Gegenwehr – mehr Gesicht und Farbe zeigen!

Eine gute Freundin auf der Titelseite des ZEIT-Feuilletons – und der Text von Navid Kermani, für den sie steht
Siggi ZEIT-Feuilleton 15.01.15
Sie kommentiert: Natürlich wurde nicht gefragt, ob ich « Cover-Girl » des Zeit-Feuilletons sein möchte…
aber ich stimme Navid Kermani zu: Mehr Freiheit!
Mehr Widerstand gegen alle, die sie einschränken wollen!
Mehr Gesicht zeigen!
(Und mehr Farbe natürlich auch…)

WIE HIER!

Sigrids Transparent vom 5.,12.Januar usw Lire la suite

Mein Name ist Freiheit – Mon nom: liberté

Und heute…
Je suis née en Tunisie-mein Name ist Freiheit

« Je suis née en Tunisie,

j’ai vécu en Egypte,

donné mon sang en Libye,

j’ai été battue au Yémen,

en passant par Bahreïn.

Je grandirai dans le monde arabe …

jusqu’à atteindre la Palestine.

Je m’appelle Liberté. »

Par Karim Saif, en février 2011
sur Facebook, page « Je suis arabe »

Nochmal: Freiheit statt Frontex – mit einem sarkastischen Zusatz

Dieses Blog unterstützt folgende Erklärung – Ce blog soutient la déclaration suivante

Freiheit statt Frontex
Keine Demokratie ohne globale Bewegungsfreiheit
Die Dynamik des arabischen Frühlings strahlt aus in die ganze Welt. Die Aufstandsbewegungen im Maghreb machen Mut und Hoffnung, nicht nur weil despotische Regime verjagt werden, die vor kurzem noch unüberwindbar erschienen. So offen die weiteren Entwicklungen bleiben, im Dominoeffekt der tunesischen Jasminrevolution meldet sich in atemberaubender Schnelligkeit die alte Erkenntnis zurück, dass Geschichte von unten gemacht wird. Die Kämpfe richten sich gegen die tägliche Armut wie auch gegen die allgemeine Unterdrückung, es geht gleichermaßen um bessere Lebensbedingungen wie um Würde, kurz: um « Brot und Rosen »….
=> Weiterlesen

La liberté à la place de Frontex !
Pas de démocratie possible sans une liberté de circulation universelle
La dynamique du printemps arabe rayonne dans le monde entier. Les soulèvements populaires au Maghreb donnent de l’espoir et du courage, et pas seulement parce que des régimes autoritaires, qui semblaient inébranlables il y a encore peu, sont enfin renversés. Même si les évolutions ultérieures de ces mouvements restent ouvertes, une ancienne vérité refait surface de manière spectaculaire et ce, à la suite d’un effet domino de la révolution de jasmin tunisienne : l’Histoire s’écrit par le bas. Les luttes portent sur la pauvreté au quotidien, mais également sur la répression générale, il est donc autant question de meilleures conditions de vie que de dignité. Bref, de « pain et de roses »…..
=> Continuer la lecture

Hier unterstützt mit einem sarkastischen Video des NDR-Fernsehens: « Lieber Afrikaner! »
=>

Chanson de la caravane Bamako-Dakar

Hier kann man es hören, das Lied, das während der Caravane (26.01. bis 05.02.) zum Weltsozialforum gesungen wurde:
http://www.parisseveille.info/spip.php?page=art-qsp&id_syndic_article=46606

Die Forderungen: Für globale Bewegungsfreiheit – Pour la liberté de circulation
Für das Recht zu bleiben und das Recht zu gehen – Pour le droit de rester et le droit de partir

http://www.afrique-europe-interact.net/index.php?article_id=384&clang=0
(Demonstration am Grenzposten Gogui am 28.01.)

Tunesien – wie geht es weiter?

Offener Brief zur „Jasminrevolte“, 14.01.2011 (scheint mir so wichtig, dass ich nicht nur den link zum afri-russ-archiv.blog.de einsetzen will, von dem ich diesen Beitrag habe)
vom deutsch-tunesischen Politikwissenschaftler Ghassan Abid
Nach dem Sturz folgt die eigentliche Herausforderung!

