Demokratie ist anstrengend. Logik für Demokraten von Daniel-Pascal Zorn

Im Deutschlandradio Kultur aufgeschnappt:
…der Philosoph und Autor Daniel-Pascal Zorn war zu hören in der Sendung ‘Sein und Streit’ im Gespräch mit Christian Möller zum Thema
« Mit Populisten streiten, aber wie? »

Hier zum Nachhören: podcast (27 min)

Hier auf facebook, wo er gern mit jedem diskutiert.. »das Zurückholen der Agora in die neuen Medien »

Lesebericht:
Daniel-Pascal Zorn, Logik für Demokraten. Eine Anleitung
klett-cotta-Blog – 13. März 2017
Von Heiner Wittmann
Dem Aufschwung der AfD und dem Erstarken des Front national in Frankreich haben die etablierten Parteien in der letzten Zeit nicht viel entgegenzusetzen gehabt. Erst kürzlich beklagten am 28. Februar 2017 Alexandre Lemarié, Raphaëlle Besse Desmoulières, Bastien Bonnefous, Cédric Pietralunga et Matthieu Goar in LE MONDE „Le renoncement des candidats face au FN“. Und dabei fehlt es wahrlich nicht an Argumenten gegenüber den menschenrechtsfeindlichen Positionen der Rechtspopulisten. Lire la suite

Ein Tag im Innern Dortmunds – NAZIS RAUS AUS DEN KÖPFEN

Gestern habe ich einfach mal mitgeschrieben, was an der Schützenstraße Ecke Kirchenstraße passierte – da wo laut DERWESTEN.DE: die friedlichen (Demonstranten) schafften es sogar ganz ohne Gewalt den Streckenverlauf der Rechten zu ändern – ein Tag, den ich nicht vergessen werde.
Nur, warum ist es so schwer, die Aufmärsche solcher Idioten in unserem Land zu verhindern? Viel mehr Menschen noch sollten sich diesem Spuk widersetzen.

Dortmund, 3. September 2011

7:00 an der Schützenstraße.
Zwei große Mannschaftsbusse der Polizei und viele Einsatzwagen rollen an. Aus allen Gegenden Deutschlands, wird sich später zeigen, zu Tausenden: Essen, Leipzig, NRW, Schleswig-Holstein, Ostholstein, Sachsen, Wiesbaden, Hamburg…So viel Aufwand! Die Einfahrt zur Schützenstr. erhält einen Kontrollposten, der wohl den meisten Verkehr umleitet.

7:30 auf der Schützenstr.
An jeder Querstraße stehen Wage mit Polizisten, bauen Straßengitter auf, kaufen Brötchen. Ich auch. Im Dutzend billiger? Nein, 10 für 2€ und zwei gratis, weil sie heute kleiner sind.
Kleinere Geschäfte tragen Schilder: Am 03.09. geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Abzweig Mallinckrodtstraße – Blücherstraße: Kann ich hier noch rein? – Ja sicher, viel Spaß beim Frühstück.

Eine Joggerin kommt mir entgegen: Sind wir hier jetzt eingesperrt?
Neues Gitter, im Aufbau, am Übergang zur Grünen Straße (= Rand des Sperrbezirks).
Komme ich hier gleich wieder rein? – Sie ja.
Die Einsatzwagen scheinen noch nicht wirklich im Einsatz – sie nehmen Aufstellung. Der erste Hubschrauber auch.

Durch KLICK auf die Karte vergrößern!
Das Kreuz markiert den Ort des Geschehens.
dssq Aktionskarte 03.09.11

9:30 auf der Schützenstraße zwischen dem Café Europa und der Pauluskirche
Erste Sitzblockade (die wird auch dort bleiben), ca. 60 Leute, darunter unsere 9 Mitschläfer. Setzen sich hin und wrden sofort umringt – gekesselt kann man nicht wirklich sagen, aber wir, 5 Minuten später, dürfen uns (erstmal) nicht dazu setzen, ein Beamter zeigt uns auf der Karte die Grenze des Sperrbezirks – wenn nicht freiwillig, würde man uns dorthin begleiten. Lire la suite

Issoufou – Niger als Beispiel für Afrika

Der Oppositionsführer Mahamadou Issoufou gewinnt die demokratischen Wahlen in der bitterarmen Republik Niger. Das Land wird damit zum Vorreiter der Demokratisierung. VON DOMINIC JOHNSON

=> weiterlesen:
http://www.taz.de/1/politik/afrika/artikel/1/beispielhaft-fuer-afrika-und-die-welt/
taz vom 14.03.2011

Alles über die Präsidentschaftswahlen in Niger : bei Andreas

Abidjan: STOPPT DAS TÖTEN – Aufforderung an die Streitkräfte zu militärisch-zivilem Ungehorsam

Communiqué aux forces de défense et de sécurités pour l’exercice du devoir de désobéissance
Le capitaine Alla, porte-parole du ministère de la Défense du gouvernement Soro, demande la désobéissance aux unités de l’armée qui cautionnent toujours Gbagbo.
Die Streitkräfte der Elfenbeinküste sind vom Sprecher des Verteidigungsministers der Regierung Soro (gewählt im November 2010, immer noch handlungsunfähig, weil der scheidende Präsident Gbagbo an der Macht klebt) zum militärisch-zivilen Ungehorsam aufgerufen worden.

Officiers, sous-officiers, Militaires du Rang des Forces Armées : Terre, Air, Mer plus la Gendarmerie,

Officiers, Commissaires, sous-officiers de la Police Nationale,

La Côte d’Ivoire est en train de dépasser le seuil de l’intolérable. Vous êtes des Hommes en Uniforme payés par l’Etat pour protéger sa population quelle qu’elle soit, sans distinction d’origine.

Certains parmi vous, une poignée fort heureusement, appuyés de mercenaires et miliciens, sont soucieux de faire plaisir à une personne, entretenant chaque jour le drame en massacrant des populations civiles.

L’ordre que vous recevez est donc immoral et illégal. Alors, un devoir de désobéissance s’impose à vous.

Soyez certains d’une chose : personne, ni même le Président sortant Monsieur Laurent GBAGBO, n’endossera la responsabilité de tout ce massacre à votre place. Il dira qu’il ne vous a jamais amenés tuer.
=> LIRE PLUS

Von Sidi Bouzid nach Abidjan

De Sidi-Bouzid à Abidjan via Tunis/Quels parallèles établir par rapport à ce qui s’est passé en Tunisie et ce qui se passse en Côte d’Ivoire ?

Publié le lundi 17 janvier 2011 | Le Nouveau Réveil | par Adiblamovic Kouassi à Abidjan
Schon am 17.01. in einer oppositionellen Tageszeitung der Elfenbeinküste veröffentlicht, aber immer noch aktuell und mit viel Hintergrundinformationen.

Sidi-Bouzid ! Cela ne vous dit certainement pas grand-chose, mais Tunis et surtout Abidjan, bien plus. En réalité, si Monsieur Zine el-Abidine Ben Ali (ex-président de la Tunisie) a rendu le tablier pour prendre la fuite, cet après-midi du 14 janvier, c’est de là-bas qu’est venu son malheur, lui qui venait de se faire élire triomphalement par son peuple (sic !) en 2009 avec un score non moins soviétique de plus de 89%.
Connaissant mes concitoyens (on dit à tort ou à raison que les Ivoiriens ont la mémoire courte ; c’est pourquoi, rien ne leur fait mal et qu’ils tournent tout en dérision pour se donner la joie de vivre et supporter stoïquement toutes leurs souffrances hervorgehoben von mir), je me permets de rappeler brièvement ce qui a poussé le président à la démission avant d’envisager les retombées politiques (attendues ou souhaitées) d’un tel acte en Côte d’Ivoire.

