Demokratie ist anstrengend. Logik für Demokraten von Daniel-Pascal Zorn

Im Deutschlandradio Kultur aufgeschnappt:
…der Philosoph und Autor Daniel-Pascal Zorn war zu hören in der Sendung ‘Sein und Streit’ im Gespräch mit Christian Möller zum Thema
« Mit Populisten streiten, aber wie? »

Hier zum Nachhören: podcast (27 min)

Hier auf facebook, wo er gern mit jedem diskutiert.. »das Zurückholen der Agora in die neuen Medien »

Lesebericht:
Daniel-Pascal Zorn, Logik für Demokraten. Eine Anleitung
klett-cotta-Blog – 13. März 2017
Von Heiner Wittmann
Dem Aufschwung der AfD und dem Erstarken des Front national in Frankreich haben die etablierten Parteien in der letzten Zeit nicht viel entgegenzusetzen gehabt. Erst kürzlich beklagten am 28. Februar 2017 Alexandre Lemarié, Raphaëlle Besse Desmoulières, Bastien Bonnefous, Cédric Pietralunga et Matthieu Goar in LE MONDE „Le renoncement des candidats face au FN“. Und dabei fehlt es wahrlich nicht an Argumenten gegenüber den menschenrechtsfeindlichen Positionen der Rechtspopulisten. Lire la suite

"Le journal va continuer, ils n’ont pas gagné" – Charlie Hebdo wird mit einer Million Auflage erscheinen

Nous sommes Charlie

– on est ensemble: aujourd’hui à Paris, à Berlin ….

 ich bin Charlie

Patrick Pelloux, urgentiste et chroniqueur à Charlie Hebdo, est venu sur notre plateau (iTELE) parler avec une émotion immense de ses amis tombés sous les balles des assaillants qui ont fait 12 morts et 11 blessés mercredi au siège de l’hebdomadaire.

HIER EN FRANCE:

700.000 personnes se mobilisent contre le terrorisme
iTELE – 10.01.2015
Les marches et rassemblements qui ont eu lieu samedi dans toute la France ont réuni un total de 700.000 personnes, selon le ministre de l’Intérieur. L’objectif était de dire non au terrorisme, rendre hommage aux 12 morts de Charlie Hebdo mercredi, à la policière tuée jeudi à Montrouge et aux quatre personnes assassinées vendredi dans une épicerie cacher. Lire la suite

Happy 125 birthday, Tucho!

Satire scheint eine durchaus negative Sache. Sie sagt: „Nein!“ Eine Satire, die zur Zeichnung einer Kriegsanleihe auffordert, ist keine. Die Satire beißt, lacht, pfeift und trommelt die große, bunte Landsknechtstrommel gegen alles, was stockt und träge ist.

Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist: er will die Welt gut haben, sie ist schlecht, und nun rennt er gegen das Schlechte an.

Die Satire eines charaktervollen Künstlers, der um des Guten willen kämpft, verdient also nicht diese bürgerliche Nichtachtung und das empörte Fauchen, mit dem hierzulande diese Kunst abgetan wird.

Übertreibt die Satire? Die Satire muß übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten.

Wir sollten nicht so kleinlich sein. Und wir müssen nun nicht immer gleich aufbegehren, wenn einer wirklich einmal einen guten Witz über uns reißt. Boshaft kann er sein, aber ehrlich soll er sein. Das ist kein rechter Mann und kein rechter Stand, der nicht einen ordentlichen Puff vertragen kann. Er mag sich mit denselben Mitteln dagegen wehren, er mag widerschlagen – aber er wende nicht verletzt, empört, gekränkt das Haupt.

Was darf die Satire?

Alles.

Der vollständige Text ist HIER zu finden.

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Kleiner Trost: Eine kulturell, ethnisch, religiös, und politisch korrekte Karikatur:
korrekte Satire
Credit? Allgemeingut

Der Deutsche Medienpreis Entwicklungspolitik 2013 und ein Interview mit der Preisträgerin Wade C.L. Williams

Der Deutsche Medienpreis Entwicklungspolitik würdigt herausragende journalistische Arbeiten zum Thema Menschenrechte und Entwicklung. Dabei sollen Erfolgsgeschichten ebenso thematisiert werden wie Missstände und Konfliktsituationen.DW-BMZ Dt.Medienpreis Entwicklungspolitik
In diesem Jahr wurde er erstmals auch international vergeben. Der Sonderpreis des Publikums für afrikanische Pressefotografen ging an den Nigerianer Oluyinka Ezekiel Adeparusi. Sein Foto zeigt Kinder im schwimmenden Slum von Makoko, die ihren Schulweg in einem Boot zurücklegen. Es trägt den Titel: Wo es einen Willen gibt, da gibt es auch Bildung. (s.u. auf dieser Seite)

Auch Wade C.L. Williams wurde 2013 ausgezeichnet. Vor allem für ihre journalistische Leistung, die Balance zwischen persönlicher Empathie und klarer, analytischer Distanz zu halten, wurde sie gelobt.
Angesprochen auf ihr Selbstverständnis als Journalistin sagte Williams: « Als Journalist hast du einen Stift, ein Stift kann denen eine Stimme geben, die sie brauchen. » Lire la suite

Ein Tag im Innern Dortmunds – NAZIS RAUS AUS DEN KÖPFEN

Gestern habe ich einfach mal mitgeschrieben, was an der Schützenstraße Ecke Kirchenstraße passierte – da wo laut DERWESTEN.DE: die friedlichen (Demonstranten) schafften es sogar ganz ohne Gewalt den Streckenverlauf der Rechten zu ändern – ein Tag, den ich nicht vergessen werde.
Nur, warum ist es so schwer, die Aufmärsche solcher Idioten in unserem Land zu verhindern? Viel mehr Menschen noch sollten sich diesem Spuk widersetzen.

