Die Erfahrung der Welt

L'Usage du monde ( Genf 1963)

Freitag, 08.08.
Das Buch, das ich gerade lese, ist sehr mitreißend – ein wahrhaft poetischer Reisebericht. Der Autor: Nicolas Bouvier. L’Usage du monde.
Er war 1953/54 von Jugoslawien nach Pakistan unterwegs, mit einem Malerfreund, und gilt als « Kultautor einer Generation von Reisenden und Reiseschriftstellern ». Veröffentlicht erst 1963.
Total schön geschrieben und beschrieben; mit Gedanken, die Erkenntnisse vermitteln können – wenn man sie nicht schon gehabt hat – dann wird man sie in diesem Buch wieder- und das buch ebenso begeisternd finden. Er war auch Journalist, Fotograf und Musiksammler und verdiente unterwegs schon mal ein paar Taler für die Weiterreise durch Französischunterricht oder Vorträge.

Zitat: …wenn man nach einer Reise der gleiche Dummkopf bleibt, der man war, hat man nicht viel gesehen.

Und ganz am Ende seines Buches zitiert er selbst EMERSON:….und das ist ein wirklicher Gewinn, denn wir haben Anrecht auf diese befreienden Erfahrungen, und wenn wir die Grenzen einmal überschritten haben, werden wir nie mehr ganz die gleichen kläglichen Pedanten sein, die wir waren.

Nachtrag – hab ich im Block gefunden; 2 Zitate, die ich hier aufbewahren wollte, weil ich fand, dass sie seinen Erzählstil gut demonstrieren:

p.102 …Eine Landschaft, die das gleiche so oft wiederholt, bis man absolut davon überzeugt ist.

p.110…und dann graut der Morgen, breitet sich aus, Wachteln und Rebhühner mischen sich ein – und man beeilt sich, diesen einmaligen Augenblick … tief ins Gedächtnis zu versenken… und das Wort « Glück » erscheint für das, was einem zustößt, ziemlich dürftig.
Letztlich besteht das eigentliche Gerüst des Daseins weder aus der Familie noch aus der Karriere, noch aus dem, was andere heute von einem denken oder sagen werden, sondern aus einigen Augenblicken dieser Art, in denen man durchwallt wird von einem Gefühl, das noch gelassener ist als die Liebe.
Das Leben teilt sie uns so sparsam zu, wie es der Schwäche unseres Herzens angemessen ist.

Am Dienstag (12.07.) war es so weit

Sie kämpfen mit Rosen gegen die Atomkraft
von Daniel Magalski aus Lünen (c) Lüner Anzeiger 13.07.2011|


Schüler warfen Rosen in die Lippe.

Lünen: Lippekaskade | Eine ungewöhnliche Protest-Aktion gegen Atomkraftwerke in der Türkei starteten gestern Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule.

Sie schrieben Briefe u. a. an den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan und drückten darin ihre Sorgen wegen des geplanten Baus von Atomkraftwerken in den türkischen Städten Mersin und Sinop aus. Mit « Gasmasken » liefen die Mädchen und Jungen und Lehrer dann zur Treppenkaskade in der Stadt und warfen – symbolisch – Rosen mit Botschaften an den Präsidenten in die Lippe.

Nachtrag: Es stand auch in türkischen Zeitungen – also haben die Briefe ihr Ziel erreicht. Zumindest ein Etappenziel.

GSG-SchülerInnnen planen offenen Brief an Erdogan

Durch die Nachricht von türkischen AKWs aufgewühlt, haben sich Sechsklässler eines Türkischkurses unsrer Schule überlegt, wie man der Angst begegnen kann, und setzen einen Brief an den MInisterpräsidenten Erdogan auf (der gerade zum 2.Mal wiedergewählt wurde). Sie möchten auch ihre deutschen Mitschüler ins Boot holen, und so werden wir den Artikel auch in anderen Klassen besprechen und uns dann, mit der gebotenen Zurückhaltung, einmischen und dranhängen.
Anfang Juli mehr, dann wird es auch einen Presseartikel dazu geben.

Türkische Regierung plant AKW

Türkische Regierung plant AKW
Ein Dorf trotzt den Atomplänen

Ausgerechnet am Treffpunkt von vier tektonischen Platten soll das erste türkische Kernkraftwerk gebaut werden. Die Regierung will damit den Energiehunger des Landes stillen. Doch an der Mittelmeerküste formiert sich der Protest. Die Anwohner fürchten die radioaktive Strahlung.

Von Steffen Wurzel, ARD-Hörfunkstudio Istanbul

Wer sich anschauen will, wo das erste Atomkraftwerk der Türkei genau gebaut werden soll, braucht eine gute Kondition und vor allem gutes Schuhwerk.
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