Hüben und drüben! Es ist Frühling in Korea

Beide haben die Demarkationslinie überschritten: das historische Treffen zwischen Moon und Kim

screenshot tagesschau.de: Historisches Treffen der beiden Präsidenten am 27.04.2018

Historischer Korea-Gipfel: Nordkoreas Machthaber Kim auf südkoreanischem Boden
tagesschau – 27.04.2018 14:10
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Vom Albtraum zum Frühling
tagesschau – 27.04.2018 18:09 Uhr
Es geht nicht nur um nukleare Abrüstung – es soll ein Friedensvertrag abgeschlossen werden und wieder Familienbegegnungen geben: Der Korea-Gipfel brachte mehr als erwartet.
Von Jürgen Hanefeld, ARD-Studio Tokio
Mit einem Durchbruch dieser Tragweite hat niemand gerechnet. Als Kim Jong Un schon auf dem Heimweg war, meldete das Nordkoreanische Fernsehen: « Kim Jong Un wird offenherzig mit Präsident Moon Jae In alle Themen ansprechen, die das Verhältnis zwischen Nord- und Südkorea verbessern und Frieden, Wohlstand und die Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel herbeiführen können. »
In den vergangenen Tagen hatte man schon erfahren, dass die Abschaffung der Atomwaffen ganz oben auf dem Wunschzettel des südkoreanischen Präsidenten steht. Weitere Themen waren nicht genannt worden und wie weit sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un gerade bei der Denuklearisierung kompromissbereit zeigen würde, war nicht abzusehen.
– Vollständige nukleare Abrüstung –
Nun heißt es in der « Panmunjom-Erklärung », die beiden Koreas seien sich einig über die vollständige Abrüstung von Atomwaffen: « Heute haben der Vorsitzende Kim und ich bestätigt, dass es unser gemeinsames Ziel ist, eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel durch vollständige nukleare Abrüstung zu erreichen », sagte Moon.
Wie und wann das geschehen soll, ist noch offen. Doch die Präambel der Erklärung lässt hoffen. Die beiden Führer, so heißt es dort, erklären feierlich vor ihrem Volk von 80 Millionen Menschen und der gesamten Welt, dass es auf der koreanischen Halbinsel keinen Krieg mehr geben wird und ein neues Zeitalter des Friedens begonnen hat:
« Heute hatten wir ein historisches Treffen und haben eine wertvolle Übereinkunft erzielt unter den aufmerksamen Augen der ganzen Welt. Wir haben einen neuen Anfang für den Frieden auf der koreanischen Halbinsel und in der ganzen Welt gesetzt. »
– Friedensvertrag geplant –
Dass dieses neue Zeitalter nicht von heute auf morgen beginnen kann, macht folgender Vorbehalt deutlich: Süd und Nord, so heißt es in der Erklärung, wollen die Reduzierung der Waffen allmählich umsetzen, wenn die militärischen Spannungen beendet sind und Vertrauen geschaffen wurde.
Um den Koreakrieg, der das Land in den 1950er-Jahren verwüstete, auch juristisch zu Ende zu bringen, schlagen die beiden Verhandlungspartner vor, den herrschenden Waffenstillstand durch einen Friedensvertrag zu ersetzen. Dazu bedarf es allerdings der Mitarbeit der USA und Chinas, denn Südkorea ist gar keine Vertragspartei.
– Familien können sich wieder begegnen –
Bemühungen, die militärischen Spannungen abzubauen, sollen auf allen Ebenen unternommen werden, auch auf See und in der Luft. Um darüber genauer zu sprechen, werden bis Ende Mai Militärgespräche zwischen Nord- und Südkorea geführt werden.
Die vor Jahren eingestellten Zusammenkünfte von Familien, die durch die Teilung der beiden Koreas auseinander gerissen wurden, sollen im August wieder aufgenommen werden. Auch die stillgelegte Sonderwirtschaftszone Kaesong bekommt eine neue Chance. Dort soll ein gemeinsames Büro von Nord- und Südkorea seinen Betrieb aufnehmen. Die Bilanz des nordkoreanischen Führers fiel blumig aus: « Wir haben dem eingefrorenen Verhältnis zwischen Nord- und Südkorea Lebewohl gesagt. Das war ein Albtraum, und jetzt verkünden wir der Welt den Beginn eines warmen Frühlings. »
© 2018 tagesschau.de

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Drüben in Nordkorea

Heute hat das Treffen zwischen Moon Jae In und Kim Jong Un tatsächlich stattgefunden! Wow!