Dortmund, 3. September 2011

7:00 an der Schützenstraße.
Zwei große Mannschaftsbusse der Polizei und viele Einsatzwagen rollen an. Aus allen Gegenden Deutschlands, wird sich später zeigen, zu Tausenden: Essen, Leipzig, NRW, Schleswig-Holstein, Ostholstein, Sachsen, Wiesbaden, Hamburg…So viel Aufwand! Die Einfahrt zur Schützenstr. erhält einen Kontrollposten, der wohl den meisten Verkehr umleitet.

7:30 auf der Schützenstr.
An jeder Querstraße stehen Wage mit Polizisten, bauen Straßengitter auf, kaufen Brötchen. Ich auch. Im Dutzend billiger? Nein, 10 für 2€ und zwei gratis, weil sie heute kleiner sind.
Kleinere Geschäfte tragen Schilder: Am 03.09. geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Abzweig Mallinckrodtstraße – Blücherstraße: Kann ich hier noch rein? – Ja sicher, viel Spaß beim Frühstück.

Eine Joggerin kommt mir entgegen: Sind wir hier jetzt eingesperrt?
Neues Gitter, im Aufbau, am Übergang zur Grünen Straße (= Rand des Sperrbezirks).
Komme ich hier gleich wieder rein? – Sie ja.
Die Einsatzwagen scheinen noch nicht wirklich im Einsatz – sie nehmen Aufstellung. Der erste Hubschrauber auch.

Durch KLICK auf die Karte vergrößern!
Das Kreuz markiert den Ort des Geschehens.
dssq Aktionskarte 03.09.11

9:30 auf der Schützenstraße zwischen dem Café Europa und der Pauluskirche
Erste Sitzblockade (die wird auch dort bleiben), ca. 60 Leute, darunter unsere 9 Mitschläfer. Setzen sich hin und wrden sofort umringt – gekesselt kann man nicht wirklich sagen, aber wir, 5 Minuten später, dürfen uns (erstmal) nicht dazu setzen, ein Beamter zeigt uns auf der Karte die Grenze des Sperrbezirks – wenn nicht freiwillig, würde man uns dorthin begleiten. Lire la suite

"Das System ist nicht starr"

Ein Ethnologe aus Bayreuth mit profunden Libyenkenntnissen spricht über die Stammesstrukturen und den Generationenkonflikt: Interview in der taz von gestern

Wer mehr – alles Wichtige – über Libyen lesen möchte (deutsch + français) oder das Video der « letzten TV-Ansprache » Gaddafis sehen möchte (en français, deutsch untertitelt), klickt hier: Sehr gute Chronologie über die letzten Tage eines Despoten, bei Andreas


Foto(c)reuters : Die jungen Aufständischen wollen die politische Macht der Stämme begrenzen: ein Mitglied eines Stammes in Tripolis.

Interview DORIS AKRAP

Thomas Hüsken ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Ethnologie der Uni Bayreuth, habilitiert über neue Formen beduinischer Politik und politische Kultur in Libyen und Ägypten, ist Autor diverser Bücher und war zu Beginn des Aufstands und im Juli in Libyen.

taz: Herr Hüsken, überall wird darüber spekuliert, welche Rolle die Stämme künftig spielen werden. Wer und was sind die libyschen Stämme?

Thomas Hüsken: Die Vorstellung von den Stämmen als miteinander verfeindete, atavistische Gemeinschaften, die mit Blut, Ehre, Scham, Schande verbunden ist, lässt sich vielleicht gut vermarkten. Mit der Realität hat sie nichts zu tun. Die Stammespolitiker sind erfahrene Lokalpolitiker und verfügen über entsprechendes Know-how. Begriffe wie Konsens, Stabilität und Interessenausgleich sind ihnen nicht fremd.
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Die Stammespolitiker waren auch unter Gaddafi schon Lokalpolitiker?

Sicher. Gaddafi hat anfangs versucht, die Stämme zu verdrängen. Das ging aber schief. Der Deal war dann, dass die Stämme Gaddafi als Führer des Landes anerkennen und er ihnen dafür Spielräume auf lokaler und regionaler Ebene gewährte und sie die Ölrente verteilen ließ. Lire la suite

Wie ist Somalia zu helfen?

Foto (c) Reuters: Somalische Frauen auf der Flucht vor dem Hunger: Grenzstadt Dhobley, Somalia. 
Des Somaliennes fuyant la faim: ville frontière Dhobley, Somalie

Die Hungerkrise ist heute Schwerpunktthema der taz. Der Aufmacher auf Seite 1: UN-Luftnummer gegen Hunger

Am besten davon finde ich den Kommentar von Dominic Johnson:

Wie Somalia wirklich zu helfen ist

Allgemeiner:

Wegelagerer der Hungerhilfe

und

750 000 Tonnen in 6 Monaten

Vorgestern: UN sucht eine Milliarde Dollar

Und vor 1 1/2 Monaten:

UN warnen vor Dürrefolgen

Man hat es gewusst! (Schon vor 2 oder 3 Jahren gab es einen Spiegelartikel zur Spekulation an den Agrarmärkten. Und sonstwo sicher auch.) Und nichts dagegen getan!

Mit Wut im Bauch,

aramata

Foto (c) AFP: Somalische Flüchtlinge im Lager Dolo Ado, 5. Juli 2011 in Äthiopien
Des réfugiés somaliens au camp de Dolo Ado, le 5 juillet 2011 en Ethiopie