Face à cette situation inacceptable à tous égards, à la paupérisation ambiante des populations et au risque de génocide qui pointe à l’horizon, j’exhorte à travers ces lignes LE PEUPLE LIBRE ET DIGNE de Côte d’Ivoire à prendre son destin en main par une réaction similaire à celle du peuple tunisien, SANS DELAI. Prenons la rue pour éviter que d’autres forces externes le fassent à notre place de façon militaire.
Les actions militaires des autres nous rendront redevables à vie de nos libérateurs sans oublier les railleries de leurs ressortissants le moment venu. J’ai foi qu’en l’état actuel des choses, nos forces de l’ordre n’oseront plus tirer sur nous, mais plutôt à nous protéger des miliciens et mercenaires sans foi ni loi qui se font payer à coup de millions par Gbagbo.
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Diese Stadt hat Nazis satt – 21000 Demokraten verhindern Neonaziaufmarsch in Dresden, 500 in Leipzig

Ticker Neonazi-Blockade in DresdenNeonazis erfolgreich blockiertEs sollte der größte Aufmarsch der Neonazis in Dresden werden. Doch tausende Gegendemonstranten konnten das verhindern. Am Ende schafften es nur 50 bis zum Versammlungsort.

In Leipzig versucht die Bundespolizei, die Neonazis ohne Kontakt zu den inzwischen 500 Gegendemonstranten in ihre Heimatorte zu bringen. In Dresden sind die Rechten bereits abgereist. Die erfolgreichen Gegendemonstranten aus Dresden, Deutschland und teilweise auch den angrenzenden Ländern sind ebenfalls schon auf ihrem Heimweg oder feiern noch ausgiebig in der Stadt. Taz.de beendet hiermit seinen Liveticker aus Dresden und bedankt sich für die vielen tausend Leser.

19.02.2011 19.30 Uhr: Leipzig Hauptbahnhof

Die knapp 500 Rechtsextremen aus Dresden sitzen weiter auf dem Leipziger Hauptbahnhof fest. Die Polizei hat das Gleis mit dem Zug aus Dresden abgeriegelt, die Neonazis dürfen nicht in die Stadt. Derzeit werde geklärt, wie dieRechten zu ihren Heimatorten gelangen könnten, sagte ein Polizeisprecher am Samstagabend. Rechte aus Leipzig würden voraussichtlich in kleinen Gruppen aus dem Bahnhof geleitet. Der Versammlungsleiter der Rechtsextremen habe verlangt, dass Züge nach Berlin, Halle und Chemnitz bereitgestellt werden.

19.12 Uhr: Leipzig Hauptbahnhof

Die Zahl der Gegendemonstranten in Leipzig ist inzwischen auf 500 angestiegen. Die etwa 500 Neonazis, die zu einer spontanen Alternativ-Kundgebung nach Leipzg gefahren waren, sind dort am Bahnhof angekommen und stehen bislang friedlich den Gegendemonstranten gegenüber. Eine kurzfristige Demonstration wurde bisher nicht genehmigt « Wir sehen jetzt zu, wie wir die Leute da wieder wegbekommen », erklärte ein Polizeisprecher in Leipzig gegenüber der taz.

19.10 Uhr: Dresden
Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes beteiligten sich mehr als 21.000 Menschen an Mahnwachen und Protesten. Unter anderen saßen Politiker wie die Bundesgeschäftsführerin der Linken, Caren Lay, Sachsens Linke-Chef Rico Gebhardt, SPD-Landeschef Martin Dulig und der Grünen-Landtagsabgeordnete Johannes Lichdi bei einer Sitzblockade nahe des Hauptbahnhofs in der ersten Reihe. Die Kirchen richteten Mahnwachen ein und plädierten gegen Fremdenhass, Krieg, Gewalt und Rassismus. Auch Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) und Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) reihten sich ein.

Bis zum Nachmittag nahm die Polizei in der Landeshauptstadt zwei Dutzend Menschen in Gewahrsam, wegen Körperverletzung, Widerstandes gegen Polizeibeamte oder Vermummung, sagte ein Sprecher. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisierte die Gewalt gegen die Beamten. « Der Aufruf zu friedlichen Blockaden und zivilem Ungehorsam war ein Spiel mit dem Feuer », sagte der Bundesvorsitzende Bernhard Witthaut. Auch Polizeipräsident Merbitz verurteilte die « pure Gewalt » gegen Beamte. « Dafür habe ich kein Verständnis » (dpa)

19.04 Uhr: Leipzig Hauptbahnhof

Die Neonazis haben nach ihrer Schlappe in Dresden nicht klein beigegeben. Sie verlegten ihren Aufzug nach Rücksprache mit der Einsatzleitung der Polizei per Zug nach Leipzig. Dort trafen am Abend rund 500 Rechtsextreme ein. « Sie dürfen die Stadt jedoch nicht betreten », sagte Carsten Veil von der Bundespolizei.

Vor Ankunft des Zuges gab es mehrfach Sitzblockaden-Versuche von Gegendemonstranten, die die Polizei auflösen konnte. Als der Zug eintraf, riefen etwa 150 Gegner « Nazis raus ». Die Polizei trennte die Lager. Wie es weitergehen sollte, war zunächst unklar. (dpa)

19.00 Uhr:

In Dresden feiern tausende Nazigegner ihren Erfolg. Auch in diesem Jahr haben sie es wieder geschafft, einen Aufmarsch der Neonazis um die rechten Anführer Thomas Wulff, Holger Apfel und Udo Pastörs zu blockieren. Zum eigentlichen Versammlungsort hatten es gerade einmal 50 Neonazis geschafft. Inzwischen sind viele Gegendemonstranten zurück zu ihren Bussen oder Zügen gegangen, um nach Hause zu fahren. An der Marienbrücke demonstrierten noch einmal knapp 800 Nazigegner, um ihren Sieg zu feiern.

Wir von taz.de werden jetzt noch ein paar Statements zum Protesttag in Dresden sammeln und nach Leipzig schauen. Dort sind inzwischen 500 Neonazis mit dem Zug von Dresden aus angekommen. Allerdings dürfen sie nicht in die Stadt, erklärte die dortige Polizei.

18.50 Uhr: S-Bahnhof Plauen

Die S-Bahn, in die die Neonazis eingestiegen sind, ist nach Freital abgefahren. Man kann davon ausgehen, dass sie von dort mit den Bussen abfahren. Die Polizei gibt den S-Bahnhof Plauen wieder frei.

18.48 Uhr: S-Bahnhof Plauen

Die Neonazis sind am Bahnsteig der S-Bahn Plauen, etwa 100 Gegendemonstranten rufen ihnen hinterher, « Diese Stadt hat Nazis statt ». Am Mittag mussten sich diesen Spruch auch die Neonazis am Dresdner Hauptbahnhof anhören.

18.42 Uhr: S-Bahnhof Plauen

Der Demonstrationszug der Nazis ist auf etwa 800 Rechtsextreme angewachsen und ist jetzt eine Strecke von rund 500 Metern bis zum Bahnhof Plauen marschiert. Auf dem Weg trennte nur eine Polizeieskorte die Nazis von Gegendemonstranten am Wegesrand. Obwohl die beiden Lager nur etwa einen Meter von einander entfernt waren, verlief der Marsch ohne größere Zwischenfälle. Jetzt werden die Nazis vermutlich nach Freital gefahren.

18.40 Uhr: Budapester Straße/Schweizer Straße

Nach der filmreifen Entführung eines Demonstranten hat die Gruppe den Ermittlungsausschuss informiert. Nun trennen sich hier die Wege einiger Dutzend Berliner Demonstranten, die von hier zu ihren Bussen gehen. Die anderen machen sich weiter auf den Weg in Richtung Hauptbahnhof.

18.36 Uhr: Altplauen

Neonazis ziehen die Straße herunter, an den Rändern gibt es lautstarken Protest. Vom S-Bahnhof Plauen sollen die Neonazis mit der Bahn nach Freital fahren, wo ihre Busse auf sie warten. Aus dem Zug der Neonazis heraus werden Gegenstände auf die Gegendemonstranten geworfen.

18.34 Uhr: Hauptbahnhof

Eine Gruppe von Berliner, Brandenburger und Mecklenburger Demonstranten hat sich jetzt formiert und zieht durch eine Einkaufspassage in Richtung Marienbrücke. Sie ist mit etwa 800 Leuten vermutlich der größte « Finger » heute. Sie skandieren lautstarke Parolen wie: « Antikapitalista » oder « Nieder mit der Nazipest ». Dresdner Bürger stehen überrascht am Straßenrand.