Liebe Schwestern und Brüder,
liebe Freunde aus Deutschland, Südafrika und Tunesien,
liebe Leserinnen und Leser von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“,
liebe Kolleginnen und Kollegen der Blogs und Presse,

in diesen Wochen erlebt Tunesien ein wie noch nie zuvor bekannten Schrei nach Freiheit, Gerechtigkeit und Selbstbestimmung. Die einstigen Brotunruhen von 1984 erweisen sich in Anbetracht der aktuellen Proteste als überhaupt nicht vergleichbar. Die Präsidentschaft von Zine el-Abidine Ben Ali, welche seit 1987 bestand und nun 24 Jahre andauerte, stand längst nicht mehr im Einklang mit dem Willen des tunesischen Volkes. Die Wahlergebnisse von rund 90 Prozent in den Jahren 2009 oder 2004 ließen mehr Verwunderung als Bewunderung gegenüber dem nach Frankreich geflüchteten Staatsoberhaupt aufkommen.
Das tunesische Volk hat nun endlich die Voraussetzungen für seine eigene Zukunft erkämpfen können. Den dritten Präsidenten dieses arabischen Landes muss Tunesien unter Einhaltung der Wahlgrundsätze selbst bestimmen. Jedes geflossene Blut eines jeden Demonstranten, jede Anwendung von Gewalt gegenüber den nach Freiheit strebenden Menschen und jede unterdrückte Meinungsäußerung, haben Tunesien in allererster Linie in die Unabhängigkeit von Ben Ali gebracht. Der 14. Januar 2011 wird als arabisches Gegenstück zum 14. Juli 1789, dem Tag der französischen Revolution, in die Weltgeschichte eingehen.
Nun gilt es den Traum des Volkes – den Ruf nach Demokratie – reibungsfrei über die Bühne zu bringen. Ich spreche zu meinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in Tunesien, meiner Heimat, und plädiere einerseits für den Stopp sämtlicher Proteste. Andererseits fordere ich die tunesische ad interim-Regierung von Mohamed Ghannouchi zum Respekt des tunesischen Volkes auf.

Folgende Kernpunkte erweisen sich für den anstehenden Transformationsprozess als essentiell:
– Keine Übernahme von Ministern und leitenden Regierungsbeamten aus der Ben Ali-Ära in der nächsten Legislaturperiode
– Einsetzung eines „Verständigungsrates“ aus Mitgliedern von Regierung/ Regierungspartei ´Rassemblement Constitutionnel Démocratique (RCD)´, Opposition, Gewerkschaften, Medien, NGOs und Wirtschaft
– Stopp aller Geschäftsverbindungen des Staates zum Trabelsi-Clan, einer Mafia ähnlichen Vereinigung der Frau Ben Ali´s
– Zulassung von unabhängigen Wahlbeobachtern hinsichtlich der Einhaltung von Wahlgrundsätzen (allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim)
– Errichtung eines „Fonds zur Entschädigung der Opfer der Jasminrevolte“
– Auflegen eines politischen Maßnahmepaktes zur Integration von vor allem akademischen Arbeitslosen
– Staatliche Subvention von Lebensmitteln
– Etablierung einer freien Presse und unabhängigen Justiz
– Wahrung einer kritischen Opposition
– Verfassungsänderungen (nachstehend einige wichtige Artikel):
a) Änderung des Artikels 41 der tunesischen Verfassung, wonach nach der Amtszeit des Präsidenten keine Immunität mehr gelten soll
b) Streichung des Artikels 31 der tunesischen Verfassung, damitder Präsident in den Parlamentsferien nicht mehr eigenständig Gesetze erlassen kann, welche später den Parlamentskammern lediglich zur Billigung vorgelegt müssen
c) Übertragung der Befehlsgewalt über die Armee auf den Verteidigungsminister und nicht wie bisher gem. Art. 44 der tunesischen Verfassung auf den Präsidenten
d) Stärkung der legislativen Befugnisse/ Etablierung eines Verfassungsartikels hinsichtlich eines konstruktiven Misstrauensvotums
– Freilassung sämtlicher politischer Gefangene (auch Islamisten, die noch keine Morde begangen haben). Diese sollen vom Staat im Rahmen eines Fonds zur Rehabilitierung und Sozialisierung betreut werden
– Einsetzung einer unabhängigen Kommission zur Aufdeckung von ins Ausland gebrachten Steuergeldern
– Gründung einer politischen Stiftung zur Förderung der freiheitlich demokratischen Grundordnung in Tunesien, welche den Namen „Mohamed Bouaziz Stiftung“ tragen soll.

