministfutures.de
Das Festival ist kostenlos und die Verpflegung auf Spendenbasis. Außerdem bemühen wir uns um günstige Anreise- und Unterkunftsmöglichkeiten. Außerdem organisieren wir Kinderbetreuung.
Das Festival ist offen für alle Geschlechter. Es wird am Samstag einen räumlich getrennten Bereich für Frauen, Lesben, Trans, Inter und Queer geben.
Wir freuen uns auf euch – bei Fragen oder Ideen meldet euch gerne bei uns: femfest@rosalux.org

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Hinweis der Organisator*innen:

Leider mussten wir die Anmeldung für das Feminist Futures Festival schließen.
Wir sind total überwältigt von eurem Zuspruch und den hohen Anmeldezahlen, aber leider stoßen wir an unsere räumlichen und infrastrukturellen Grenzen, weshalb wir die Anmeldung leider schließen mussten. Wenn ihr spontan vorbei kommt, können wir nicht versprechen, dass ihr das Festival besuchen könnt.
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P R O G R A M M

Das Festival hat fünf thematische Schwerpunkte, um die sich eine große Vielfalt an Themen gruppieren: => Öffnen! D/E/Sp
– Die ganze Arbeit
– Reproduktive Gerechtigkeit, Familienpolitiken, Care
– Gewaltverhältnisse und Körperpolitiken
– Sozial-ökologische Transformation
– Postkolonialer Feminismus und Feministische Internationale

Das ganze Programm (Eröffnung Donnerstag 16 h):
=> RLS_Feminist_Futures_Programm