18.32 Uhr: Budapester Straße/Schweizer Straße

Die letzten etwa 200 Blockierer des Naziaufmarschs sind nun in der Budapester Straße und ziehen in Ruhe zum Wiener Platz am Hauptbahnhof, um dort ihren Erfolg zu feiern. Plötzlich stürmen zwei Polizisten in die Menge und zerren eine Person aus der Gruppe. In Windeseile wird er in einen Polizeibus gestopft, mehrere Busse fahren weg. Es ist eine Situation wie in einem James-Bond-Film, es sieht nach Kidnapping aus. Niemand weiß, was die Person getan haben soll. Der Demonstrationszug bleibt sofort stehen, es herrscht Ratlosigkeit. Spontan entzünden Demonstranten Leuchtraketen.

18.28 Uhr: Coschützer Straße/Plauenscher Ring

Hier geschieht nun etwas Merkwürdiges, ein Zug von etwa 300 verbliebenen Neonazis setzt sich in Beweung, unter der Leitung von Thomas Wulff.

18.24 Uhr: Coschützer Straße

Ein Teil der Neonazis hat sich zu einem Marsch formiert, die größere Gruppe aber sitzt in den Bussen. Die Marschgruppe steht an der Coschützer Straße, Thomas Wulff verhandelt mit der Polizei.

18.21 Uhr: Plauenscher Ring/Coschützer Straße

Die Polizei hat begonnen, die friedlichen Demonstranten bestimmt von der Straße zu schieben. In den nächsten Minuten werden die Neonazis unter massivem Polizeischutz voraussichtlich zur S-Bahn Plauen marschieren. Das NPD-Bundesvorstandsmitglied Thomas Wulff lächelt selbstgefällig und geht als erster voran. Die Nazis freuen sich, doch noch in Marschformation durch Dresden gehen zu können.

18.17 Uhr: Hauptbahnhof nördlicher Ausgang

Nun herrscht fröhliche Aufbruchstimmung, noch etwa 400 Menschen sind hier. Auf dem Lautsprecherwagen ruft eine Sprecherin: « Es ist vollbracht, die Nazis sind vertrieben! Jetzt können wir beruhigt nach Hause gehen! » Applaus und Jubel branden auf. Die auftretende Ska-Band kündigt im Anschluss ihren letzten Song an, nebenan wummert das Rave-Alternativprogramm. Noch immer tanzen einige unermüdlich, als ob sie noch keine achtstündige Blockade in den Beinen hätten.

18.15 Uhr: Plauenscher Ring

Die Busse der Neonazis sind noch nicht losgefahren. Es scheint noch immer unklar zu sein, wie die Nazigruppen aus der Straße heraus gebracht werden sollen. Fast sieht es danach aus, als wenn die 150 unbeirrbaren Neonazis noch marschieren wollen. Die Polizei steht aber mit Beamten und Einsatzfahrzeugen so auf der Straße, dass es nicht möglich sein dürfte. Etlich der vor allem männlichen Neonazis inszenieren sich in Siegerpose und brüllen: « Antifa hahaha, kommt doch rüber ».

18.09 Uhr: Chemnitzer Straße

Die Nazi-Blockade löst sich hier auf. Die letzten rund zweihundert Gegendemonstranten ziehen nun in Richtung Norden ab. Damit scheint der Tag sein vorläufiges Ende zu nehmen. Unter ihnen ist auch Hans-Christian Ströbele mit seinem eigens aus Berlin mitgebrachten « Dienstfahrrad ». Der grüne Bundestagsabgeordnete lacht: « Das war ja ein absoluter Erfolg, genau wie im letzten Jahr. Erstens konnten die Nazis nicht marschieren, zweitens waren es auch weitaus weniger als gedacht. »

18.03 Uhr: Plauenscher Ring/Coschützer Straße

Die gereizten Neonazis skandieren: « Gegen Demokraten helfen nur Granaten ». Ein Großteil der Gruppe scheint aus Berlin zu kommen. Noch ist unklar, ob sie mit schon wartenden Nahverkehrsbussen zu ihren eigenen Reisebussen gebracht werden sollen. Die Gegendemonstranten erwidern das Nazi-Gebrüll: « Haut endlich ab! ».

Aus der obersten Etage eines Eckhauses ertönt laute Musik, bekannte Lieder, die sich gegen die rechte Szene wenden oder einfach nur schnelle Beats. Damit werden die übrig gebliebenen Neonazis beschallt und übertönt.

18 Uhr: Chemnitzer Straße/Bienertstraße:

Am Blockadepunkt der Nazigegner herrscht so langsam Aufbruchstimmung. Die Blockierer würden geren abziehen, doch das geht nicht: Nördlich der Kreuzung in der Chemnitzer Straße steht die Polizei und blockiert die mehrspurige Straße, so dass der Lautsprecherwagen nicht durchkommt. Einige hundert Demonstranten sind es noch, die hier ausharren müssen. In ganz Dresden sind tausende Nazi-Gegner auf dem Weg zu ihren Bussen, sie feiern einen Tag des Erfolgs.

17.58 Uhr: Plauenscher Ring/Coschützer Straße

Eine Gruppe von etwa 150 Nazis strömt von den Bussen wieder zurück, sie möchten sich nicht mit damit abfinden, jetzt wieder nach Hause fahren zu müssen. Sie erscheinen äußerst aggressiv. Nur noch eine Reihe Autos und eine Reihe Polizisten trennen sie von den Gegendemonstranten.

17.52 Uhr: Chemnitzer Straße/Bienertstraße

Während die Rechtsextremen sich langsam auflösen, ist bei den Blockierern die Stimmung prächtig. Auf der Chemnitzer Straße zünden Gegendemonstranten Kerzen an, aus Lautsprecherwagen tönt Musik. Mehrere hundert Demonstranten halten sich tanzend warm. Es sieht aus, als würde sich die Demonstration hier demnächst auflösen.

17.48 Uhr: Plauenscher Ring/Coschützer Straße

Die Polizei berät gerade mit dem Neonazi Thomas Wulff, wie die hier stehende Gruppe Rechter wegkommen könnte. Es hat sich bestätigt, dass tatsächlich die Neonazis, die höher im Plauenscher Ring stehen, mit den Bussen wegfahren sollen. Allerdings sind nicht alle bereit, in die Busse zu steigen. Direkt vor den Bussen stehen Polizei und Neonazis. Die Stimmung der Gegendemonstranten steigt.

17.40 Uhr: Coschützer Straße/Gitterstraße

Hier steht jetzt eine große Gruppe Gegendemonstranten den Neonazis direkt gegenüber, die Polizei ist bemüht, die Gruppen auseinanderzuhalten. Die Polizei lässt über Lautsprecher verkünden, man solle doch bitte Distanz halten und fügt leicht süffisant hinzu, man sei ja in Hörweite und könne sagen, was man wolle. Am Plauenscher Ring, wo die Busse der Neonazis stehen, ist es noch unklar, wie es weitegeht.

17.36 Uhr: Plauenscher Ring

Die Polizei fordert den Rückzug der Nazis in ihre Busse. Nicht jeder Rechtsextreme möchte dem folgen, viele weigern sich und machen ihrem Ärger mit lauten Beschimpfungen Luft.

17.35 Uhr: Blockade Fritz-Löffler-Straße/Reichenbachstraße

Die 200-300 Demonstranten, die hier eingekesselt gewesen waren, haben mittlerweile die Polizeisperre durchbrochen, bis auf etwa 30 Demonstranten aus dem bürgerlichen Spektrum sind alle aus dem Kessel heraus. Sie skandieren: « Eins, zwei, drei, lasst die Leute frei » – damit auch sie freikommen.

17.28 Uhr: Plauenscher Ring

Alles deutet auf einen deutlichen Blockade-Erfolg hin. Die Nazis sind effektiv blockiert. Auch in der Coschützer Straße geht es nicht voran, stattdessen bewegt sich die Mehrheit der Rechtsextremen Richtung Plauenscher Ring zu ihren Bussen. Ob es überhaupt noch eine angemeldete Versammlung gibt, wissen teils auch die Polizeikräfte vor Ort nicht. Ein Polizeibeamter sagt: « Die Situation ist äußerst chaotisch, niemand weiß, wie es hier jetzt weitergehen soll. »

17.29 Uhr: Coschützer Straße

Die Lage hat sich hier entspamnnt. Es stehen mehrerer Busse, mit den die Neonazis angereist sind. Unklar ist, ob die Rechten einsteigen werden. Größere Gruppen an Nazis streiten sich noch immer lautstark mit der Polizei, rempeln und schubsen die Beamten. Die Polizei hat mittlerweile mehr Kräfte hierhin angefordert.