Der Kontakt mit meiner Familie in Tunesien – mit Bloggern und Journalisten aus dem In- und Ausland – verdeutlichen mir, dass sich Tunesien auf dem richtigen Weg befindet. Der Zuspruch von Usern aus Südafrika und Deutschland zeigt mir darüberhinaus, dass das tunesische Volk richtig gehandelt hat. Diesen Kurs darf Tunesien nicht aufs Spiel setzen. Auch in Südafrika hinsichtlich der Überwindung der Apartheid und auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, im vereinten Deutschland, fanden die Völker den Mut zum Protest für Selbstbestimmung, Freiheit und Demokratie.
Wie sagte mal der französische Philosoph und Aufklärer Denis Diderot:
„Kein Mensch hat von Natur aus das Recht, über andere zu herrschen.“

In Gedanken bei den getöteten Demonstranten und ihren Familien, im Kampf für Freiheit und Demokratie

Dipl.-Pol. Ghassan Abid
Deutsch-tunesischer Diplom-Politikwissenschaftler und
Chefredakteur von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“
Homepage: http://2010sdafrika.wordpress.com/
Dieser Brief findet sich:
http://2010sdafrika.wordpress.com/2011/01/14/offener-brief-an-die-tunesische-nation/

Le cas tunisien

Am Tag des tunesischen Neubeginns wurde auf der Website von Venance Konan, einem der mutigsten Journalisten der Elfenbeinküste, folgender Beitrag veröffentlicht:

LE CAS TUNISIEN

15/01/2011 17:50:00 Vincent Tohbi

Ben Ali est parti. En fuite. Même pas sur la pointe des pieds. Ses fidèles alliés occidentaux, la France et l’Italie en tête, ont refusé de lui accorder l’asile et le refuge que le plus vulgaire des Africains peut recevoir quand il se présente aux portes de l’Europe. Ben Ali a essayé plusieurs portes avant d’échouer enfin chez ses frères de l’Arabie Saoudite. Il est devenu un paria en 24 heures seulement.

Comme le Héros national de chez nous en Côte d’Ivoire, Ben Ali se targuait d’avoir l’armée de son côté. Ben Ali s’enorgueillissait d’avoir toute l’élite politique, comme l’autre. Il se prévalait d’un amour national sans pareil, comme l’autre. Il était à son 5è mandat et complétait ses 22 ans de pouvoir, le double de l’autre. Il avait muselé la presse et l’Opposition, comme l’autre. Il a fait main basse sur les médias d’Etat, comme l’autre. Il persécutait par ses élites policières ceux qui n’étaient pas de son bord, comme l’autre. Sa famille et ses proches étaient bien assis sur l’économie nationale et les réseaux d’affaires, comme l’autre. Il croyait avoir le monde à ses pieds, comme l’autre.

Et puis, une brise, toute petite, a soufflé, il n’a pas voulu se mettre à l’abri. La brise s’est transformée en bourrasque puis en tempête qui l’a emportée. L’Armée qu’il croyait lui être fidèle depuis 23 ans a changé de camp en une fraction de seconde quand elle a vu changer la direction du vent, afin de ne pas perdre ses privilèges et faire face à une population furieuse. La police d’élite qui a bastonné et tué les manifestants aux mains nues est aujourd’hui du côté de cette population. L’élite politique gâtée par les privilèges et roulant carrosse dans le pays et ayant suffisamment mis de côté pour des générations à venir s’est rangée du bon côté, celui du peuple.

Il n’a fallu que quelques heures pour que se défigure, se déconfigure et se reconfigure tout l’espace politique et social. La peur a changé de camp. Les oppresseurs feront profil bas et allégeance aussi vite et aussi servilement qu’ils l’ont fait à Ben Ali. Le Premier Ministre, l’allié fidèle a pris les rênes et l’on doute fort qu’il y eût pu avoir une entente tacite et une révolution de palais. Avant d’être lui-même débouté par le Conseil Constitutionnel. Encore un autre. Le pouvoir échoit provisoirement au Président de l’Assemblée Nationale, pour le moment en tout cas et si la colère du peuple se calme, puisque tout cet establishment politique appartient à le même sève nourricière, la clique qui a pris le pouvoir en 1988.

