Am Dienstag (12.07.) war es so weit

Sie kämpfen mit Rosen gegen die Atomkraft
von Daniel Magalski aus Lünen (c) Lüner Anzeiger 13.07.2011|


Schüler warfen Rosen in die Lippe.

Lünen: Lippekaskade | Eine ungewöhnliche Protest-Aktion gegen Atomkraftwerke in der Türkei starteten gestern Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule.

Sie schrieben Briefe u. a. an den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan und drückten darin ihre Sorgen wegen des geplanten Baus von Atomkraftwerken in den türkischen Städten Mersin und Sinop aus. Mit « Gasmasken » liefen die Mädchen und Jungen und Lehrer dann zur Treppenkaskade in der Stadt und warfen – symbolisch – Rosen mit Botschaften an den Präsidenten in die Lippe.

Nachtrag: Es stand auch in türkischen Zeitungen – also haben die Briefe ihr Ziel erreicht. Zumindest ein Etappenziel.

GSG-SchülerInnnen planen offenen Brief an Erdogan

Durch die Nachricht von türkischen AKWs aufgewühlt, haben sich Sechsklässler eines Türkischkurses unsrer Schule überlegt, wie man der Angst begegnen kann, und setzen einen Brief an den MInisterpräsidenten Erdogan auf (der gerade zum 2.Mal wiedergewählt wurde). Sie möchten auch ihre deutschen Mitschüler ins Boot holen, und so werden wir den Artikel auch in anderen Klassen besprechen und uns dann, mit der gebotenen Zurückhaltung, einmischen und dranhängen.
Anfang Juli mehr, dann wird es auch einen Presseartikel dazu geben.

Premiere in D – Erneuerbare Energien im Strommix > Atomkraft

Abschalten geht ja doch!
Da lacht die Sonne
Nach dem AKW-Abschalten: Wind, Sonne, Wasser, Biomasse – die erneuerbaren Energien tragen ab sofort mehr zum Strommix bei als Atomkraftwerke. VON BERNWARD JANZING
Die erneuerbaren Energien in Deutschland überwiegen ab sofort. Mit dem dreimonatigen Moratorium der Bundesregierung für die Atomkraftwerke reduziert sich die nukleare Stromerzeugung hierzulande so weit, dass Sonne, Wasserkraft, Windenergie und Biomasse das Übergewicht gewinnen.
=>weiterlesen in der taz vom 19.03.

Laufzeitverkürzung

Wer hätte noch vor einer Woche geglaubt, dass Neckarwestheim abgeschaltet wird??
Leider zu einem so hohen Preis…

=>Hier lesen: « Wie diese Regierung ihre Laufzeit verlängern will »

und weiter... »Es zeugt von der Stärke der deutschen Anti-Atom-Bewegung, dass diese Regierung ihre Mobilisierungskraft jetzt so fürchtet, dass sie auf Rückzug schaltet. Die Proteste der Vergangenheit waren also nicht ganz umsonst.
Dass es der Anti-AKW-Bewegung jetzt wieder in kürzester Zeit gelang, Zehntausende auf die Straßen zu bringen, hat Schwarz-Gelb überzeugt, dass ein « Weiter so » nicht durchzuhalten ist. Man muss diesen Druck aufrechterhalten – dann wird es kein Zurück zu dem Pro-Atom-Kurs geben können. » (c)taz

45 km Menschenkette zwischen Neckarwestheim und Stuttgart

Sie setzten ein Zeichen an diesem tragischen Tag: 60.000 demonstrieren in Baden-Württemberg gegen Atomkraft. Sie tanzen, trauern – und erwarten eine neue Atomdebatte. VON MARTIN KAUL

Nein, es ist kein leichter Protesttag, dieser Samstag. Schon seit Monaten haben Atomkraftgegner in ganz Deutschland mobilisiert, um noch einmal ein starkes Zeichen zu setzen, im Landtagswahlkampf von Baden-Württemberg. Um Mappus abzuwählen, den Ministerpräsidenten. Um gegen Filz und Atomkraft anzustänkern. Und dann das: Japan, Fukushima.
=> taz 12.03.2011

Und am 08.11.2010 kommentierte Martin Kaul den Widerstand der 50 000 im Wendland:
Der Protest wächst in die Breite und verschärft sich gleichzeitig
Massenhafte Selbstermächtigung
Würden Sie sich gern mal richtig vermöbeln lassen? Nein? Dann ist schon diese höchst nachvollziehbare Haltung Grund genug, den gegen den Castortransport Protestierenden im Wendland Respekt zu zollen.

Am Wochenende kamen erstmals 50.000 Menschen aus ganz Deutschland ins Wendland, um friedlich gegen Atomkraft und deren Folgen zu demonstrieren. Etliche tausend von ihnen blockierten mithilfe von Sitzblockaden Schienen und Straßen. Etwa 4.000 Menschen – meist ebenfalls friedlich – nahmen bei vollem Bewusstsein Prügel, Pfefferspray und Tränengas in Kauf, um mit dem Wegräumen des Schotters von den Bahnschienen, dem sogenannten Schottern, zu versuchen, den Castortransport effektiv zu verhindern. Damit ist etwas zurückgekehrt in die Freie Republik Wendland, von dem frühere Kämpfer gern rückblickend schwärmen: Aus Protest ist wieder waschechter Widerstand geworden. Und genau der ist, leider, bitter nötig.
=> weiterlesen taz

=> Siehe auch: Die Methoden der Atomlobby

KOMMENTAR VON REINER METZGER

Fünf Atomreaktoren in Japan laufen derzeit auf eine Katastrophe zu. Sie sind notabgeschaltet und ohne Kühlung. Was genau passiert ist, wissen weder Anwohner noch die Welt…Dieses Vertuschen und Verzögern ist ein unfassbarer Skandal. Und er ist keine Folge des Chaos nach dem Beben, nein – das hat Methode.

Übrigens: den « Super-GAU » gibt es doch: Das ist der Unfall, den niemand angenommen hat.