17.28 Uhr: Weiskopf-Platz

Die Situation ist sehr chaotisch. Offenbar sollen die Nazis doch keine Polizeiabsperrungen durchbrochen, sondern sich lediglich zum Plauenscher Ring, also in Richtung ihrer Busse, zurückgezogen haben. Ein Teil steigt in die Busse ein, ein Teil macht wieder kehrt und scheint doch wieder marschieren zu wollen.

17.20 Uhr: Weiskopf-Platz

Fast alle 1.000 Neonazis auf dem Weiskopf-Platz haben die Polizeisperren durchbrochen und sind in den Plauenscher Ring vorgedrungen. Die Polizei scheint völlig überrascht gewesen zu sein.

17.18 Uhr: Nöthnitzer Straße/Coschützer Straße

Die Nazis sind frustriert und aggressiv: Nachdem sie länger an der Kreuzung ausgeharrt hatten, treten sie nun den Rückzug an und bewegen sich in Richtung Coschützer Straße. Offenbar gehen sie auch auf Journalisten los, Polizisten verhindern bisher aber, dass Schlimmeres passiert. Die Straßen hier sind eng, die Polizei kann kaum taktieren. Die Straße weiter runter stehen Gegendemonstranten und blockieren die Straße.

17.17 Uhr: Weiskopf-Platz

Neonazis versuchen in die Nöthnitzer Straße durchzubrechen. Das gelingt ihnen aber nicht. Die Stimmung ist enorm aggressiv, die Polizei scheint nicht zu wissen, was sie tun soll. Immer noch sind die Straßen rund um den Platz besetzt, Gegendemonstranten strömen weiter in Richtung des Platzes. Ein Großteil der Neonazis ist im Schick der Autonomen Nationalisten gekleidet und so vermummt, dass man ihre Gesichten nicht erkennen kann. Die NPD-Kader vor Ort scheinen nicht moderierend einzugreifen.

17.15 Uhr: Hauptbahnhof

Die letzten Nazis sind mit dem Zug nach Zwickau abgefahren. Im Hauptbahnhof kehrt wieder normales Leben ein. Die Polizei baut die Absperrgitter ab. Vor dem Hauptbahnhof wird noch weiter getanzt. Die längste Schlange steht vor dem gelben Wagen der Volksküche. Sie schenkt aus großen Kesseln Kartoffel-Linsen-Suppe aus. Für zwei Stunden hätten sie noch Reserven, um die hungrigen Bäuche zu füllen, erklärt Koch Wolle.

17.11 Uhr: Weiskopf-Platz

Eine Gruppe von etwa 50 Nazis verliert die Nerven und greift die Polizei an. Es kommt zu einem Handgemenge, die Polizisten reißen den Nazis ihre Vermummungen ab.

17.09 Uhr: Chemnitzer Straße

Tausende von Gegendemonstranten stehen etwa 1.000 Nazis gegenüber. Weiterhin trennen sie nur zwei Polizeireihen, die jeweils aus Autos und Polizisten besteht. Unter den Blockierern sind Gewerkschafter und Autonome. Sie rufen: « Alerta, Alerta, Antifascista ». In ihrem Rücken fahren inzwischen knapp 50 Mannschaftswagen der Polizei auf.

17.05 Uhr: Weiskopf-Platz

Die Polizei konnte mittlerweile weitere Kräfte hinzuholen. Neonazis, die versuchten hatten, aus dem Kessel auszubrechen, sind wieder auf dem Platz. Dort bilden sie teilweise einen Schwarzen Block. Es wird erwartet, dass die beiden rechten Gruppen bald die Coschützer heruntermarschieren werden. Dort gibt es aber schon erste Blockaden.

16.56 Uhr: Weiskopf-Platz

Dort sind die Neonazis jetzt von Gegendemonstranten eingekesselt, berichtet ein Einsatzleiter der Polizei via Funk seinem Vorgesetzen. Aus allen Straßen drängen sie auf den Platz. An der Klingenberger/Zwickauer Straße hatten Neonazis beinahe die Polizeiabsperrungen durchbrochen, noch kam es allerding nicht zu direkten Zusammenstößen. Die Polizei ist jedoch ratlos, im Zweifel hätte sie hier nicht genug Kräfte, um Rechte und Gegendemonstranten zu trennen, meint der taz-Reporter vor Ort.

16.53 Uhr: Dresden Hauptbahnhof/Leipzig

Aus dem Frust könnte eine Flucht werden: Gerüchten zufolge sollen die etwa 200-300 Neonazis, die erfolglos einen halben Tag am Dresdner Hauptbahnhof in der Kälte standen, umdisponiert haben: Angeblich planen die Rechtsextremen nun eine Alternativkundgebung in Leipzig. Ein Sprecher der Polizeidirektion Leipzig sagte gegenüber der taz: « Uns sind die Gerüchte bekannt, wir bereiten uns deshalb darauf vor, hier in Leipzig gegbenenfalls auf die Situation reagieren zu können. » Eine Anmeldung zu einer Versammlung läge noch nicht vor.

16.51 Uhr: Polizeieinsatzleitung

« Wir haben das hier echt nicht mehr im Griff, wir haben große Probleme », sagt ein Einsatzleiter am Telefon zu seinen Kollegen. Der Grund: Die gewaltbereiten Neonazis, unter denen auch Udo Pastörs, der NPD-Fraktionsvorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern ist, können nicht weitermarschieren, da an allen anderen Straßen großer Gegenprotest ist.

16.48 Uhr: Weiskopf-Platz

Hunderte Linke, zum Teil vermummt, stürmen völlig ohne Polizeibegleitung die Chemnitzer Straße entlang und auf den Weiskopf-Patz zu. Zwischen den Nazis und den Linken stehen höchstens vier Reihen an Polizisten. Die Linken haben sich auf die Seitenstraßen verteilt und scheinen die Nazis einzukesseln versuchen.

16.46 Uhr: Weiskopf-Platz

Äußerst aggressive Neonazi-Gruppen wollen unbedingt marschieren. Die 1.000 Rechten brüllen Parolen gegen die Antifa und den Staat. Die Polizei ist definitiv nicht in der Lage, die Neonazis zu bändigen. Sie versuchen durch die Polizeisperren, die aus Polizisten und Einsatzfahrzeugen bestehen, in die Nebenstraßen zu kommen.

16.42 Uhr: Blockade Reichenbachstraße/Fritz-Löffler-Straße

Die bürgerliche Blockade wurde komplett eingekesselt. Die Polizei sagt durch, dass die Teilnehmer mit der Behinderung einer genehmigten Demonstration eine Straftat begangen hätten. Die Personalien sämtlicher etwa 300 Blockierer sollen jetzt aufgenommen werden.

16.40 Uhr: Weiskopf-Platz

Thomas Wulff schwingt sich zum Versammlungs – und Wortführer der Nazis auf und ruft seine Kameraden zur Disziplin. Wörtlich sagt er: « Wenn die Polizei das nicht schafft, machen wir von unserem Selbstverteidigungsrecht Gebrauch, dann zeigen wir mal, wie man eine Straße aufrollt. Das steht hier jetzt auf der Kippe. »

16.36 Uhr: Weiskopf-Platz

Viele hundert Gegendemonstranten kommen auf der Chemnitzer Straße aus der Innenstadt gelaufen. Die Polizei hat mit großer Mühe eine Doppelkette gebildet und versucht nun, die beiden Lager auf etwa 100 Meter auseinander zu halten. Die Polizei hat nicht viele Kräfte. Man kann ausschließen, dass die Nazis noch in Richtung Innenstadt laufen dürfen.

16.35 Uhr: Chemnitzer/Bienertstraße

Linke Demonstranten laufen hier gerade im Laufschritt auf die Nazi-Kundgebung zu und skandieren « Allerta Antifacista ». Offenbar sind dort nicht ausreichend Polizeibeamte vor Ort, um eine drohende Eskalation zu verhindern.