Ben Ali est parti, profil bas, comme Bourguiba avant et comme tout dirigeant qui ne voit ni ne lit les signes du temps. Un pouvoir n’est jamais suffisamment fort pour être toujours fort. Le pouvoir corrompt et l’usure de temps érode la capacité d’analyse et d’appréciation des évènements. Tel est le destin de qui s’agrippe au pouvoir.

Tandja (au Niger -ndlr) avait fait de même. Il était sourd à tous les appels internationaux. Exclu de la CEDEAO et des instances régionales, il n’avait cure des récriminations des opinions africaines. Il a augmenté les soldes des militaires, les a re-gradés, mais il n’a pas résisté. Cette même Armée à qui il a accordé tant de privilèges l’a balayé, en un rien de temps. Autant de Dadis Camara en Guinée.

En plein 21è siècle, Ben Ali, fort d’une économie solide, se permettait encore de bâillonner la presse, jusqu’à bloquer internet et incarcérer les blogueurs et libres-penseurs. La prison était devenue la seconde maison des Opposants, l’exil leur refuge et leur liberté. La Tunisie moderne ramait à contre-courant des libertés. Mais le pouvoir n’y voyait que du bonheur.

Puis, un évènement, presque banal, un anonyme diplômé chômeur, dérouté, humilié par la police municipale, dépossédé de son maigre bien sa charrette (nous dirions ici son pousse-pousse) et sa balance dont il se sert pour vendre ses fruits et légumes et qui part s’immoler au feu en public par désespoir. Une bûchette d’allumette pour mettre fin à sa propre vie, laquelle bûchette se transforme en brasier géant de la Nation et qui redonne une seconde indépendance et un espoir de bonheur à tout le peuple tunisien. Une vie pour toute une Nation. Un sacrifice de désespoir et d’amour.

Un peu comme si un de nos nombreux diplômés gérants de cabines ou plutôt de tablettes téléphoniques décidait que trop c’en était trop et mettait fin à sa vie.

Les rafales de l’Armée et les salves de la Police ont fait tomber des dizaines de civils manifestant aux mains nues. L’actualité nous dira combien ils sont ces Tunisiens qui ont perdu la vie dans ce déchaînement de violence et dans cette démonstration de colère.

La goutte innocente d’eau qui tombe continuellement finit toujours par percer la roche la plus dure. Exit Ben Ali. Dans la honte et peut-être dans le dénuement. Des procès suivront. Les Juges seront les amis d’hier. Implacables, ils renieront l’alliance et l’amitié et ils condamneront à vie, à perpétuité, aux galères, à mort, comme ils l’ont fait à ceux qui réclamaient plus de liberté. Ils saisiront les biens, déposséderont des immenses propriétés, traqueront les fortunes et assigneront à résidence. Ils feront arrêter les têtes fortes d’hier, les responsables de la sécurité, les gourous. C’est le schéma classique des révolutions modernes.

Les leçons : deux déterminations antagonistes sont la clé de la liberté. L’entêtement d’un pouvoir d’une part et la détermination du peuple de l’autre. Si nous invoquons la peur pour nous terrer, si nous sommes accrochés à nos privilèges du moment, nous serons asservis pour longtemps. Lorsque nous intellectuels, nous nous cachons, que nous réprimons nos sentiments, que nous espérons que le petit peuple offre ses flancs au bal, et que nous critiquons mollement sous le couvert d’anonymats aussi ridicules que puériles, nous apportons de l’eau au moulin de nos oppresseurs. Nous aveuglons notre peuple.

Mais comme en Tunisie, la vérité finira bien par éclater un jour. Les bris des éclats seront aussi dangereux que les impacts des comètes pour un nouvel univers, au autre Big-Bang.

Toute ressemblance avec des lieux, des faits et des personnes dans ce texte n’est que fortuite….ne me croyez pas.

15 Janvier 2011

VINCENT TOHBI IRIE

Quelle: venancekonan.com/aspx/mes-ecrit/contributions/3317-CAS-TUNISIEN.html

Hoffen wir, dass das tunesische Beispiel andere Menschen an anderen Orten aufweckt – und zwar bald!
Der junge Mohamed Bouazizi in Sidi Bouzid ist schonmal nicht umsonst gestorben – vielleicht bricht sich die Wahrheit ja in der Elfenbeinküste bald auch Bahn, und somit würden weitere unnötige Tote verhindert..