Die Macht der Warlords von Mogadischu – Radiofeature von Bettina Rühl

Das Zentrum der somalischen Hauptstadt Mogadischu liegt in Trümmern: Das ehemalige Regierungs- und Bankenviertel, das Staatstheater oder das einst luxuriöse Hotel « Europa » sind von Gestrüpp überwuchert.
Seit 20 Jahren hat Somalia keine funktionierende Regierung mehr, dafür kontrollieren schwer bewaffnete, meist islamistische Milizionäre auf Pick-Ups das Ruinenfeld. Alle internationalen Versuche, das Land zu stabilisieren, waren bisher vergeblich und produzieren häufig sogar neue Probleme.
« Jabril, ich muss überraschend und vorzeitig raus, nach einer ernstzunehmenden Warnung. Meine Recherchen muss ich abbrechen, und aus unserem Treffen wird leider nichts. Was ist mit Dir – Du willst immer noch bleiben? Und was ist mit dem, was Du mir letztes Mal erzählt hast – stimmt alles noch, und stehst Du noch dahinter?
Pass auf Dich auf. »
« Ich freue mich sehr, von Dir zu hören. Ich lebe immer noch und bleibe in Mogadischu, obwohl das Morden hier weitergeht.
Du kannst jeden meiner Sätze verwenden – ich stehe zu meiner Entscheidung. »
Jabril

Bettina Rühl erzählt die Geschichte von der Reise in ein Land, in dem alles anders ist als vertraut.
Das Feature wurde im März 2011 von mehreren ARD-Sendern ausgestrahlt.

HIER ANHÖREN:
http://www.blog.de/srv/media/dewplayer.swf?son=http://data7.blog.de/media/970/5774970_0df5e64ea3_a.mp3


Foto (c) Reuters

Aber sie lässt sich nicht davon abhalten, wieder nach Somalia zu gehen und aus Mogadischu zu berichten, etwa hier:

Hungern in Ruinen

3,7 Millionen Menschen leiden unter der schlimmsten Dürre in Ostafrika seit 60 Jahren. Die Bewohner von Mogadischu helfen den Opfern, so gut sie können.
Am Morgen stand wieder ein Junge vor der Tür. Er habe Hunger und seine Eltern auch, sagte er. Sharifa Omar Abukar drehte sich um, ging ins Haus und holte die Hälfte des Brotes, das sie für ihre drei Kinder, ihren Mann und sich selbst schon auf den Tisch gelegt hatte.
Weiterlesen in der taz vom 20.07.

Wie ist Somalia zu helfen?

Foto (c) Reuters: Somalische Frauen auf der Flucht vor dem Hunger: Grenzstadt Dhobley, Somalia. 
Des Somaliennes fuyant la faim: ville frontière Dhobley, Somalie

Die Hungerkrise ist heute Schwerpunktthema der taz. Der Aufmacher auf Seite 1: UN-Luftnummer gegen Hunger

Am besten davon finde ich den Kommentar von Dominic Johnson:

Wie Somalia wirklich zu helfen ist

Allgemeiner:

Wegelagerer der Hungerhilfe

und

750 000 Tonnen in 6 Monaten

Vorgestern: UN sucht eine Milliarde Dollar

Und vor 1 1/2 Monaten:

UN warnen vor Dürrefolgen

Man hat es gewusst! (Schon vor 2 oder 3 Jahren gab es einen Spiegelartikel zur Spekulation an den Agrarmärkten. Und sonstwo sicher auch.) Und nichts dagegen getan!

Mit Wut im Bauch,

aramata

Foto (c) AFP: Somalische Flüchtlinge im Lager Dolo Ado, 5. Juli 2011 in Äthiopien
Des réfugiés somaliens au camp de Dolo Ado, le 5 juillet 2011 en Ethiopie