16.30 Uhr: F.C.-Weiskopf-Platz

Die NPD-Chefs Holger Apfel aus Sachsen und Udo Pastörs aus Mecklenburg-Vorpommerns sowie andere Landtagsabgeordnete der NPD diskutieren gerade mit den Einsatzleitern der Polizei. Sie wollen sich nicht mit einer stationären Kundgebung auf einem unbedeutenden Platz am Rande der Stadt zufrieden geben. Noch immer keine Gegendemonstranten. Das Bündnis « Dresden Nazifrei » twittert inzwischen, 2.000 Nazigegner seien auf dem Weg Richtung Stadtteil Plauen.

16.22 Uhr: Nürnberger Straße/Bernhardstraße

Aus Einkaufswagen sind Barrikaden gebaut, Müllcontainer liegen auf der Straße. Die Autonomen nehmen an, dass hier die Nazi doch noch zum Nürnberger Platz durchziehen könnten, weshalb sie versuchen, die Straße zu blockieren.

16:17 Uhr: F.C.-Weiskopf-Platz

Auf dem Weiskopf-Platz gibt es inzwischen zwei rechte Demonstrationszüge. Einer auf dem Platz und einer auf der angrenzenden Straße. Die Polizei überlegt, ob sie die Nazis überhaupt noch marschieren lässt, denn ein Marsch wird inzwischen für zu riskant gehalten. Vereinzelt beschimpfen Passanten die Nazis. Gegendemonstranten sind nicht in Sicht.

16.12 Uhr: Hauptbahnhof

Der Spuk am Südausgang des Hauptbahnhofs ist vorbei. Die Polizei hat die Versammlung der Nazis für beendet erklärt und die Demonstranten zurück in den Bahnhof gedrängt. Ob sie abziehen oder weiterfahren, ist unklar. Einzelne Gegendemonstranten rufen « Auf Wiedersehen, Auf Wiedersehen ». Die Neonazis rufen « frei, sozial, national », die Blockierer antworten mit « dumm, brutal, national » und: « Ihr könnt nach Hause fahren ».

16.10 Uhr: Nürnberger Straße

Der Bundestagsabgeordnete der Grünen, Hans-Christian Ströbele, fragt sich, wo eigentlich die ganzen Neonazis sind. Er zeigt sich bisher zufrieden mit der Bilanz der Demonstrationen. « Die Bevölkerung von Dresden hat mit massiver Unterstützung von überall her ihre Straßen und Plätze bisher erfolgreich verteidigt. » Die Krawalle allerdings seien « absolut überflüssig und falsch. »

16.07 Uhr: Budapester Straße

Auf nördlicher Höhe der Budapster Straße lenkt bzw. drängt die Polizei nun rund 100 Blockierer in Richtung Norden zur Bahnbrücke ab. Auf der Brücke scheint es aber schon eine Versammlung von Blockierern zu geben. Es wehen die Fahnen der Grünen und des DGB.

16.05 Uhr: Nürnberger Platz

Während die einen schon marschieren dürfen, müssen die anderen auf dem Nürnberger Platz von der Polizei eingekesselt ihre Kundgebung abhalten. Noch immer sind hier nicht mehr als 50 Neonazis. Ein Redner hat die Veranstaltung eröffnet. Der Lautsprecherwagen stammt von einem Tattoo- und Piercing-Laden aus der Szene, die Stimmung ist trotzdem nicht gut. Immer wieder beschweren sich Rechte, dass ihre Busse angeblich nicht durchgelassen werden.

16.01 Uhr: Budapester Straße

Unruhe auf der Budapester Straße. Nachdem die Polizei die Autonomen aus der Nürnberger Straße in die Budapester Straße getrieben haben, ist die Situation dort sehr unübersichtlich. Die Autonomen haben sich verstreut, Polizeitrupps jagen ihnen wild hinterher, meist jedoch erfolglos. Die Blockade an der Budapester Straße/Schweizer Straße hat sich mittlerweile aufgelöst.

16 Uhr: F.C.-Weiskopf-Platz

Hier im Ortsteil Plauen setzt sich der Nazi-Demonstrationszug in Bewegung, aber nicht direkt in Richtung Innenstadt. « Nationaler Sozialismus, Jetzt! » skandieren die etwa 1.000 Neonazis.

15.55 Uhr: Blockade Nürnberger Straße/Hohe Straße

Völlig unbehelligt von der Polizei entzünden hier zahlreiche schwarz vermummte Jugendliche große Mülltonnen und Papiercontainer. Es scheint ihnen Spaß zu machen: Minutenlang posieren sie vor den brennenden Barrikaden und lassen Fotos von sich machen. Einige Pressefotografen sind da, der Rest ist für das Fotoalbum. Die Vermummten werfen vereinzelt Flaschen und Steine in Richtung der hunderte Meter entfernten Polizei.

Diese reagiert erst eine Viertelstunde später. Sie stößt mit einigen Hundertschaften in die Menge vor und vertreibt sie von der Straße. Es folgen weitere Stein- und Flaschenwürfe, mindestens eine Person wird festgenommen. Die Polizei treibt die Autonomen die Budapester Straße hoch in Richtung der friedlichen Sitzblockade.

Passanten, die die Szenen beobachten, rufen: « Haut ab, ihr Idioten, verpisst euch! » Sie fürchten, dass die Autonomen den friedlichen Protest kaputtmachen.

15.50 Uhr: Blockade Franklinstraße/Strehlener Straße

Eine Barracke am Straßenrand brennt. Die bürgerliche Blockade macht für die Feuerwehrautos vorübergehend Platz und besetzt dann wieder die Straße. Den Autonomen rufen die Menschen zu: « Ihr habt unsere Solidarität eingefordert, jetzt fordern wir eure Solidarität. Lasst die Brennerei, ihr gefährdet unsere friedliche Sitzblockade. »

15:46 Uhr: Plauenscher Ring/Coschützer Straße

Hier geht der Nazi-Aufmarsch nun offenbar los, etwa 20 Busse mit Neonazis haben dort gehalten, geschätzte 500 Rechte setzen sich als brüllender Zug in Bewegung, er besteht zu 98 Prozent aus jungen Männern.

15:43 Uhr: Blockade Nürnberger Straße/Budapester Straße

Auf der Straßenkreuzung liegen Baustellenzäune und noch ein paar verbrannte Bretter, Überreste einer Barrikade. Von hier aus strömen jetzt die Blockierer Richtung Nürnberger Platz.

15.42 Uhr: Hauptbahnhof

Während die einen Neonazis noch auf dem Plauenscher Ring warten sinkt auch die Stimmung bei den Rechten am Südausgang des Hauptbahnhofs. Wie am Nürnberger Platz stehen sie seit zwölf Uhr und können wegen der Gegenproteste nicht marschieren. Keine Parolen werden gerufen, keine Transparente geschwenkt, nur vereinzelt wird hier und da mal eine Fahne in die Luft gehalten.

15.40 Uhr: Plauenscher Ring

Hier auf dem Plauenscher Ring/Ecke Coschützer Straße hat ein Taz-Reporter 20 Busse vollbesetzt mit Neonazis entdeckt. Sie warten in Richtung Innenstadt darauf, dass sie zum Nürnberger Platz dürfen. Die Busse mit den geschätzten 1.000 Rechtsextremen werden von etwa 60 Polizeifahrzeugen bewacht.

15.36: Blockade Franklinstraße/Strehlener Straße

Die Lage hier hat sich wieder beruhigt, der Jenaer Bürgermeister spricht zu den Demonstranten: « Es ist sehr unglücklich, dass es zu Gewalt kommt, trotzdem halten wir an dem Zeichen, das wir setzen wollen, fest: Wir setzen den Nazis Demokratie entgegen. » Allein aus Thüringen seien 60 Busse mit Gegendemonstranten angereist. OB Albrecht Schröter hofft, dass auch in Dresden glückt, was in Jena seit 2007 gelingt: Die Nazi-Aufmärsche zu stoppen.

15.32 Uhr: Blockade Fritz-Löffler-Straße/Reichenbachstraße

Die Blockade steht noch immer, über die Fritz-LöfflerStraße gesellen sich weiterhin viele neue Gegendemonstranten hinzu.

15:31 Uhr: Blockade Budapester Straße/Schweizer Straße

Wer hier wen blockiert, ist unklar: Die Nazi-Gegner nennen es eine Straßenblockade, doch tatsächlich werden sie auch selbst blockiert. Mehrere hundert, meist junge Menschen sitzen in Wärmedecken gehüllt auf der Straßenkreuzung und harren hier aus. Umstellt sind sie auf beiden Seiten von zahlreichen Polizeieinheiten.