Dazu eine kleine Sammlung:

Korea vor dem Gipfeltreffen am Freitag

Friedenszeichen an der Front

Auf dem Weg zum Krieg oder zur Einheit? An der innerkoreanischen Grenze erscheint der Konflikt der beiden Länder wie festgefroren.
MYEONGPA-RI/GOSEONG/PANMUNJEOM (taz) – 26.04.2018
Von Fabian Kretschmer
Als die erste Mörsergranate in der Ferne explodiert, gefolgt von einer langanhaltenden Maschinengewehrsalve, verzieht Jang Seok Gwon keine Mine. „Die südkoreanische Armee hat hinter dem Berg einen Schießstand, Militärübungen gehören für uns zum Alltag“, sagt der 64-Jährige stoisch. Herr Jang ist Bürgermeister von Myeongpa Ri, dem nördlichsten Dorf in Südkorea. Nur wenige hundert Meter entfernt schlängelt sich die innerkoreanische Grenze durch die Gebirgszüge an der Küste.
Für Besucher wirkt die verschlafene Ortschaft wie in einem surrealen Spannungsfeld gefangen: Auf der einen Seite die unberührte Natur der entmilitarisierten Zone, in der sich seit fast sieben Jahrzehnten Flora und Fauna ein von menschlicher Hand unberührtes Refugium erschlossen haben. Auf der anderen Seite die regelmäßigen Evakuierungsübungen, die Sperrstunde mit Einsetzen der Dämmerung, die langwierigen Passkontrollen an den Militärcheckpoints. Lire la suite

Demokratie ist anstrengend. Logik für Demokraten von Daniel-Pascal Zorn

Im Deutschlandradio Kultur aufgeschnappt:
…der Philosoph und Autor Daniel-Pascal Zorn war zu hören in der Sendung ‘Sein und Streit’ im Gespräch mit Christian Möller zum Thema
« Mit Populisten streiten, aber wie? »

Hier zum Nachhören: podcast (27 min)

Hier auf facebook, wo er gern mit jedem diskutiert.. »das Zurückholen der Agora in die neuen Medien »

Lesebericht:
Daniel-Pascal Zorn, Logik für Demokraten. Eine Anleitung
klett-cotta-Blog – 13. März 2017
Von Heiner Wittmann
Dem Aufschwung der AfD und dem Erstarken des Front national in Frankreich haben die etablierten Parteien in der letzten Zeit nicht viel entgegenzusetzen gehabt. Erst kürzlich beklagten am 28. Februar 2017 Alexandre Lemarié, Raphaëlle Besse Desmoulières, Bastien Bonnefous, Cédric Pietralunga et Matthieu Goar in LE MONDE „Le renoncement des candidats face au FN“. Und dabei fehlt es wahrlich nicht an Argumenten gegenüber den menschenrechtsfeindlichen Positionen der Rechtspopulisten. Lire la suite

"Le journal va continuer, ils n’ont pas gagné" – Charlie Hebdo wird mit einer Million Auflage erscheinen

Nous sommes Charlie

– on est ensemble: aujourd’hui à Paris, à Berlin ….

 ich bin Charlie

Patrick Pelloux, urgentiste et chroniqueur à Charlie Hebdo, est venu sur notre plateau (iTELE) parler avec une émotion immense de ses amis tombés sous les balles des assaillants qui ont fait 12 morts et 11 blessés mercredi au siège de l’hebdomadaire.

HIER EN FRANCE:

700.000 personnes se mobilisent contre le terrorisme
iTELE – 10.01.2015
Les marches et rassemblements qui ont eu lieu samedi dans toute la France ont réuni un total de 700.000 personnes, selon le ministre de l’Intérieur. L’objectif était de dire non au terrorisme, rendre hommage aux 12 morts de Charlie Hebdo mercredi, à la policière tuée jeudi à Montrouge et aux quatre personnes assassinées vendredi dans une épicerie cacher. Lire la suite

Happy 125 birthday, Tucho!

Satire scheint eine durchaus negative Sache. Sie sagt: „Nein!“ Eine Satire, die zur Zeichnung einer Kriegsanleihe auffordert, ist keine. Die Satire beißt, lacht, pfeift und trommelt die große, bunte Landsknechtstrommel gegen alles, was stockt und träge ist.

Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist: er will die Welt gut haben, sie ist schlecht, und nun rennt er gegen das Schlechte an.

Die Satire eines charaktervollen Künstlers, der um des Guten willen kämpft, verdient also nicht diese bürgerliche Nichtachtung und das empörte Fauchen, mit dem hierzulande diese Kunst abgetan wird.

Übertreibt die Satire? Die Satire muß übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten.