15.30 Uhr: S-Bahnhof Plauen

Entgegen der Polizeiaussagen von vor zehn Minuten wartet die Polizei am S-Bahnhof Plauen nicht mehr auf die Neonazis und nimmt die Absperrungen weg. Hier werden die Rechten heute wohl nicht mehr ankommen.

15.25 Uhr: Nürnberger Platz

Noch immer stehen hier nicht mehr als 50 rechte Demonstranten. Sie sind seit etwa 12 Uhr von der Polizei hinter Absperrgittern eingekesselt und dürfen den Platz nicht mehr verlassen. Die Neonazis sind total sauer, dürfen nicht einmal pinkeln gehen. Die Begründung der Polizei: Es seien zurzeit zu viele linksorientierte Personen in der Nähe unterwegs, deswegen könne man die rechten Demonstranten zum eigenen Schutz nicht hinauslassen. Ein Polizist versicherte, dass die Polizei alles dafür tue, die bestehenden Blockaden zu räumen, damit die Nazi-Demo noch stattfinden könne.

15.22 Uhr: S-Bahnhof Plauen

Ein Taz-Reporter steht am S-Bahnhof Plauen. Die 1.500 Neonazis, die dort angeblich von der Polizei festgehalten werden, kann er nicht finden. Allerdings ist der Bahnhof weiträumig abgesperrt. Ein Polizist sagt: « Die kommen noch. »

15.20 Uhr: Nürnberger Platz

Arne Schimmer von der NPD-Fraktion in Sachsen behauptet, dass 40 Busse unterwegs seien, doch die Busse der Rechten würden nicht in die Stadt reingelassen werden. Außerdem behauptet er weiter, einzelne Gruppen wären mit ihren Bussen in die Stadt gekommen und würden nun versuchen zum Versammlungsort der Rechten zu kommen. Er geht davon aus, auch wenn es spät werden würde, dass sie vom Nürnberger Platz noch zum Bahnhof marschieren werden.

15.15 Uhr: Kaitzer Straße

Hier herrscht weiter Feststimmung, unter den Demonstranten finden sich nun einzelne Plena zusammen, die Blockade-Trainings veranstalten wollen. Andere sitzen auf dem Boden, lesen Zeitung oder amüsieren sich. Allgemein ist die Stimmung hier gut, bislang glaubt niemand daran, dass die Rechtsextremen in Kürze hier in der Nähe aufmarschieren könnten.

15.10 Uhr: Gutzkowstraße/Reichenbachstraße

Die Lage hat sich in der Gutzkowstraße beruhigt. Die Polizei hat einzelne Demonstranten festgenommen und die Autonomen mit Wasserwerfern auseinandergetrieben. Die Blockade von 400 bürgerlichen Demonstranten bleibt aber bestehen. Die Autonomen sind verstreut weitergezogen. In der Reichenbergstraße qualmen noch die Reste der brennenden Barrikaden. Ein 78-jähriger Berliner Blockierer sagt: « Das Steine schmeißen ist doch kontraproduktiv, das bringt hier alles in Verruch » Wichtiger sei es, den Nazis den Weg zu versperren. Er selbst habe den Nationalsozialismus noch erlebt, sowas dürfe nicht wieder passieren. Deshalb sei er auch schon halb vier aufgestanden, um nach Dresden zu fahren.

15.08 Uhr: Nürnberger Platz

Die Neonazis hatten großspurig 6.000 Kameraden zur Demo angemeldet. Bislang stehen nur 50 von ihnen auf dem zentralen Versammlungsort auf dem Nürnberger Platz. Gerüchten zufolge sollen 1.500 von ihnen am S-Bahnhof Plauen von der Polizei festgehalten werden. Ein Taz-Reporter ist unterwegs.

15.03 Uhr: Blockade Fritz-Löffler-Straße/Reichenbachstraße

Gerüchte, dass die Blockade hier geräumt werden soll bzw. schon geräumt wurde stimmen nicht. Noch immer stehen hunderte Demonstranten auf der Kreuzung. Die Wasserwerfer warten in gebührendem Abstand. Die Gegendemonstranten klatschen, johlen, und verpusten jede Menge Seifenblasen. Weiterhin strömen die Menschen zur Blockade, um sie zu vergrößern.

14.57 Uhr: Kaitzer Straße

Einige hundert Meter westlich der Neonazis, die am Hauptbahnhof von einem massiven Polizeiaufgebot umrundet sind, blockieren rund 500 Gegendemonstranten die Kaitzer Straße. Von hier können sie direkt auf Schienenzufahrt des Hauptbahnhofs blicken und und die Neonazis sehen. Die Stimmung ist prächtig, zehn weißgekleidete Trommler sorgen auf schwarzen Plastiktonnen für Beats, alle tanzen. Auch zwei Wasserwerfer mit Blaulicht stehen in Position, falls die Blockierer sich den Nazis nähenm sollten.

14.50 Uhr: Aktuelle Blockadenübersicht

Über Twitter wurden gerade die aktuellen Blockaden getwittert: Budapester/Schweizer Straße, Friedrich-List-Platz, Strehlener/Franklinstraße, Fritz-Löffler-Straße/Reichenbachstraße, Gutzkowstraße

14.42 Uhr: Gutzkowstraße/Reichenbachstraße

Chaos rund um die Gutzkowstraße. Etwa 200 bis 300 Demonstranten haben zwischenzeitlich die Polizeikette durchbrochen und sind in die Schnorrstraße vorgedrungen, um in Richtung Nürnberger Platz zu kommen bzw. den Neonazis entgegenzulaufen, die aus Richtung Westen kommen sollen. Mittlerweile haben die Polizisten ihre Kette wieder geschlossen. Weiterhin werden massiv Wasserwerfer eingesetzt. Eine Barrikade brennt.

14.40 Uhr: Aus den Nachrichtenagenturen

In Dresden ist es Samstag bei Veranstaltungen von Rechtsextremisten und Gegendemonstranten zu den befürchteten Krawallen gekommen. Augenzeugen zufolge lieferten sich linke Demonstranten und die Polizei heftige Auseinandersetzungen. Dabei wurden die Beamten mit Steinen und Flaschen beworfen, als sie eine besetzte Kreuzung räumen wollten. Beobachter sprachen von einer Straßenschlacht.

Bereits zuvor war es im Stadtgebiet immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen linken Protestlern und der Polizei

gekommen. Dabei kamen Wasserwerfer und Pfefferspray zum Einsatz. In Dresden demonstrierten derweil mehrere Tausend Demonstranten aus dem gesamten Bundesgebiet gegen geplante Veranstaltungen von Rechtsextremisten. (dapd)

14.36 Uhr: Gutzkowstraße/Reichenbachstraße

Die Situation eskaliert weiter. Fünfzig bis sechzig schwarz Vermummte lassen einen Steinhagel in Richtung Polizei niedergehen, Böller explodieren. Die Wasserwerfer reagieren prompt, schießen mit voller Härte in die Reihen der Autonomen. Hinter den Wasserwerfern verbarrikadieren sich die Polizisten.

14.33 Uhr: Gutzkowstraße/Reichenbachstraße

Hier greift die Polizei jetzt doch mit Wasserwerfern ein, wollen die Blockade gewaltsam auflösen und die brennenden Barriakden löschen. Autonome greifen die Polizei an. Sie bauen Barrikaden aus Containern, setzen Feuerlöscher, Leuchtwerfer und Böller ein.

14.28 Uhr: Hauptbahnhof

Nicht nur die Gegendemonstranten, auch die Polizisten warten auf die Neonazis, die noch nicht da sind. Der Fahrer eines Polizeibusses vertreibt sich seine Langeweile mit SMS schreiben. Eine Nachricht scheint ihn zu freuen. Er sitzt lächelnd in seinem Fahrzeug und antwortet sofort.

14.17 Uhr: Plauenscher Grund

Ein Polizeisprecher hat der taz gegenüber bestätigt, dass hunderte Neonazis jetzt wahrscheinlich versuchen, aus Freital über den Plauenschen Grund zum Hauptbahnhof in Dresden zu kommen. Ein Taz-Reporter fährt ihnen jetzt entgegen.

14.14 Uhr: Gutzkowstraße/Reichenbachstraße

Die Blockade mit etwa 1.500 Leute ist friedlich. Ein wenig abseits steht der Schwarze Block mit 200-300 Autonome, zwei relativ große Feuer aus Europaletten brennen. Die Polizei greift nicht ein, obwohl um die Ecke ein Wasserwerfer steht. In der Gutzkower Straße selbst ist keine Polizei. Aus einem Studentenwohnheim lehnen sich die Studenten aus dem Fenster, einige kooperieren, füllen die Flaschen der Demonstranten mit Wasser, andere fragen, was das soll in dieser Straße, die etwas abseits des Geschehens liegt.

14.11 Uhr: Südvorstadt/Zellescher Weg

Überall in der Südvorstadt zwischen dem Campus und dem Hauptbahnhof, Zellescher Weg und der Uni-Bibliothek sind Barrikaden errichtet. Die Polizei räumt Fahrradständer weg, damit sie durchkommt. Die meisten Barrikaden brennen inzwischen.

Taz-Mitarbeiter in Dresden: Jörn Alexander, Michael Bartsch, Astrid Geisler, Martin Kaul, Konrad Litschko, Andreas Speit Taz-Mitarbeiter in Berlin: Carl Ziegner, Ariane Lemme, Félice Gritti

03.02.2011 SANDMONKEY: authentische Zusammenfassung der Ereignisse in Kairo

lisagoldman.net/2011/02/03/egypt-right-now-by-sandmonkey/

I don’t know how to start writing this. I have been battling fatigue for not sleeping properly for the past 10 days, moving from one’s friend house to another friend’s house, almost never spending a night in my home, facing a very well funded and well organized ruthless regime that views me as nothing but an annoying bug that its time to squash will come. The situation here is bleak to say the least.

It didn’t start out that way. On Tuesday Jan 25 it all started peacefully, and against all odds, we succeeded to gather hundreds of thousands and get them into Tahrir Square, despite being attacked by Anti-Riot Police who are using sticks, tear gas and rubber bullets against us. We managed to break all of their barricades and situated ourselves in Tahrir. The government responded by shutting down all cell communication in Tahrir square, a move which purpose was understood later when after midnight they went in with all of their might and attacked the protesters and evacuated the Square. The next day we were back at it again, and the day after. Then came Friday and we braved their communication blackout, their thugs, their tear gas and their bullets and we retook the square.

We have been fighting to keep it ever since.

That night the government announced a military curfew, which kept getting shorter by the day, until it became from 8 am to 3 pm. People couldn’t go to work, gas was running out quickly and so were essential goods and money, since the banks were not allowed to operate and people were not able to collect their salary. The internet continued to be blocked, which affected all businesses in Egypt and will cause an economic meltdown the moment they allow the banks to operate again. We were being collectively punished for daring to say that we deserve democracy and rights, and to keep it up, they withdrew the police, and then sent them out dressed as civilians to terrorize our neighborhoods. I was shot at twice that day, one of which with a semi-automatic by a dude in a car that we the people took joy in pummeling. The government announced that all prisons were breached, and that the prisoners somehow managed to get weapons and do nothing but randomly attack people. One day we had organized thugs in uniforms firing at us and the next day they disappeared and were replaced by organized thugs without uniforms firing at us. Somehow the people never made the connection.

Despite it all, we braved it. We believed we are doing what’s right and were encouraged by all those around us who couldn’t believe what was happening to their country. What he did galvanized the people, and on Tuesday, despite shutting down all major roads leading into Cairo, we managed to get over 2 million protesters in Cairo alone and 3 million all over Egypt to come out and demand Mubarak’s departure. Those are people who stood up to the regime’s ruthlessness and anger and declared that they were free, and were refusing to live in the Mubarak dictatorship for one more day. That night, he showed up on TV, and gave a very emotional speech about how he intends to step down at the end of his term and how he wants to die in Egypt, the country he loved and served. To me, and to everyone else at the protests this wasn’t nearly enough, for we wanted him gone now. Others started asking that we give him a chance, and that change takes time and other such poppycock. Hell, some people and family members cried when they saw his speech. People felt sorry for him for failing to be our dictator for the rest of his life and inheriting us to his Son. It was an amalgam of Stockholm syndrome coupled with slave mentality in a malevolent combination that we never saw before. And the Regime capitalized on it today.

Today, they brought back the internet, and started having people calling on TV and writing on facebook on how they support Mubarak and his call for stability and peacefull change in 8 months. They hung on to the words of the newly appointed government would never harm the protesters, whom they believe to be good patriotic youth who have a few bad apples amongst them. We started getting calls asking people to stop protesting because “we got what we wanted” and “we need the country to start working again”. People were complaining that they miss their lives. That they miss going out at night, and ordering Home Delivery. That they need us to stop so they can resume whatever existence they had before all of this. All was forgiven, the past week never happened and it’s time for Unity under Mubarak’s rule right now.

To all of those people I say: NEVER! I am sorry that your lives and businesses are disrupted, but this wasn’t caused by the Protesters. The Protesters aren’t the ones who shut down the internet that has paralyzed your businesses and banks: The government did. The Protesters weren’t the ones who initiated the military curfew that limited your movement and allowed goods to disappear off market shelves and gas to disappear: The government did. The Protesters weren’t the ones who ordered the police to withdraw and claimed the prisons were breached and unleashed thugs that terrorized your neighborhoods: The government did. The same government that you wish to give a second chance to, as if 30 years of dictatorship and utter failure in every sector of government wasn’t enough for you. The Slaves were ready to forgive their master, and blame his cruelty on those who dared to defy him in order to ensure a better Egypt for all of its citizens and their children.

After all, he gave us his word, and it’s not like he ever broke his promises for reform before or anything.

Then Mubarak made his move and showed them what useful idiots they all were.

You watched on TV as “Pro-Mubarak Protesters” – thugs who were paid money by NDP members by admission of High NDP officials- started attacking the peaceful unarmed protesters in Tahrir square. They attacked them with sticks, threw stones at them, brought in men riding horses and camels- in what must be the most surreal scene ever shown on TV- and carrying whips to beat up the protesters. And then the Bullets started getting fired and Molotov cocktails started getting thrown at the Anti-Mubarak Protesters as the Army standing idly by, allowing it all to happen and not doing anything about it. Dozens were killed, hundreds injured, and there was no help sent by ambulances. The Police never showed up to stop those attacking because the ones who were captured by the Anti-mubarak people had police ID’s on them. They were the police and they were there to shoot and kill people and even tried to set the Egyptian Museum on Fire. The Aim was clear: Use the clashes as pretext to ban such demonstrations under pretexts of concern for public safety and order, and to prevent disunity amongst the people of Egypt. But their plans ultimately failed, by those resilient brave souls who wouldn’t give up the ground they freed of Egypt, no matter how many live bullets or firebombs were hurled at them. They know, like we all do, that this regime no longer cares to put on a moderate mask. That they have shown their true nature. That Mubarak will never step down, and that he would rather burn Egypt to the ground than even contemplate that possibility.

In the meantime, State-owned and affiliated TV channels were showing coverage of Peaceful Mubarak Protests all over Egypt and showing recorded footage of Tahrir Square protest from the night before and claiming it’s the situation there at the moment. Hundreds of calls by public figures and actors started calling the channels saying that they are with Mubarak, and that he is our Father and we should support him on the road to democracy. A veiled girl with a blurred face went on Mehwer TV claiming to have received funding by Americans to go to the US and took courses on how to bring down the Egyptian government through protests which were taught by Jews. She claimed that AlJazeera is lying, and that the only people in Tahrir square now were Muslim Brotherhood and Hamas. State TV started issuing statements on how the people arrested Israelis all over Cairo engaged in creating mayhem and causing chaos. For those of you who are counting this is an American-Israeli-Qatari-Muslim Brotherhood-Iranian-Hamas conspiracy. Imagine that. And MANY PEOPLE BOUGHT IT. I recall telling a friend of mine that the only good thing about what happened today was that it made clear to us who were the idiots amongst our friends. Now we know.