Wir sollten nicht so kleinlich sein. Und wir müssen nun nicht immer gleich aufbegehren, wenn einer wirklich einmal einen guten Witz über uns reißt. Boshaft kann er sein, aber ehrlich soll er sein. Das ist kein rechter Mann und kein rechter Stand, der nicht einen ordentlichen Puff vertragen kann. Er mag sich mit denselben Mitteln dagegen wehren, er mag widerschlagen – aber er wende nicht verletzt, empört, gekränkt das Haupt.

Was darf die Satire?

Alles.

Der vollständige Text ist HIER zu finden.

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Kleiner Trost: Eine kulturell, ethnisch, religiös, und politisch korrekte Karikatur:
korrekte Satire
Credit? Allgemeingut

Der Deutsche Medienpreis Entwicklungspolitik 2013 und ein Interview mit der Preisträgerin Wade C.L. Williams

Der Deutsche Medienpreis Entwicklungspolitik würdigt herausragende journalistische Arbeiten zum Thema Menschenrechte und Entwicklung. Dabei sollen Erfolgsgeschichten ebenso thematisiert werden wie Missstände und Konfliktsituationen.DW-BMZ Dt.Medienpreis Entwicklungspolitik
In diesem Jahr wurde er erstmals auch international vergeben. Der Sonderpreis des Publikums für afrikanische Pressefotografen ging an den Nigerianer Oluyinka Ezekiel Adeparusi. Sein Foto zeigt Kinder im schwimmenden Slum von Makoko, die ihren Schulweg in einem Boot zurücklegen. Es trägt den Titel: Wo es einen Willen gibt, da gibt es auch Bildung. (s.u. auf dieser Seite)

Auch Wade C.L. Williams wurde 2013 ausgezeichnet. Vor allem für ihre journalistische Leistung, die Balance zwischen persönlicher Empathie und klarer, analytischer Distanz zu halten, wurde sie gelobt.
Angesprochen auf ihr Selbstverständnis als Journalistin sagte Williams: « Als Journalist hast du einen Stift, ein Stift kann denen eine Stimme geben, die sie brauchen. » Lire la suite

Ein Tag im Innern Dortmunds – NAZIS RAUS AUS DEN KÖPFEN

Gestern habe ich einfach mal mitgeschrieben, was an der Schützenstraße Ecke Kirchenstraße passierte – da wo laut DERWESTEN.DE: die friedlichen (Demonstranten) schafften es sogar ganz ohne Gewalt den Streckenverlauf der Rechten zu ändern – ein Tag, den ich nicht vergessen werde.
Nur, warum ist es so schwer, die Aufmärsche solcher Idioten in unserem Land zu verhindern? Viel mehr Menschen noch sollten sich diesem Spuk widersetzen.

Dortmund, 3. September 2011

7:00 an der Schützenstraße.
Zwei große Mannschaftsbusse der Polizei und viele Einsatzwagen rollen an. Aus allen Gegenden Deutschlands, wird sich später zeigen, zu Tausenden: Essen, Leipzig, NRW, Schleswig-Holstein, Ostholstein, Sachsen, Wiesbaden, Hamburg…So viel Aufwand! Die Einfahrt zur Schützenstr. erhält einen Kontrollposten, der wohl den meisten Verkehr umleitet.

7:30 auf der Schützenstr.
An jeder Querstraße stehen Wage mit Polizisten, bauen Straßengitter auf, kaufen Brötchen. Ich auch. Im Dutzend billiger? Nein, 10 für 2€ und zwei gratis, weil sie heute kleiner sind.
Kleinere Geschäfte tragen Schilder: Am 03.09. geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Abzweig Mallinckrodtstraße – Blücherstraße: Kann ich hier noch rein? – Ja sicher, viel Spaß beim Frühstück.

Eine Joggerin kommt mir entgegen: Sind wir hier jetzt eingesperrt?
Neues Gitter, im Aufbau, am Übergang zur Grünen Straße (= Rand des Sperrbezirks).
Komme ich hier gleich wieder rein? – Sie ja.
Die Einsatzwagen scheinen noch nicht wirklich im Einsatz – sie nehmen Aufstellung. Der erste Hubschrauber auch.

Durch KLICK auf die Karte vergrößern!
Das Kreuz markiert den Ort des Geschehens.
dssq Aktionskarte 03.09.11

9:30 auf der Schützenstraße zwischen dem Café Europa und der Pauluskirche
Erste Sitzblockade (die wird auch dort bleiben), ca. 60 Leute, darunter unsere 9 Mitschläfer. Setzen sich hin und wrden sofort umringt – gekesselt kann man nicht wirklich sagen, aber wir, 5 Minuten später, dürfen uns (erstmal) nicht dazu setzen, ein Beamter zeigt uns auf der Karte die Grenze des Sperrbezirks – wenn nicht freiwillig, würde man uns dorthin begleiten. Lire la suite