Now, just in case this isn’t clear: This protest is not one made or sustained by the Muslim Brotherhood, it’s one that had people from all social classes and religious background in Egypt. The Muslim Brotherhood only showed up on Tuesday, and even then they were not the majority of people there by a long shot. We tolerated them there since we won’t say no to fellow Egyptians who wanted to stand with us, but neither the Muslims Brotherhood not any of the Opposition leaders have the ability to turn out one tenth of the numbers of Protesters that were in Tahrir on Tuesday. This is a revolution without leaders. Three Million individuals choosing hope instead of fear and braving death on hourly basis to keep their dream of freedom alive. Imagine that.

The End is near. I have no illusions about this regime or its leader, and how he will pluck us and hunt us down one by one till we are over and done with and 8 months from now will pay people to stage fake protests urging him not to leave power, and he will stay “because he has to acquiesce to the voice of the people”. This is a losing battle and they have all the weapons, but we will continue fighting until we can’t. I am heading to Tahrir right now with supplies for the hundreds injured, knowing that today the attacks will intensify, because they can’t allow us to stay there come Friday, which is supposed to be the game changer. We are bringing everybody out, and we will refuse to be anything else than peaceful. If you are in Egypt, I am calling on all of you to head down to Tahrir today and Friday. It is imperative to show them that the battle for the soul of Egypt isn’t over and done with. I am calling you to bring your friends, to bring medical supplies, to go and see what

Mubarak’s gurantees look like in real life. Egypt needs you. Be Heroes.

Danach wurde er von Mubaraks Leuten verhaftet. 2 Tage ohne Nachrichten.

Die Ereignisse danach (by Fatalin: fatalin.wordpress.com )
Last update from my telephone conversation with Sandmonkey:

He and his friends were driving the car to Tahrir square to deliver medical supplies to people, when Mubarak’s people approached them. They managed to escape and stopped by the police point to seek help. Instead, police officer took the keys of his car and ordered people to attack them. They were in the car, while around 100 people were destroying it.

He managed to escape the car from the other door, but was taken to the police station. There they confiscated his phone and money, and ripped his car apart. They were given no explanation, pressed no charges. After spending two hours in police micro-bus they were released, apparently, because “people made such a big fuss out of this arrest”.

Sandmonkey is home and safe. He’s bruised and slightly injured with pieces of glass. His friends also injured.

Darunter: Karikatur!

Tunesien – wie geht es weiter?

Offener Brief zur „Jasminrevolte“, 14.01.2011 (scheint mir so wichtig, dass ich nicht nur den link zum afri-russ-archiv.blog.de einsetzen will, von dem ich diesen Beitrag habe)
vom deutsch-tunesischen Politikwissenschaftler Ghassan Abid
Nach dem Sturz folgt die eigentliche Herausforderung!

Liebe Schwestern und Brüder,
liebe Freunde aus Deutschland, Südafrika und Tunesien,
liebe Leserinnen und Leser von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“,
liebe Kolleginnen und Kollegen der Blogs und Presse,

in diesen Wochen erlebt Tunesien ein wie noch nie zuvor bekannten Schrei nach Freiheit, Gerechtigkeit und Selbstbestimmung. Die einstigen Brotunruhen von 1984 erweisen sich in Anbetracht der aktuellen Proteste als überhaupt nicht vergleichbar. Die Präsidentschaft von Zine el-Abidine Ben Ali, welche seit 1987 bestand und nun 24 Jahre andauerte, stand längst nicht mehr im Einklang mit dem Willen des tunesischen Volkes. Die Wahlergebnisse von rund 90 Prozent in den Jahren 2009 oder 2004 ließen mehr Verwunderung als Bewunderung gegenüber dem nach Frankreich geflüchteten Staatsoberhaupt aufkommen.
Das tunesische Volk hat nun endlich die Voraussetzungen für seine eigene Zukunft erkämpfen können. Den dritten Präsidenten dieses arabischen Landes muss Tunesien unter Einhaltung der Wahlgrundsätze selbst bestimmen. Jedes geflossene Blut eines jeden Demonstranten, jede Anwendung von Gewalt gegenüber den nach Freiheit strebenden Menschen und jede unterdrückte Meinungsäußerung, haben Tunesien in allererster Linie in die Unabhängigkeit von Ben Ali gebracht. Der 14. Januar 2011 wird als arabisches Gegenstück zum 14. Juli 1789, dem Tag der französischen Revolution, in die Weltgeschichte eingehen.
Nun gilt es den Traum des Volkes – den Ruf nach Demokratie – reibungsfrei über die Bühne zu bringen. Ich spreche zu meinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in Tunesien, meiner Heimat, und plädiere einerseits für den Stopp sämtlicher Proteste. Andererseits fordere ich die tunesische ad interim-Regierung von Mohamed Ghannouchi zum Respekt des tunesischen Volkes auf.

Folgende Kernpunkte erweisen sich für den anstehenden Transformationsprozess als essentiell:
– Keine Übernahme von Ministern und leitenden Regierungsbeamten aus der Ben Ali-Ära in der nächsten Legislaturperiode
– Einsetzung eines „Verständigungsrates“ aus Mitgliedern von Regierung/ Regierungspartei ´Rassemblement Constitutionnel Démocratique (RCD)´, Opposition, Gewerkschaften, Medien, NGOs und Wirtschaft
– Stopp aller Geschäftsverbindungen des Staates zum Trabelsi-Clan, einer Mafia ähnlichen Vereinigung der Frau Ben Ali´s
– Zulassung von unabhängigen Wahlbeobachtern hinsichtlich der Einhaltung von Wahlgrundsätzen (allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim)
– Errichtung eines „Fonds zur Entschädigung der Opfer der Jasminrevolte“
– Auflegen eines politischen Maßnahmepaktes zur Integration von vor allem akademischen Arbeitslosen
– Staatliche Subvention von Lebensmitteln
– Etablierung einer freien Presse und unabhängigen Justiz
– Wahrung einer kritischen Opposition
– Verfassungsänderungen (nachstehend einige wichtige Artikel):
a) Änderung des Artikels 41 der tunesischen Verfassung, wonach nach der Amtszeit des Präsidenten keine Immunität mehr gelten soll
b) Streichung des Artikels 31 der tunesischen Verfassung, damitder Präsident in den Parlamentsferien nicht mehr eigenständig Gesetze erlassen kann, welche später den Parlamentskammern lediglich zur Billigung vorgelegt müssen
c) Übertragung der Befehlsgewalt über die Armee auf den Verteidigungsminister und nicht wie bisher gem. Art. 44 der tunesischen Verfassung auf den Präsidenten
d) Stärkung der legislativen Befugnisse/ Etablierung eines Verfassungsartikels hinsichtlich eines konstruktiven Misstrauensvotums
– Freilassung sämtlicher politischer Gefangene (auch Islamisten, die noch keine Morde begangen haben). Diese sollen vom Staat im Rahmen eines Fonds zur Rehabilitierung und Sozialisierung betreut werden
– Einsetzung einer unabhängigen Kommission zur Aufdeckung von ins Ausland gebrachten Steuergeldern
– Gründung einer politischen Stiftung zur Förderung der freiheitlich demokratischen Grundordnung in Tunesien, welche den Namen „Mohamed Bouaziz Stiftung“ tragen soll.

Der Kontakt mit meiner Familie in Tunesien – mit Bloggern und Journalisten aus dem In- und Ausland – verdeutlichen mir, dass sich Tunesien auf dem richtigen Weg befindet. Der Zuspruch von Usern aus Südafrika und Deutschland zeigt mir darüberhinaus, dass das tunesische Volk richtig gehandelt hat. Diesen Kurs darf Tunesien nicht aufs Spiel setzen. Auch in Südafrika hinsichtlich der Überwindung der Apartheid und auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, im vereinten Deutschland, fanden die Völker den Mut zum Protest für Selbstbestimmung, Freiheit und Demokratie.
Wie sagte mal der französische Philosoph und Aufklärer Denis Diderot:
„Kein Mensch hat von Natur aus das Recht, über andere zu herrschen.“

In Gedanken bei den getöteten Demonstranten und ihren Familien, im Kampf für Freiheit und Demokratie

Dipl.-Pol. Ghassan Abid
Deutsch-tunesischer Diplom-Politikwissenschaftler und
Chefredakteur von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“
Homepage: http://2010sdafrika.wordpress.com/
Dieser Brief findet sich:
http://2010sdafrika.wordpress.com/2011/01/14/offener-brief-an-die-tunesische-nation/